Das Training war klasse. Wir hatten uns nacheinander verwandelt und haben die verschiedensten Aufgaben bekommen, die wir innerhalb einer bestimmten Zeit erledigen mussten. Ich habe meine Aufgabe 'gemeistert', wie Linda gesagt hatte.
Linda war echt in Ordnung. Sie war stets freundlich zu allen, auch, wenn andere nicht immer ganz nett zu ihr waren. *hustMariehust*. Marie hatte wirklich ein tiefgründiges Problem mit mir. Ich bemühte mich die ganze Zeit, lieb und höflich zu ihr zu sein, aber diese Höflichkeit blieb wohl leider auf meiner Seite. Sie nutzte jede Gelegenheit, um mich fertig zu machen oder mich an zu zicken. Die anderen aus unserem Trainingskurs begannen auch schon langsam genervt davon zu werden, wie Marie drauf war, seit ich dabei war. Eric, ein Junge aus meiner Gruppe, hatte mir erzählt, dass Marie vor meinem Beitritt ins Rudel einer der freundlichsten und höflichsten Wölfe gewesen war, den er kannte. Aber seit ich da war, war sie nur noch so drauf. Eric war Maries Bruder und kannte sie deshalb sehr gut. Aber was er wirklich nicht verstand, war ihr merkwürdiges Verhalten. Er konnte es sich nicht erklären.
Eric kam mir sehr geduldig vor, am Anfang. Doch je länger ich dabei war, und je öfter wir uns zum Training trafen, was so gut wie jeden zweiten Tag vorkam, wurde er genervter. Nicht direkt von mir. Er war genervt, weil sich seine Schwester so geändert hatte, seit ich hier war. Okay, vielleicht lag es doch irgendwie an mir. Oder an Marie. War mir mittlerweile egal. Marie hatte mich so lange fertig gemacht und an gezickt, dass ihre Stimme in mein eines Ohr hereinspazierten und auf direktem Wege aus dem anderen wieder hinaus krochen.
Ich ignorierte sie komplett. Nicht, weil ich ihr eins auswischen wollte, sondern weil es mich einfach nur noch ankotzte, wie sie mit mir umging.
Marie war aber vorerst zum Glück mein einziges Problem. VORERST!
Mit Kyle befand ich mich auf einer Wellenlänge. Wir trainierten viel zusammen und er brachte mir eine Menge über den Wald und das Leben der Wölfe bei. Wir unternahmen Ausflüge an den Emerald Lake und fingen Fische, die wir dann am Abend über einem Lagerfeuer aßen. Wir erschufen eine Bindung zwischen uns, die so schnell nichts mehr auseinander brechen konnte. Ich hatte Gefühle für ihn. Welche Art von Gefühlen wusste ich noch nicht, aber an einem Abend, an dem Kyle und ich wieder einmal vor dem Lagerfeuer saßen, wurde mir klar, welche Art es war. Und vor allem, welche Art von Gefühlen er für mich empfand. Es war der erste Kuss zwischen uns beiden. Der erste Kuss, den ich je in meinem Leben hatte. Als ich Kyle damals das erste Mal traf, hätte ich NIE gedacht, dass ich ihn einmal küssen würde. Seit dem waren wir beide ein Paar und er wich nicht mehr von meiner Seite. Ich war so glücklich, wie schon lange nicht mehr, seit dem ich die Veränderung durchstehen musste. Ich fühlte mich befreit von all den Lügen und so eng verbunden mit Kyle, wie ich mich noch nie zuvor mit jemandem verbunden gefühlt hatte.
Marie ließ mich vorerst in Ruhe, seit dem sie erfahren hatte, dass Kyle und ich zusammen waren, doch eines Tages fing sie an, sich uns gegenüber komisch zu verhalten. Sie flirtete mit Kyle, suchte Körperkontakt und warf ihm andauernd Blicke zu.
Ich vertraute Kyle, weshalb ich mir deshalb keine Gedanken machte, doch irgendwie wurde mir mulmig, als die beiden immer öfter mit einander redeten. Marie wohnte in einer kleinen Hütte am Rande der anderen Häuser. Sie wohnte alleine. Kyle schien sie des Öfteren zu besuchen und das nicht nur für fünf Minuten. Als mir die ganze Sache dann zu unangenehm wurde, schlich ich mich an die Hütte, als Kyle sie mal wieder besuchte. Er hatte mir zwar hoch und heilig versprochen, dass da nichts lief, doch aus irgend einem Grund war mir nicht wohl bei der Sache.
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Emerald wolve
LobisomemWährend eines starken Sturmes wurde die 16 Jährige Mila Kingston fast von einem Baum erschlagen. Dank einer unbekannten Person wurde sie gerettet. Wer diese Person war und welch ein Schicksal Mila bevorstand, erfuhr sie noch früh genug.
