Part 56

974 91 217
                                        

Viel Freude mit dem nächsten Teil.

Sie werden natürlich reden ...

Sie werden natürlich reden

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.


Für einen Moment standen sie wie angewurzelt da und starrten einander schockiert an. Vermutlich raste Harrys Herz vor Schreck genauso wie sein eigenes. Wie blöd konnte er sein? Unbewusst hatte er sich einen Schritt zu weit in den Raum bewegt, weshalb die schwere Metalltüre hinter ihm zugeknallt war. „S-sorry, ich wollte nicht ...", stammelte Louis ertappt. Er war komplett überfordert. Harrys Worte eben hallten noch in seinem Kopf nach. Das zu hören und ihn jetzt so aufgelöst zu sehen, hatte ihn völlig aus der Fassung gebracht. Die sonst so strahlend grünen Augen waren gerötet und er konnte deutlich Tränenspuren auf dessen Wangen sehen. Zwar versuchte Harry schnell, die mit dem Ärmel wegzuwischen, aber er konnte nicht verbergen, dass er geweint hatte. Seinem Herz versetzte das einen Stich. Das hatte er doch nicht gewollt. Der Kloß in seinem Hals verschwand einfach nicht. Im Gegenteil. Er wurde nur größer und machte es ihm schier unmöglich etwas zu sagen.

„Nicht weinen, Haz. Bitte!", presste er irgendwie hervor. Seine Stimme war gefühlt zwei Oktaven höher, was es nicht besser machte, aber das konnte er gerade nicht kontrollieren. Genauso wenig wie seinen restlichen Körper. Ohne es wirklich zu merken, ging er auf den Lockenkopf zu und zog ihn in seine Arme, was dieser widerstandslos mit sich geschehen ließ. Dessen Brustkorb bebte und Louis spürte deutlich, wie sehr Harry kämpfte, sich irgendwie zusammenzureißen. „Lou, es tut mir unglaublich leid, wirklich!" „Hey, ..." Sanft streichelte er ihm über den angespannten Rücken, bevor er mit seiner rechten Hand nach oben in die kurzen Locken fuhr. Sofort fühlte er Harrys warme, feuchte Wange, als der das Gesicht in seiner Halsbeuge vergrub.

„Ich wollte dir vorhin kein schlechtes Gefühl geben, Haz ... Ich wollte wirklich nur nochmal in Ruhe mit dir reden. Ich hab am Strand überreagiert, weil es mich verletzt hat und ich einfach gar nicht mit sowas gerechnet habe. Ich war noch nie in so einer Situation ... Aber ich werf' dir nicht vor, was vor Monaten war, bitte denkt das nicht. Ich hätte es nur gerne von dir erfahren, nicht von wem anderen. Wegen so einem Mist will ich dich doch nicht verlieren ..." Der letzte Satz war nur ein Flüstern. Mehr brachte er nicht raus, bevor auch seine Stimme versagte.

Er hatte furchtbare Angst vor der Antwort, doch die kam nicht. Stattdessen schluchzte der Lockenkopf so herzzerreißend, dass es ihm fast das Herz brach. Sofort zog er ihn enger an sich und kraulte ihm beruhigend durch die Haare. „Es ist okay, Haz." Er fühlte wie Harrys warme Tränen über seine Haut den Hals herunterliefen und im Stoff seines Hemdes versickerten. Das war schon ganz nass, doch es konnte ihm nicht egaler sein. Der Lockenkopf erwiderte seine Umarmung und drückte sich gegen ihn, als wolle er sicher gehen, nicht plötzlich losgelassen zu werden. Wie hatte er vorhin überhaupt darüber nachdenken können, nicht zu kämpfen? Er wollte bei diesem Mann sein, er wollte eine Beziehung mit ihm und keinem anderen. Wenn er das Telefonat eben richtig deutete, dann wollte der das auch immer noch. Ein flüchtiges Lächeln huschte über seine Lippen, bevor er seinen Kopf gegen Harrys schmiegte.

Midnight MemoriesWo Geschichten leben. Entdecke jetzt