Miss Evelyn Hunter
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"Du glaubst garnicht wer mich gefragt hat zum Abschlussball mit ihm zu gehen!", Yelena kreischt herum als sie die Küche unserer WG betritt.
"Wer denn?", ich schiebe mir noch einen Chip in den Mund und sehe sie neugierig an. Zumindest hoffe ich, daß es so aussieht, denn mittlerweile geht sie mir fast nurnoch auf die Nerven mit ihrem Typen.
"Jeremy, oh mein Gott, er hat mich endlich gefragt!", fast hätte ich "schön für dich" geantwortet, das wäre aber doch ziehmlich unfreundlich von mir, obwohl sie mir nichts getan hat. Ich weiß, dass ich das Problem bin, aber dennoch habe ich das äußerst starke Verlangen, ihr die Visage zu polieren.
"Gehst du mit ihm hin?", frage ich sie also und sehe sie vielsagend an, obwohl mir eher danach ist mich in meinem Zimmer einzusperren und Than zu provozieren.
"Ja!", kreischt sie aufgeregt und springt wie ein kleines Kind durch die Küche.
"Das freut mich für dich", sage ich sanft lächelnd und sehe zurück auf mein Handy in meinen Händen. Seit ein paar Minuten bin ich krampfhaft am überlegen ob und was ich Than schreiben sollte.
"Hast du denn schon jemanden im Auge?", fragt Yelena mich daraufhin grinsend.
"Nope, ich werde alleine hingehen", sage ich, meine Aufmerksamkeiten jedoch auf meinem Handy als hätte ich etwas unfassbar wichtiges zu tun.
"Ich wette Lukas würde sehr gerne mit dir hingehen!", schmunzelt sie und umrundet die Küchenzeile um zu mir zu kommen und will mir über die Schulter auf mein Handy sehen, wesswegen ich es reflexartig von ihr wegdrehe. "Mit wem schreibst du denn da?"
"Mit niemandem", antworte ich total garnicht auffällig. Bin ich eigendlich dumm? Das passiert mir doch sonst nicht.
"Natürlich", sagt Yelena ironisch und nimmt sich aus dem Kühlschrank eine Cola. "Ich gehe Duschen, bis später süße!", damit verschwindet sie aus der Küche und in ihr Zimmer, ich hingegen bleibe unbewegt stehen und starre weiterhin auf das Display, ohne eine Ahnung was ich machen soll.
Schließlich lege ich mein Handy beiseite und ziehe mir meine Stall Klamotten an um danach durch die Schule zu den Ställen zu gelangen. Im Stall mache ich Ciel für einen Austitt fertig und ziehe mich extra warm an, denn es sind -10⁰C draußen und ich will nicht erfrieren.
Der Ausritt macht mir hoffentlich den Kopf frei, und so mache ich mich auf den Weg zum Wald. Ich nehme allerdings eine andere Route, als den Tag an dem ich verfolgt wurde und achte penibel darauf, daß ich mein Pferd nur auf dem gefroren Rasen laufen lasse, da weder das Streusalz noch der teilweise Vereiste Boden gut für die Hufen sind.
Der Schimmel scheint froh zu sein, dass er mal wieder in die Natur kommt und so setzte ich den Ausritt entspannt fort, biege irgendwann ab um zu den Feldern zu kommen. Ciel wird bereits unruhig und weiß ganz genau, dass er jetzt gleich ordentlich Fetzen kann. Fast ist es schade, das Nico nicht mit seiner Stute dabei ist und wir ein Rennen daraus machen können. Aber auch nur fast.
Und mit diesem Gedanken treibe ich mein Pferd an, das sofort losprescht und ich höre die Hufe auf den gefrorenen Boden donnern. Der Wind vereist zwar etwas mein Gesicht, aber das ist es mir wert um über die Felder zu fliegen. Und dieses Mal habe ich auch nicht das Gefühl, das ich verfolgt werde, sondern nur die völlige Ruhe.
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Dark Love
Romance[Abgeschlossen!] (Das war mein erster Versuch, ein Buch zu schreiben.) Zwei Leben, eine Geschichte aus Verzweiflung und Begehren. "Ich werde sie zerstören. Und sie wird mich dafür lieben." - Than Diamonds Spicy Kapitel: 2,4-5,7,8,10,12-13,15,16,18...
