Ich versuche so vorsichtig wie möglich aufzustehen, ohne Liara wieder zu wecken. Doch es klappt nicht und sobald ich mich auch nur einen Zentimeter bewegt habe. Sie hebt ihren Kopf verschlafen auf und sieht mich mit müden Augen an. "Wir sollten Javier suchen", sage ich leise. Sie nicht schwach und setzt sich dann auf. Ich stehe auf und trinke etwas Wasser. Dann gehen wir gemeinsam aus dem Zimmer in Richtung Halle. Die Fremen sind alle am Tun und Liara und ich sehen uns nach Javier um.
Dieser steht in der Mitte der Halle und redet mit Jamis. Perfekt. Wir gehen auf ihn zu und als er uns erblickt, nickt er. "Können wir reden?", frage ich ihn. Erneut nickt er, sieht sich dann zu Jamis um und dann führt er uns nach draußen. Wir laufen aus der Halle hinaus und laufen durch einige Gänge.
Wir begeben uns in einen Raum mit mehreren Sesseln und die beiden setzen sich hin. "Nehmt platz", bietet er uns an und Liara und ich gehorchen ihm.
"Wir müssen endlich wissen, was ihr über uns wisst", drängt Liara ungeduldig und Javier sieht sie an. "Wir Fremen, wir haben seit tausenden Jahren eine Legende.", fängt er an. Liara und ich hören ihm gebannt zu. "Die hat sich mit eurer Anwesenheit bewahrheitet", fügt Jamis hinzu.
Javier atmet tief aus und blickt uns ebenfalls an. "In der wird gesagt, dass Messias zu uns kommen wird, uns helfen wird, der Unterdrückung loszukommen.", er sieht zu mir. "Dass er unsere Lebensweise kennen wird, als hätte er sie erschaffen."
Ich fühle mich etwas unwohl. Dann sieht er wieder zu Liara. "Und dass uns Gallini heilen und retten wird.", Liara sitzt angespannt mit steifem Rücken auf dem Stuhl. Sie fühlt sich bedrängt. "Und dass uns Gallini an Orte auf Arrakis führen wird, an denen wir frei sein werden."
Die Höhle. Javier redet vorsichtig. Er uns Jamis achten genau auf Liaras und meine Reaktionen. Doch wir geben ihm gar keine.
Ich spüre, dass das genau die Angst von Liara war. Dass sie benutzt werden würde wie ein Tier, um andere Menschen zu heilen.
"Und wir werden euch helfen, diese Fähigkeiten auszuschöpfen, damit sie wahr werden.", sagt Jamis. "Ihr könnt noch nicht all eure Fähigkeiten so nutzen, wie ihr solltet. Aber dafür sind wir da, um sie mit euch zu trainieren.", Javier sieht uns emotionslos an. "Das Training wird hart für euch werden, aber es wird sich lohnen. Für euch. Für uns. Für Arrakis."
"Das ist genau das, was ich befürchtet habe", flüstert Liara. Wir beide liegen in meinem Bett. "Wir wissen nicht, wie weit die Fremen gehen werden, um von uns das zu bekommen was sie wollen", sagt sie. "Aber eins steht fest. Sie werden alles versuchen uns am Leben zu erhalten", erwidere ich. Liara sieht mich ernst an. "Und genau das ist das Problem.", meint sie und setzt sich etwas auf. "Sie werden so weit gehen und uns so benutzen wie sie wollen, aber uns niemals davon befreien. Sie würden uns niemals töten. Aber was ist, wenn der Tod unsere einzige Befreiung von ihnen irgendwann wäre, Paul? Was ist wenn wir gefoltert werden, damit sie das bekommen, was sie wollen?"
Ich sehe sie mit runzliger Stirn an. Liara sieht bedrückt auf die Matratze die wir uns teilen. "Zerrt es an dir, wenn du deine Kräfte nutzt?", frage ich sie vorsichtig nach. So wie sie redet und wie sie sich verhält, muss das der Grund sein. Liara nickt beinahe unscheinbar. Ich hebe ihr Kinn an, damit sie mich ansieht. Ihre glasigen Augen reflektieren die Kerzen.
„Es tut unglaublich weh."
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Dunes chosen
FanfictionDas Mädchen, welches Paul in seinen Träumen verfolgt, hilft ihm den Wüstenplanet und seine Bevölkerung zu retten. Doch es verbindet sie mehr als nur höhere Mächte.
