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Pauls point of view

Als diese Worte aus Javiers Mund kommen, bebt die ganze Erde und Sand regnet von der Decke.
Augenblicklich brüllt der ganze Sietch. Die Tür wird von den anderen Fremen die vorhin im Zimmer waren wieder aufgerissen und sie stürmen hinein. „Sie sind da", brüllt Javier und die anderen Fremen stürzen sich auf Liara und entreißen sie mir.

„PAUL", brüllt Liara und keine Millisekunde später möchte ich mich zu ihr stürzen, doch Javier und Jamis halten mich beide zurück. Liara strampelt und versucht dich aus den Armen der anderen zu winden, genauso wie ich, doch wir beide schaffen es nicht. „LIARA!"

„PAUL, BITTE HILF MIR BITTE HILF MIR"

„LIARA!"

Dann, wird mir schwarz vor den Augen und ich bekomme gar nichts mehr mit.




Ich wache auf. Ich höre meinen Herzschlag.
Liara.
Ich setze mich augenblicklich auf und sehe mich um, wo ich bin.

Ich bin nicht von sandigen Steinmauer umgeben. Ich liege nicht auf einer alten Pritsche und ich rieche kein Spice.

Ich bin nicht mehr auf Arrakis.

Ich bin auf Corrin. Dem Planeten des Imperators. Ohne Liara.

„Ihr seid wach", augenblicklich drehe ich meinen Kopf zu der alten, verkratzten, männlichen Stimme von der sie gekommen ist. Links von mir steht der Imperator im Türrahmen.
Seine weißen Haare sind glatt nach hinten gekämmt. Seine Haut ist sehr hell und faltig. Durch die Sonne von Arrakis müsste ich ungefähr eine sieben Stufen dunklere Haut haben als er.
„Wo ist Liara", Presse ich hervor. Normalerweise hätte ich unglaublichen Respekt vor ihm. Doch meine einzige Sorge und meine einzigen Gedanken gelten ihr.

„Sie ist auf Arrakis, Paul. Wo sonst?", antwortet er mir ruhig und setzt sich neben mich auf einen Sessel. Ich sitze aufrecht auf der Pritsche. Die Handflächen auf dem glatten Leder. Bereit, jeden Moment auf zustehen.
Corrin ist ungefähr eine Stunde mit dem Raumschiff von Arrakis entfernt.
Ich muss hier abhauen und Liara holen. Mit ihr nach Caladan. Das was hier passiert, geschieht alles gegen unseren Willen.

„Und du bist endlich hier.", der Imperator fährt sich über seine Handknöchel. Er hat eine ruhige Ausstrahlung und er versucht mich ein wenig anzulächeln. Wäre ich hier freiwillig, würde ich ihn wahrscheinlich sympathisch finden. Aber ich traue ihm nicht. Kein Stück.


Liaras point of view

Mir ist unglaublich heiß.
Die Fremen haben mich draußen gefesselt. Gleich wird die Sonne ganz hoch am Himmel stehen. Ich habe zwar einen Destillanzug an aber trotzdem ist es lebensgefährlich für Fremen sich unmittelbar in der Sonne und deren Hitze aufzuhalten. Und ich bin nicht mal eine Fremin.

Sie wollen sehen wie belastbar ich bin. Sie wollen sehen, ob ich in der Lage bin zu überleben auch wenn mich psychisch am Ende bin.
Sie haben mich mit Spice geduscht. Ich war die ersten 7 Stunden auf einem grauenvollen Trip.

Mir geht es so schlecht, dass ich nicht mal mehr an Paul denken kann. Natürlich mache ich mir Sorgen was mit ihm gemacht wird. Aber ich schwebe so sehr vor dem Tod, dass ich kaum noch denken oder fühlen kann.

Ich weiß, dass ich nicht sterben werde. Die Fremen beten mich an. Sie wollen, dass ich ihre Anführerin werde. Aber jetzt gerade, möchte ich einfach nur sterben. Das Spice was noch in mir ist, hindert mich daran meine Fähigkeiten nutzen zu können.

Aber wo ist Paul? Ist er beim Imperator? Ist er schon verheiratet mit dessen Tochter?
Meine Visionen werden bewahrheitet. Ich wusste es. Ich hab es die ganze Zeit gefühlt.
Traurigkeit macht sich in mir breit. Direkt neben dem stechenden Schmerz an meinem Kopf.

Hoffentlich lebt Paul. Das ist das einzige was ich will.

Meine Lippen sind so aufgerissen, dass das Blut in meinen Mund läuft. Doch bevor es noch meinen Speichel berührt, verdampft es schon.
Ich schließe meine Augen und konzentriere mich völlig auf Paul.

„Paul", spreche ich ihn gedanklich an. „Paul".
Doch dann kippe ich vor Müdigkeit weg.

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