Chapter Thirty-Three

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Vincent

Seine Augen funkeln. Das Gold hält mich fest in seinen Fängen.
Mein Kiefer verkrampft sich wegen der zugehörigen Trauer in seinen Zügen.
Ferox will mich heiraten. Die Erkenntnis lässt mein Herz höher schlagen, doch bricht es gleichzeitig auch.
Denn ich werde ihm niemals, das geben können, was er von mir möchte.

„Das ist alles, was ich wissen wollte."

Ich schlage die Augen auf. Scheiße, ist es kalt. Ich ziehe die Decke noch fester um mich, doch es bringt rein gar nichts. Das hier ist keine äußerliche Kälte, sondern eine die von Innen kommt. Ohne Ferox' Arme um meinen Körper, fühle ich mich so unwohl und einsam wie schon ewig nicht mehr. Seufzend vergrabe ich mein Gesicht in seinem Kissen und atme tief seinen Geruch ein bis er mir einen Teil der fehlenden Wärme zurückgibt.

In dem Moment, wo meine Augen dabei sind wieder zuzufallen, höre ich schelle Schritte und laute Stimmen aus dem Flur.
Ein wenig hoffnungsvoll schaue ich zur Tür, denn Ferox' Stimme würde ich unter tausenden wiederkennen.
Doch anstatt, dass mein Freund (zumindest hoffe ich das er noch mein Freund ist) reinkommt, werden die Stimmen nur lauter.

Die Wut in Ferox' Stimme macht sie beinahe unerkenntlich, da ich Ferox noch nie so wütend erlebt habe. Höchstens als seine Schwester gegen uns geschossen hat. Aber das war nichts im Vergleich.
Ich schlage meine Bettdecke beiseite und hieve mich hoch. In dem Moment verstummt das Geschrei schlagartig. Es beruhigt mich allerdings nicht im geringsten, ganz im Gegenteil es lässt mich förmlich zur Tür rennen.

Hastig packe ich die Türklinke, reiße die Tür auf und stürme wenig elegant in den Flur. Ein paar Meter von mir entfernt drückt Ferox mit aller Kraft seinen Vater an die Wand und zischt mit hasserfüllter Miene vermutlich keine netten Worte.
Ich schlucke schwer. Langsam gehe ich ein paar Schritte auf die Beiden zu.

„Ferox", sein Name geistert durch die Luft wie ein verbotener Fluch. Ohne auf mich zu reagieren redet er einfach weiter auf seinen Vater ein. „Erkläre mir zumindest warum du so,sehnsüchtig mein Leben zerstören willst?!" Ferox bohrt seine Fingerspitzen in die Schultern seines Vaters, der ihn nur stumm ansieht. Sein Gesicht wirkt blass und sein Blick ist tot. Aber mehr habe ich von Hendrick auch nie wirklich gesehen. Man hat ihn schließlich generell nie gesehen.

„Ich weiß,...dass ich ein schlechter Vater bin, a-", fängt er dann doch leise an, wird aber sofort von seinem Sohn unterbrochen.
„Schlecht?", höhnt Ferox und mein Herz bricht ein Stück bei der Emotionslosigkeit in seiner Stimme. „Du kannst dich nicht einmal als Vater betiteln. Im Gegensatz zu dir versucht Harrison es zumindest wieder gut zumachen. Und du-".

Ich wollte nie Vater werden!"

Ich erschaure bei der Welle, die dieser Satz schlägt. Sie spült Ferox all' die verborgenen Emotionen zurück ins Gesicht und lässt ein brüchiges Lächeln auf seinem Gesicht entstehen. Der Hass in seinen Augen heißt die Trauer willkommen und das zittern meiner Finger will einfach nicht aufhören.

„Trifft sich gut", haucht mein Freund und entlässt Hendrick aus seinem Griff. „Ich war nie gerne dein Sohn." Mit den Worten beißt er die Zähne zusammen und dreht sich endlich zu mir.

Doch die Trauer schwindet nicht, genauso wenig wie der Hass und auf einmal spüre ich eine seelische Entfernung von Ferox, die mir Tränen in die Augen treibt. Ich spüre mein Herz in meinem Hals als Ferox auf mich zukommt. Als er nah genug ist, um ihn zu berühren, drängen meine Finger mich förmlich dazu. Aber bevor meine Fingerspitzen überhaupt seinen Handrücken streifen, weicht er mir aus.

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