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Es klopft leise an meiner Tür. Ich binde mir die Schuhe des Destillanzuges und öffne sie dann. Liara steht davor und sieht mich verzweifelt an. Sie hat ihren Destillanzug zur Hälfte erst an. „Ich brauche deine Hilfe", fleht sie und ich gehe einen Schritt zur Seite, damit sie in mein Zimmer gehen kann. Das tut sie auch und als sie an mir vorbei geht, weht mir schon wieder ihr Duft in die Nase. Ich habe noch nie so etwas tolles gerochen.

Sie stellt sich in die Mitte vom Raum und bleibt einfach stehen. Ich gehe auf sie zu und fange an all ihre Gurte richtig zu binden. „Woher weißt du wie das geht?", fragt sie nach einer Weile des Schweigens. Das aller selbe hat mich Dr. Liet-Kynes auch gefragt. „Das war für mich logisch", sage ich und beende die Schnürung ihrer Schuhe um nun an ihrer Taille weiter zu machen.
„Du bist schon ein halber Fremen", scherzt sie und ich grinse. „Du vielleicht bald auch", erwidere ich. Ich ziehe an den Gurten etwas zu stark, was sie näher zu mir bringt. Liara seufzt tragisch „Ich denke ich bin noch nicht so weit".

Ich halte in meiner Bewegung inne und sehe sie an. „Wieso denkst du das?", frage ich sie. Sie atmet einmal tief aus und räuspert sich dann. „Ich sehe dich. Und was du kannst und was du weißt. Und deshalb weiß ich, dass ich noch nicht so weit bin", ihre Augen wandern mein Gesicht ab. „Das einzige was ich besser kann als du, ist die Stimme".

„Aber vielleicht geht es nicht darum wer besser ist. Vielleicht geht es darum, dass wir uns beide ergänzen", sage ich und meine es auch so. „Versteh mich nicht falsch, Paul. Ich habe keinen Konkurrenzkampf. Ich habe Angst, die Prüfung nicht zu bestehen, weil ich sehe wie gut du in allem bist", ihre Augen strahlen Sorge aus und ich presse meine Lippen zusammen. Ich fühle mich Augenblick ungut, seitdem sie mir ihre Sorgen ausgedrückt hat. Ich lege also meine Hand auf ihre Schulter und sehe ihr tief in die Augen. „Du verfolgst mich seit Ewigkeiten in meinen Träumen. Ich denke, dass das ein klares Zeichen dafür ist, dass du die Prüfung bestehen wirst", ich lächle sie ein wenig an. Anscheinend haben ihr meine Worte Mut gemacht denn sie lächelt mich ebenfalls an und legt ihren Kopf schief.

Ich mache mit dem Schnüren weiter und stelle mich hinter sie damit ich am Rücken alles befestigen kann. Dafür muss ich ihre langen, blonden Locken zur Seite legen. Sie bewegt sich keinen Mucks. Ihre Haare fühlen sich weich an und riechen gut.

Ich binde auch dort alles fest und gehe dann wieder um sie rum um die letzten Schnüre an ihren Schultern zu binden. „So. Fertig.", sage ich und sehe sie an. Ihre Augen durchbohren meine.
„Gehen wir?"

„Gehen wir."

„Sitzen eure Anzüge?", vergewissert sich mein Vater nochmal bevor wir ins Hovercraft steigen

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„Sitzen eure Anzüge?", vergewissert sich mein Vater nochmal bevor wir ins Hovercraft steigen. Liara und ich bejahen gleichzeitig und setzen uns dann auf die Plätze. Liara hat ihre Haare zusammengeflochten bevor wir draußen waren. „Ich wusste gar nicht dass es auch so kleine Anzüge gibt", scherzt Duncan und spricht damit Liara an. Sie lacht und sieht auf sich herunter. Sie ist echt klein. Im Vergleich zu uns. „Klein zu sein hat auch seine Vorteile", entgegnet sie und Duncan stupst mich vor lachen an. „Ach ja? Die wären?", fragt er und sie verschränkt ihre Arme gespielt beleidigt. „Es tut nicht so weh wenn man hinfällt".
Da sie recht hat stimmt ihr Duncan zu und die lustige Stimmung erklingt allmählich.
Dann heben wir ab und ich merke wie sich Liara an ihrem Sitz festkrallt. Ich sehe zu ihr. „Ich dachte du bist schon mal geflogen?"
Sie nickt verunsichert. „Bin ich auch. Aber des war kein Flug über eine endlose Wüste mit meterlangen Würmern". Sie legt ihre Stirn in Falten und irgendwie tut es mir leid, dass sie sich so Sorgen macht.
Das Hovercraft ist so laut dass wir uns fast anschreien müssen und uns trotzdem fast nicht verstehen. Es ist schon etwas älter.

„Hab keine Angst", sage ich. „Mein Vater ist ein guter Pilot.", sie nickt beunruhigt und schließt die Augen. Dann mache ich das einzige was mir in den Sinn kommt, um ihr irgendwie helfen zu können.
Ich greife ihre Hand und halte sie fest. Sie öffnet ihre Augen und sieht mich an. Als sie meinen sicheren Blick sieht lächelt sie mich dankbar an und drückt meine Hand so fest, wie sie wahrscheinlich kann.

„Da ist ein Wurm!", ruft Duncan und wir stehen alle auf und lehnen uns alle - auch Liara - vor um aus dem Fester den Wurm sehen zu können

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„Da ist ein Wurm!", ruft Duncan und wir stehen alle auf und lehnen uns alle - auch Liara - vor um aus dem Fester den Wurm sehen zu können. Mein Vater bleibt an Ort und stelle fliegen und wir erkennen den aufwirbelnden Sand den der Wurm verursacht.
Liaras Mund ist weit vor stauen geöffnet. „Wonach sucht er?", fragt sie.
„Er wurde wahrscheinlich durch rhythmische Bewegungen angelockt", antwortet ihr mein Vater und sie stellt sich auf ihre Zehenspitzen damit sie noch mehr sieht. Ihr bestaunter und neugieriger Gesichtsausdruck ist das süßeste was ich je gesehen habe.

Konzentriere dich, Paul.

Liara hält sich an meiner Schulter fest um nicht ihr Gleichgewicht zu verlieren und als der Wurm genau unter uns zu sehen ist, freut sie sich so sehr, dass sie fast herumspringt.

Mein Vater, Duncan, ich und der Rest der mitgeflogen ist lachen aber das bringt Liara nicht aus ihrer Fassung. Sie ist tatsächlich begeistert von so etwas gefährlichem.
„Deine Begeisterung macht mir ein ewig Angst, Kind", spricht Gurney Halleck zu ihr doch sie bekommt das gar nicht mit. Sie starrt nur auf den Wurm.
„Einfach Wahnsinn", haucht sie, was nur ich verstehen kann, weil sie so nah bei mir steht. Ihre Augen leuchten.

Als der Wurm weg ist setzen wir uns alle wieder hin und schnallen uns an. „Denk bloß nicht, diese Würmer sind Freunde", tadelt Gurney Liara und sie sieht ihn an. „Werde ich nicht.", verspricht sie aber ihr Grinsen kann sie nicht mehr unterdrücken.
Fast automatisch greift sie wieder nach meiner Hand und wir fliegen wieder weiter.

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