Mit Bluthochdruck schrecke ich auf.
Ich sehe mich hektisch im Raum um. Liara.
Sie liegt gegenüber von mir im Raum, wie ich auf einer schmalen Liege.
Ich stehe vorsichtig auf und laufe langsam auf sie zu, knie mich neben ihren Kopf hin. Ich rüttle sie vorsichtig an der Schulter wach.
Sie reißt die Augen auf und starrt mich mit ihren großen, schönen Augen an.
Sofort schlingt sie ihre Arme um meinen Hals und wir beide umarmen uns fest. „Alles ist gut", flüstere ich ihr zu und streiche über ihren Hinterkopf.
Sie entfernt sich von mir und legt ihre Hände auf meine Wangen. „Haben wir bestanden?", fragt sie und atmet etwas panisch.
„Ich denke schon", sage ich und meine es auch so. Immerhin wären wir doch sonst längst tot, oder?
Außerdem würde es das Verhalten am Ende der Fremen nicht rechtfertigen.
„Geht's dir gut?", fragt sie mich und streichelt mir über mein Gesicht, inspiriert es. Ich muss sanft lächeln, weil ich es so süß finde, wie sie sich sorgt.
„Mir gehts gut", versichere ich ihr und erleichtert drückt sie mich nochmal an sich. „Ich hab mir so Sorgen gemacht, als du deine Prüfung hattest, Paul", sagt sie und ich sehe sie an. Sie ist so schön. Trotz all der Wunden und Narben, die ihr Gesicht schmücken.
„Du kannst nicht glauben wie die Fremen ausgeflippt sind, als du die Stimme benutzt hast", meint sie und setzt sich aufrichtig hin. „Sie haben die ganze Zeit Messias gebrüllt.", fügt sie noch hinzu. Verwirrt sehe ich sie an. Ich kann mich an nichts davon erinnern. Nichts davon habe ich mitbekommen.
Das kleine Zimmer indem wir uns befinden, ist ohne Fenster. Die Wände sandig und dreckig. Nur die zwei kleinen Betten sind darin. Die Tür hat eine kleine Öffnung im oberen Drittel. Bisschen wie eine Gefängniszellentür.
Die Türe geht auf und Jamis steht im Türrahmen.
„Kommt mit", sagt er ruhig. Ich helfe Liara hoch und wir beide folgen ihm durch die breiten Gänge.
Dann öffnet Jamis eine Tür und führt uns in den nächsten Raum. Dieser hat kleine Kabinen und einen Abfluss mitten im Raum.
„Hier könnt ihr euch duschen", sagt er. „Neue Destillanzüge liegen ebenfalls bereit.
Dann verlässt er den Raum und wir sind alleine.
„Gott sei dank", freut sich Liara und geht auf die Kabine links vom Raum zu. Ich gehe zur rechten, entkleide mich und dusche mich gründlich ab. So ein gutes Gefühl nach Tagen der Hitze mal wieder Wasser zu spüren.
Ich nehme das Handtuch, was neben mir liegt und wickle es mir um. Dann hebe ich den Destillanzug hoch und bemerke, dass er viel zu klein ist.
„Äm, Liara, kann es sein, dass du vielleicht meinen Anzug hast?", frage ich durch den Raum. „Uh ja", sagt sie.
Dann höre ich ihre quietschende Holzkabinentür aufgehen und ich gehe ebenfalls aus meiner heraus. Liara watschelt mit ihrem Handtuch um ihren Körper gewickelt, nassen Haaren und nackten Beinen zu mir und hält den für sie viel zu großen Destillanzug in der Hand. Wir treffen uns in der Mitte des Raumes.
Das Wasser, hat alle Sandreste von ihrem Gesicht abgewaschen und endlich sieht sie wieder sauber aus. Ihre Haut ist abgesehen von den Wunden so unglaublich rein und schön. Ihrer brauner Teint und ihre Sommersprossen sind wie schminke.
„Hab ganz vergessen wie du ohne Sand im Gesicht aussiehst", grinst sie mich an und ich lache leicht. „Ich auch", wir tauschen unsere Anzüge und mein Blick fällt auf ihr nacktes Dekolleté und ihr Schlüsselbein. „Du hast da was", sage ich leise und zupfe ihr ein Fussel vom Nacken.
Ihre weiche Haut fühlt sich gut unter meinen Fingerkuppen an. Liara lächelt mich leicht an und ich fange ihren Blick.
„Du siehst schön aus", platzt es fast aus mir heraus, was Liara ein noch breiteres Lächeln auf die Lippen zaubert. Ihre Augen funkeln und ihre Wangen werden rot. „Danke", haucht sie zurück. Dann dreht sie sich um und läuft zurück in die Kabine um sich anziehen zu können. Ich verweile noch einige Sekunden, bis ich das selbe tue.
Liara kommt angezogen und mit blonden Wellen zurück aus der Kabine. Ihre Haltung ist aufrecht und ihr Blick selbstbewusst.
„Fertig?", fragt sie mich und ich nicke.
Wir beide gehen aus dem Duschraum raus und dort wartet auch schon Jamis auf uns.
Er nickt uns zu, um uns zu signalisieren, dass wir ihm folgen sollen. Wir laufen zurück in die große Halle von gestern, wo alle Fremen mit gesenktem Kopf auf dem Boden knien. Liara und ich sehen uns verwirrt an.
Javier steht diesmal mitten im Kreis. Jamis stellt sich hinter ihn.
„Gün gəldi ki, xilas insan oldu. Məsih və Qallini onların iştirakı ilə bizə xeyir-dua verdilər"
(Der Tag ist gekommen, wo die Rettung menschlich geworden ist. Messias und Gallini haben uns mit ihrer Anwesenheit gesegnet), spricht er ruhig und alle sagen „Amen", auf fremisch. Javier winkt uns zu sich und Liara und ich tuen was er sagt.
„Es tut mir leid, dass wir euch angegriffen haben. Ich bitte um Entschuldigung.", sagt er und Ehrlichkeit spricht aus seinen Augen. Liara und ich nehmen seine Entschuldigung selbstverständlich an.
„Liebes Volk", sagt er wieder und spricht zu den Fremen. „Unsere Aufgabe ist es, Gallini und Messias zu unterstützen, damit sie ihrer Bestimmung uns zu retten, wahr werden kann. Eher sie und helft ihnen. Wo es geht. So lange ihr lebt."
Die Menge jubelt. Doch das gefällt Liara und mir ganz und gar nicht.
Liara stellt sich vor Javier. „Wir möchten nicht wie Götter behandelt werden. Und wir möchten bei unserem richtigen Namen genannt werden", versucht sie ihm klar zu machen doch er hört nicht auf sie.
Deshalb stellt sie sich weiter von uns weg und ruft ganz laut. „Biz hələ də sizin kimi insanıq. Mənim adım Liara, bu da Paul. Zəhmət olmasa ayağa qalxın və bizə qoşulmayın. Biz bunu heç vaxt istəməzdik", man kann ihre schöne, klare Stimme durch den Saal hören. (Wir sind trotzdem Menschen so wie ihr. Mein Name ist Liara und das ist Paul. Bitte steht auf und stellt euch nicht unter uns. Das würden wir nie wollen.)
Die Fremen stehen unser aber langsam alle auf. Dann dreht sich Liara wieder zu uns. Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass Javier und Jamis während Liaras Rede, böse Blicke drauf hatten.
Doch jetzt lächeln sie sie an.
DU LIEST GERADE
Dunes chosen
Fiksi PenggemarDas Mädchen, welches Paul in seinen Träumen verfolgt, hilft ihm den Wüstenplanet und seine Bevölkerung zu retten. Doch es verbindet sie mehr als nur höhere Mächte.
