Heute hattest du dich für extra lange Strümpfe entschieden. Das lag daran, dass die Hämatome die dir die Biester zugefügt hatten, nun deutlich sichtbar waren. Glücklicherweise sah dir niemand unter den Rock, weshalb du auch keine Bedenken hattest, dass es jemand erkennen könnte.
Dein Training ließt du widerwillig ausfallen. Wie ein Misshandlungsopfer wolltest du nicht im Schwimmbad erscheinen. Da wären deine Hämatome wie auf dem Silbertablett präsentiert worden. Die Erklärungen wolltest du dir sparen.
Zügig liefst du aus dem Haus und konntest gerade noch die Zwillinge erwischen, die an diesem vorbei liefen.
„Wartet", riefst du noch.
Verwundert musterten sie dich.
Atsumu scannte deine gesamte Erscheinung ab, um sich zu vergewissern ob auch alles mit dir in Ordnung war. Als sich eure Blicke kreuzten, sah er schnell weg und lief voraus.
„Hast du denn kein Training?", fragte dich Osamu verwirrt und lief dicht neben dir.
Solltest du sagen, dass es dir nicht gut ging oder doch lieber dass etwas im Schwimmbad renoviert wurde. Du dachtest viel zu lange nach. Die Wahrheit konntest du jedoch nicht sagen. Das stand fest.
Somit entschiedst du dich für eine harmlosere Lüge. Es tat dir leid ihn anzulügen, doch du sahst es als Notlüge. Denn die Wahrheit, würde ihn wohl in Schuldgefühlen suhlen.
„Ich schreibe nächste Woche einige Klausuren, auf die ich lernen muss. Mit dem ganzen Training, schaffe ich das leider nicht..", meintest du nun. Es war sogar die Wahrheit. Doch hättest du die Verletzungen nicht, wäre für dich das Lernen zweitrangig gewesen.
Verstehend nickte er und auch Atsumu lauschte etwas. In seiner Magengegend kribbelte es, wenn er daran dachte, dass du die nächsten Tage wieder mit ihnen zur Schule laufen würdest.
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Das Ende des Unterrichts wurde durch das laute Klingeln angekündigt. Da du es heute nicht eilig hattest, ins Training zu gehen. Packtest du ganz entspannt deine Sachen zusammen. Du würdest heute alleine nach Hause laufen. Immerhin hatten die Jungs noch Training. Es würde dir auch mal gut tun früher daheim zu sein. Im Gang sahst du Hamasaki, die aus dem Klassenzimmer nebenan herauskam.
„Hey Kimura", grüßte sie dich. Du hobst die Hand, um sie ebenfalls zu begrüßen.
Gemeinsam seid ihr über den Schulhof geschlendert und hattet euch über alles Mögliche unterhalten. Seit einiger Zeit verstandet ihr euch ziemlich gut.
„HEY HEY HEEEEEY", ertönte eine bekannte Stimme und deine Augen weiteten sich unaufhaltsam.
Dein Herz hüpfte einige Male. Das konnte doch nicht wahr sein.
Euer Weg führte an der Sporthalle vorbei und da sahst du ihn bereits.
Bokuto Kōtarō.
„CHIZUUUUU-CHAAAN - HUHUUUU", rief er bereits und deine neu gewonnene Bekanntschaft, zog neugierig die Augenbraue in die Höhe.
„Kō", kam es atemlos von dir, da er dich bereits feste in die Arme geschlossen hatte.
Die Jungen des Volleyballclubs deiner Schule sahen euch beide skeptisch an.
Hamasaki verabschiedete sich von euch, da ihr das Ganze etwas zu bunt wurde.
„Chizu-chan, bist du etwa geschrumpft", lachte er und drückte dich noch fester an sich. Du unterdrücktest dein Keuchen. Dein Oberkörper war übersät mit blauen Flecken, doch das konnte er ja nicht wissen.
„Das mit den Komplimenten üben wir nochmal", kichertest du leicht.
Dass euch nicht nur Osamu, sondern auch Atsumu wütend anfunkelte, hattet ihr nicht bemerkt. Dafür ihre Teammitglieder umso mehr. Ihnen war wohl klar, dass beide Miya's etwas für dich übrig hatten. Du wusstest bis jetzt nur von einem.
„Heeeey Akaashi, schau mal wen ich gefunden hab", lachte er und deine Augen suchten sofort alles ab, um Akaashi zu finden.
Gerade als du ihn sahst und auf ihn zugehen wolltest, warf dich Bokuto über seine Schultern und rannte mit dir los.
„Kō. Lass mich runter! Man kann mir unter den Rock schauen", schimpfst du ihn aus und versuchtest dabei dein Höschen zu bedecken.
„Oh.. stimmt, tut mir leid Chizu-chan", lachte er unbeholfen und ließ dich runter.
Bei seiner munteren Art, konntest du ihm nicht einmal böse sein. Du hattest ihn unheimlich vermisst. So wie den Rest der Mannschaft.
„Keeeeeiji", hattest du mit Absicht lang gezogen und warfst dich um Akaashi's Hals. Er lächelte dich sanft an und erwiderte deine innige Umarmung.
„Ihr kennt euch?"
Überrascht sahst du Atsumu an. Es kam so gut wie nie vor, dass er dir eine direkte Frage stellte, oder gar mit dir sprach. Sein Gesichtsausdruck wirkte eisig und genervt. So empfandest du es zumindest. Dabei war er einfach nur eifersüchtig. Es störte ihn fürchterlich, wie vertraut du mit den zwei Fremden umgingst. Vor allem gegen Bokuto hegte er nun einen Groll. Was fiel ihm ein, dich so dermaßen anzugrabschen.
Das gesamte Team schien neugierig zu sein. Du hattest dich gut mit ihnen angefreundet. Es schien wohl alle ein wenig zu stören, dass du dich so gut mit ihren Rivalen verstandest.
„Chizuuuuru, du bist auch hier. Ich hab dich ja ewig nicht mehr gesehen, seit du nicht mehr auf der Fukurōdani bist", die Managerin deiner alten Schule sprang dich förmlich an.
„Lass sie atmen Yukie!", rief Suzumeda.
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Torn - Miya Atsumu x OC
FanfictionWas würdest du tun, wenn der Mensch den du am meisten verehrt hast, dich zu tiefst verletzt? Du versuchst sie genauso zu brechen.. wie sie dich. ___ Charaktere (außer erfundene) und Bilder gehören nicht mir. Nur die Story. Viel Spaß beim lesen ☻
