Kapitel 21~Komm mit mir

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„Hast du mich vermisst?", hauchte er, ohne seine Schnauze zu öffnen.


Es schien, als hätte ich es mir eingebildet. Ich rührte mich nicht von der Stelle.


„Antworte mir!", befahl mir wieder eine tiefe Stimme in meinem Kopf.


Ich hatte es mir nicht eingebildet. Er hatte wirklich mit mir gesprochen. Nur über die Gedanken. Er kann über Gedanken mit mir kommunizieren. Ich traute mich nicht, zu antworten, da ich das Gefühl hatte, egal was ich sagte, es würde Wut in ihm auslösen.


Als ich immer noch nicht geantwortet hatte, kam er noch ein Stück auf mich zu, seine Augen hingen immer noch in meinen.


„Du bist so wunderschön", ertönte plötzlich in meinen Gedanken.


„Nein, bin ich nicht", antwortete mein Kopf, ohne dass ich es wollte.


„Wieso denkst du das? Du bist schön. Wieso verwandelst du dich nicht? Ich möchte sehen, ob du als Mensch noch schöner bist."


Komischerweise hörte ich auf ihn und wollte mich verwandeln. In diesem Moment änderte sich etwas in mir drinnen. Ich hatte keine Angst mehr vor Drake. Plötzlich gab es eine Art Anziehungskraft zwischen uns. Ich fühlte mich zu ihm hingezogen. Dabei wollte ich das erst gar nicht, aber dann kam er mir immer sympathischer vor.


Ich lies Kyle völlig links liegen und achtete nur noch auf Drake.


„Wie kann ich mich zurück verwandeln? Ich weiß nicht, wie das geht. Ich besitze noch nicht so viel Kontrolle über meinen Wolf."


„Lass mich dir helfen", flüsterte er in meinen Gedanken, als hätte er Angst, jemand könnte ihn gehört haben.


Ich nickte mit meiner Schnauze und trat einen Schritt weiter auf ihn zu.

„Was muss ich tun?", fragte ich ihn in Gedanken.


„Schließe deine Augen", befahl er mir und ich gehorchte ihm.


Ich spürte etwas an meiner Nase. Etwas kaltes. Durch einen kleinen Spalt konnte ich erkennen, dass er seine Nase an meine gelegt hatte.


Innerlich musste ich leicht lächeln.


Dieses Lächeln wurde jedoch kurzerhand von einem lauten Jaulen verscheucht. Sofort schlug ich vor Schreck meine Augen auf. Ich war wieder ein Mensch.


Ich blickte in die Richtung, aus der der Schrei gekommen war.


Kyle. Er stand dort neben mir und hatte seine Schnauze in den Himmel gestreckt.


Ich warf meinen Blick zurück zu Drake, der sich auch zurück verwandelt hatte. Er zog eine Augenbraue hoch.


„Das ist nicht dein Ernst, Kyle!", lachte er. „Musst du gleich dein Rudel her pfeifen, wenn ich auftauche?"

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