"Dad? Was ist los?", fragte ich und schloss verwirrt die Tür hinter mir.
Mein Vater blinzelte und stützte sich an der Wand neben sich ab. Ich lief auf ihn zu und berührte ihn am Arm. Er öffnete seine Augen und wieder erschien das Flackern. Es war, als würde ein dunkler Schatten über seine Augen scheinen und das Flackern verursachen.
Ich fragte erneut: "Dad, was ist mit dir?". Er schloss wieder seine Augen und schluckte schwer. "Es-", er brach ab und atmete schwer. Plötzlich schrie er auf und verkrampfte seine Hand an der Wand. "Dad!", kreischte ich nun und war sichtlich besorgt.
Ich hörte Schritte und im nächsten Moment erschien Anelia von oben. Sie erblickte Jack und lief schnell zu ihm. Sie stützte ihn und redete auf ihn ein. Sie fragte dasselbe wie ich und auch ihr antwortete er nicht. Er atmete immer noch sehr schwer und kniff die Augen zu.
Anelia nahm seine Arme und ging einen Schritt zurück. "Mila, hilf mir ihn ins Wohnzimmer auf das Sofa zu bringen", sagte sie, während sie ihn weiterhin stützte und versucht ins Zimmer zu befördern. Ich ging schnell zu ihnen und half Anelia ihn ins Wohnzimmer zu bringen.
Als er endlich auf dem Sofa lag, entspannte sich sein Gesichtsausdruck etwas, aber seine Atmung ging noch immer schwer. Ihm liefen Schweißperlen über die Stirn. Was immer mit ihm los war, es kostete ihm viel Kraft.
"Jack, Liebling, was ist geschehen?", fragte meine Mutter sanft und strich über die Wange meines Vaters. Mein Vater seufzte und öffnete den Mund. Er schloss ihn wieder und seine Atmung nahm langsam die normale Geschwindigkeit an. Dafür schwitzte er mehr und wurde blass.
"Ich- habe das Tagebuch gelesen", brachte er füsternd heraus. "Marie... aufgetaucht, mit einer Spritze. Sie... in den Arm." Manche Worte brachte er so leise heraus, dass ich es nicht verstand, aber ich wusste was er uns hatte sagen wollen. Anscheinend hat Marie hierher geschlichen und meinen Vater angegriffen. Mit einer Spritze...
Ich griff nach dem Arm meines Vaters. Nichts außergewöhnliches war zu erkennen. Ich nahm seinen anderen Arm, seinen rechten, und erkannte sofort die Stelle, die betroffen war.
Auf seinem Unterarm war ein eigentlich kleiner roter Punkt, aber um den Punkt war seine Haut ungewöhnlich blass, gräulich. "Mom", meinte ich nur und zeigte meiner Mutter die Stelle, die ich gefunden hatte. Sie betrachtete die Verletzung und sah immer wieder in das Gesicht meines Vaters, der mittlerweile wieder einigermaßen normal atmete.
"Wir hatten so einen Fall noch nie gehabt. Ich weiß nicht genau, was Marie ihm angetan hat, aber ich denke, dass sie ihm ein spezielles Gift gespritzt hat. Wir müssen wissen welches, um ein Gegenmittel zu finden", erklärte sie mir nach einer Weile. Ich nickte und fragte: "Und was passiert mit ihm, wenn wir es nicht schaffen ein Gegenmittel zu bekommen?"
"Ich weiß es nicht... Wie gesagt so einen Fall hatten wir bisher noch nicht. Diese Symptome; anfängliche schwere Atmung und Schweißausbrüche, dass könnte zwar jede Krankheit sein, aber die Folge der Symptome ist merkwürdig. Seine Atmung ist jetzt wieder normal und der Schweiß kam auch erst später", antwortete sie und untersuchte weiterhin seinen Arm. "Da wäre noch das komische Flackern bei seinen Augen", murmelte ich leise. Sofort blickte Anelia auf, sie hatte mich anscheinend gehört. "Was sagtest du?", fragte sie trotzdem und ihr Blick schien mich zu durchbohren.
"Na ja, ich hatte so ein Flackern in seinen Augen gesehen. So als würde ein Schatten über seine Augen fallen und das so schnell, als würde es flackern", versuchte ich es ihr so gut wie möglich zu schildern. Sie schien zu überlegen und sog plötzlich scharf die Luft ein: "Das kann nicht möglich sein..."
Ich runzelte die Stirn: "Was kann nicht möglich sein?" Ihre Reaktion machte mir irgendwie Angst. Es schien so, als wüsste sie nun was mit ihm los war, nur dass es etwas sehr Schlimmes war.
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Emerald wolve
WerewolfWährend eines starken Sturmes wurde die 16 Jährige Mila Kingston fast von einem Baum erschlagen. Dank einer unbekannten Person wurde sie gerettet. Wer diese Person war und welch ein Schicksal Mila bevorstand, erfuhr sie noch früh genug.
