Kapitel 18~Kyles Stern

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„Was ist? Grins nicht so blöd", zickte ich ihn gespielt an, woraufhin er nur noch mehr grinste.


„Du musst dich daran gewöhnen, eine schmutzige Hose zu tragen", lachte er.


Ich ignorierte seine Bemerkung und setzte mich wieder hin. Ich richtete mein Gesicht gen Himmel und blickte in die Sterne, die mich hell an funkelten.


Der halbvolle Mond befand sich direkt im Zentrum. Er wurde von allen anderen Sternen umhüllt. Ich suchte nach Sternzeichen.


„Siehst du den Stern dort?", holte Kyle mich aus meinen Gedanken und deutete auf einen hell leuchtenden Stern am Himmel.


„Ja, ich sehe ihn", antwortete ich und blickte sehnsüchtig in den Himmel.


„Das ist mein Stern", hauchte er.


„Wie meinst du das?", fragte ich in verwirrt.


„Wenn ich irgendwann die Welt verlasse werde ich dieser Stern dort sein", erklärte er mir.


„Habe ich auch einen Stern?"


„Ja, ich kann dir nur nicht sagen, welchen, weil du das selbst herausfinden musst."


„Wie kann ich das herausfinden?"


„Das kann ich dir auch nicht sagen."


„Wieso nicht?"


„Weil ich es nicht weiß. Du musst deinen eigenen Weg finden."


Wir blickten noch eine halbe Ewigkeit einfach nur in den Sternenhimmel und beobachteten die Nacht, die sich langsam dem Ende zuneigte. Die Sonne kam am Horizont langsam zum Vorschein und verscheuchte die schöne, kühle Nacht.


Die Helligkeit kam langsam zurück und so auch die Wärme. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass ich mich dicht neben Kyle gesetzt hatte und er seinen Arm um mich gelegt hatte.


Dieses Mal entfernte ich mich nicht sofort von ihm, sondern blieb in seinen Armen. Obwohl das wohl komisch klang, aber ich fühlte mich in dem Moment in seinem Armen geborgen und sicher, als könnte mir niemand etwas anhaben.


Ich genoss diesen Moment und Kyle anscheinend auch. Er ließ mich nicht los, bis wir uns von einander lösten, weil der Hunger langsam in uns hochstieg.


„Hast du auch so Hunger?", fragte Kyle mich und stand auf.


„Und wie", antwortete ich und tat es ihm gleich.


„Dann sollten wir langsam mal gehen. Das Frühstück wartet nicht."


„Wie meinst du das jetzt schon wieder?"


„Wirst du schon sehen", lachte er und zog mich mit sich.


Er steuerte direkt auf den Wald zu, der sich in der Nähe befand. Ich ließ mich einfach überraschen. Vielleicht würde er mit mir Picknicken oder so, dachte ich und musste lächeln.


Am Waldrand angekommen, blieben wir stehen und Kyle ließ meinen Arm los.

„Versprich mir, dass du mir jetzt alles genau nachmachen wirst und immer in meiner Nähe bleibst", sagte er ernst und blickte mir tief in die Augen.


Ich nickte und beobachtete angespannt das Geschehen.


„Bist du bereit?", fragte er.


„Bereit, wofür?"


Doch er ignorierte meine Frage und kniete sich langsam auf den Boden. Sofort überkam mich eine Welle der Übelkeit, als ich erkannte, was sein Plan war.


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