Das Mädchen, welches Paul in seinen Träumen verfolgt, hilft ihm den Wüstenplanet und seine Bevölkerung zu retten. Doch es verbindet sie mehr als nur höhere Mächte.
„Wir müssen hier weg", sagt Duncan hektisch. „Wir fliegen zu Dr. Kynes , die hat Destillanzüge für euch", Duncan hält uns am Rücken und wir laufen alle zum Hovercraft. „Wie hast du gegen die Harkonnen überlebt?", frage ich ihn. Wir setzen uns in die Sitze und schnallen uns alle an.
„Warte, Liara. Der Anschnaller ist defekt. Setz dich lieber nach vorne", sagt Duncan zu ihr. Dann dreht er sich wieder zu mir. „Die Harkonnen sind im Vergleich zu uns eigentlich miserable Kämpfer. Die Sardaukar Kämpfer waren das größere Problem." Liara sieht Duncan erst verwirrt an, dann versteht sie. Sie kommt zwischen die Stühle auf denen Duncan und ich sitzen und sieht mich dann mit einem kleinen Lächeln an. Ich schnalle mich wieder ab und dann setzt sich Liara auf meinen Schoß.
Ich schlucke einmal angespannt herunter und gebe Liara dann den Gurt, damit sie uns beide anschnallt. Gleichzeitig startet Duncan das Hovercraft und wir fliegen sofort los, noch weiter weg von der Stadt. Die ganze Wüste ist mehr oder weniger leer. Man kann kein Gebirge, keine Felsen, kein Leben erkennen. Da mir Liara grade so nah wie noch nie ist und meine Nase direkt in ihrer Halsbeuge liegt, kann ich immer noch ihren blumigen Duft riechen. Ich hoffe sie hört niemals auf so gut zu duften. Ich bin nach dem Geruch süchtig. Ich habe meine Unterarme auf den Lehnen abgestützt und Liara hält sich am Armaturenbrett fest.
„Gibt es außer dir noch Überlebende?", traut sich Liara zu fragen und Duncan geht ihrem Blick aus dem Weg. Sie sitzt versteift. „Nicht dass ich wüsste", antwortet er nur und Liara nickt verständlich. Dann dreht sie ihren Kopf zu mir. „Tut mir leid", formt sie mit ihren vollen Lippen. Mein Vater ist tot. Das ist Fakt. Was ist mit meiner Mutter? Was ist mit Harah? Wenn die beide gemeinsame Sachen mit den Gesserit Schwestern gemacht haben, wussten sie bestimmt davon und konnten überleben. Aber würde meine Mutter meinen Vater opfern?
„Deine Mutter nicht aber eine Bene Gesserit schon", beantwortet mir Liara meine Gedanken. Ich sehe sie an. „Das ist der Unterschied", sagt sie. „Ich habe auch das Gefühl, dass unsere Mütter noch leben", sie sieht wieder nach vorne. Duncan sieht sie verwirrt an. „Wieso?" Liaras Blick ist eiskalt. Ihre langen Wimpern reichen bis zu ihren Augenbrauen hoch. „Ich spüre es."
Von weitem kann man ein großes Gebäude erkennen. Es ist wie das damalige Pentagon geformt. In der Mitte ist es frei. „Dahin müssen wir", bereitet uns Duncan vor und fliegt noch schneller.
Noch bevor wir überhaupt landen kommt Dr. Kynes schon aus dem Gebäude gelaufen. „Der Imperator ist an allem Schuld! Wusstet Ihr das?", brüllt Duncan, weil die ausklingenden Propella so laut sind. Dr. Kynes sieht schuldbewusst zu Liara zu mir. „Ich habe die Anordnung nichts zu sagen", antwortet sie Duncan. „Das sind fast noch Kinder! Und sie haben niemanden mehr!", er ist total aufgelöst und wütend.
Wir kommen bei ihr an und stehen vor ihr. Jetzt sieht sie Duncan fest in die Augen. „Sie haben sich. Und das ist das einzige was sie brauchen um hier draußen überleben zu können.", dann sieht sie wieder zu uns und lächelt ganz sanft. „Es tut mir unglaublich leid, vor allem für deinen Vater, Paul. Aber ihr beide werdet gemeinsam gut zurecht kommen. Das fühle ich".
„Ich dachte ihr seid keine Fremen", wiederhole ich ihre Worte von damals. Sie lächelt wieder ein wenig. „Doch. Bin ich", dann dreht sie sich um und wir folgen ihr ins Gebäude. Dort sind andere Fremen und sehen uns mit erwartungsvollen Blicken an. „Bringt ihnen bitte Wasser. Und passende Destillanzüge", befehlt Kynes den Fremen und sie gehen los.
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Wir laufen durch schmale und weniger schmale Gänge. Von Raum zu Raum, gefühlt ewig lang. Die Wände sind wie in jedem Gebäude auf Arrakis in hellgrau und beige und aus Stein. Wir kommen in einem Raum an, wo Pflanzen gezüchtet werden.
Kurz danach kommen die Fremen von vorhin und geben uns zwei Rucksäcke. „In dem Rucksack habt ihr alles was ihr braucht. Ihr müsst nur wieder sofort gehen und die Fremen in ihren Sietches finden. Nur da seid ihr sicher." Ich sehe zu Duncan. „Kommst du nicht mit?" Er lächelt mich etwas an. „Ich werde nach kommen. Ich warte hier auf die nächsten Sardaukar und töte sie. Ich werde euch finden".
Da ich weiß, dass man Duncan sowieso nicht umstimmen kann und dafür auch keine Zeit ist, drücke ich ihn nochmal zum Abschied und dann folgen Liara und ich Kynes durch geheime Gänge nach draußen. „Du bist mit den Weisen der Fremen bekannt?", fragt mich Kynes und ich nicke ihr zu. „Gut. Fliegt nach Süden, dort ist ein Sandsturm. Falls draußen schon Sardaukar oder Harkonnen sein sollten, werdet ihr sie nur dort los. Fliegt oberhalb von 5000 Metern. Da wird euch nichts passieren. Klapp die Flügel im Sturm ein, sonst reißen sie ab", wir laufen im schnellen Schritt. Liara dicht hinter mir und ich hinter Kynes. Wir kommen am Ende des Gangs an und vor uns ist ein Hovercraft.
„Warum kommen Sie nicht mit?", frage ich als sie stehen bleibt. Sie lächelt wieder ein wenig. Ihre olivfarbene Haut glänzt. „Es gibt nur zwei Plätze. Und ich kenne mich in der Wüste aus", sie legt ihre Hand auf meine und Liaras Schulter. „Passt auf euch auf, ihr beide seid unsere letzte Hoffnung." Und mit diesem Satz fliegt ein Sardaukar Flugzeug über uns drüber und Liara und ich sprinten zum Hovercraft los.