Vincent
"Vincent", nörgelt Rick und wirft sich dramatisch auf mein Bett. Ich rolle genervt die Augen, da ich gerade wirklich wichtigeres zutun habe, als meinen kleinen Bruder zu unterhalten, weil Jackson mal unterwegs ist. Vor allem wegen dem Event, was ich in ein paar Tagen planen soll. Also bis jetzt macht es Spaß. Ich habe auch schon einige Sachen auf meiner Liste abgehakt, sowie die Musik zum Beispiel. Aber das war schon von Anfang an klar und beschweren werde ich mich deswegen ganz sicher nicht.
Fürs Essen habe ich auch schon gesorgt, weil es generell eine große Priorität für mich ist, denn davon hängt ab, ob ich eine Veranstaltung ertragbar finde oder doch eher zum kotzen. In Moment arbeite ich an der Gästeliste, eine Sache, wo ich nicht gedacht hätte, dass ich an ihr verzweifeln würde. Aber ich tue es.
"Vincent", wiederholt mein Bruder und ich spüre wie sich sein Kopf auf meine Schulter legt und seine Haarspitzen mein Kinn kitzeln. "Was willst du?", brumme ich und zucke mit den Schultern, um das zusätzliche Gewicht von Rick loszuwerden. Er seufzt, hebt aber sein Kopf an. Dann spüre ich sein Blick auf mir. Er mustert mich mit einem interessierten Blick bis sich ein ungläubiger Laut aus seiner Kehle entfesselt.
"Ferox und du, ihr habt ge-", fängt er an, aber ich unterbreche ihn, bevor er zu ausfällig wird. Zwar sind Ferox und ich gestern nicht wirklich besser gewesen, aber das ist etwas anderes. "Miteinander geschlafen, ja, wieso?", versuche ich lässig zu klingen, auch wenn das Glücksgefühl in mir noch immer hohe Wellen schlägt. Ich kann verdammt nochmal fühlen wie Rick die Augen verdreht. Irgendwann bleiben die wirklich mal stehen. "Weil dein Hals aussieht, als hätte dich jemand gefoltert", meint er trocken. „Und wie ist es mit einem DJ zu schlafen?"
Ich schmunzle und fahre über die pochenden Stellen rund um meinem Schlüsselbein. Ferox hat sie aus Spaß auf meiner Haut hinterlassen, weil er wusste, dass es mir unangenehm sein wird. Außerdem liebt er es wie rot ich dann immer werde, wenn jemand mich darauf anspricht.
„Ferox hatte Langeweile", erwidere ich einfach bis ich realisiere was Rick noch gesagt hat. „Woher weißt du das denn?"
„Ähm,..hallo?", Rick dreht meinen Schreibtischstuhl schwungvoll um und sieht mich ungläubig an. „Jackson kann nichts vor mir geheimhalten, aber viel wichtiger, wo sind die verdammten Details?" Ich stöhne genervt auf, da inzwischen schon echt viele Ferox Identität kennen und reibe mir durchs Gesicht. „Ich hab' Ferox gefickt. Was willst du da denn noch wissen?"
Mein Bruder hebt überrascht die Brauen. „Du hast ihn-!", mein vorwurfsvoller Blick lässt ihm verstummen. Dann atme ich tief ein und lange aus. „Ich tue mal so als hättest du nicht angedeutet, was du angedeutet hast", ich ziehe eine Grimasse. Mir traut ernsthaft niemand zu, dass ich auch toppen kann. Unglaublich.
„So meine ich das doch gar nicht", murmelt Rick. „Ich bin nur überrascht." Ich seufze, aber nicke leicht. Schließlich dachte ich selbst lange Zeit, dass ich eher den passiven Part übernehmen würde. Obwohl das irgendwie scheiße klingt. Ferox hat mir gestern nämlich sehr gut bewiesen, dass niemand hundertprozentig passiv ist beim Sex.
"Naja, aber wenn wir schon mal beim Thema sind", fange ich bedeutungsvoll an und lehne mich in meinem Stuhl zurück. „Wie läufts denn mit dir und Jack?" Ricks Augen leuchten auf, als ich Jackson erwähne und es lasst mich mein kleines Problem mit der Gästeliste kurz vergessen. „Gut. Sehr gut. Vielleicht sogar unendlich gut." Ich grinse leicht und könnte mich beinahe übergeben, bei seinem viel zu verliebten Eindruck. „Also habt ihr schon miteinander geschlafen?", hake ich amüsiert nach.
Die Augen meines Bruders werden auf einmal ganz groß und die Röte auf seinen Wange zieht sich bis zu seinem Hals. „W-was? Nein, ich-..ich..", stottert er, gibt aber schließlich auf und vergräbt sein Gesicht in den Händen. „Ich möchte ja", murmelt er gedämpft und ich runzle die Stirn. „Aber Jackson nicht, oder wie?" Er linst durch seine Finger und seufzt leise. „Ich weiß es nicht. Es ist nur, ich will nicht zu schnell sein und wenn ich ihn frage, setzt ihn das womöglich unter Druck."
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Sail Into My Arms
Dla nastolatków"Te quiero.." „Je t'aime.." Liebe ist eine Bitch. Davon ist Vincent Oceánt überzeugt. Denn er landet nicht nur gezwungenermaßen auf einem Schiff mitten in Spanien und lernt dort eine ebenso reiche Familie kennen wie seine eigene. Nein, er trifft au...
