Louis hat sich seine freien Tage zum Jahreswechsel etwas anders vorgestellt, nachdem das ganze Jahr schon eher beschissen verlaufen ist. Er muss für seine Schwester einspringen und die Pferde sitten, sein bester Freund verbringt den Jahreswechsel in...
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Auch dieses Kapitel ist nun überarbeitet. Aus 2680 Worten wurden knapp 7700. Ich wünsche euch ganz viel Spaß! Wie immer freue ich mich über ein Feedback, einen Kommentar und ein Sternchen! Danke an alle, die mir seit 2023 die Treue halten! Das hier ist für euch! Eure Mistletoe 26.08.2026 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
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Für den Rückweg zur Hütte brauchte Louis eine knappe Stunde. Da es fast die gesamte Zeit bergauf ging, hatte er keine Lust, nochmal zu joggen. Sowas taten nur Verrückte und zu denen zählte er sich ganz sicher nicht. Vermutlich hätte er das auch gar nicht durchgehalten. Es sei denn, er hätte so seltsame, langsame Tippelschritte gemacht, aber dabei fühlte er sich komisch. Außerdem, und das war Argument genug, wollte er das alte Pony nicht unnötig belasten. Louis schielte auf Sherry herab. Die sah nicht so aus, als würde sie der Spaziergang anstrengen. Aber hey, er konnte sich das einreden!
Die stetige Bewegung hatte seine Muskeln angenehm warmgehalten, doch jetzt, wo er langsamer wurde, kroch die feuchte Winterluft durch seine Kleidung. Noch dazu fühlten sich seine Beine schwer an. Es zog in den Waden. Offenbar war er weniger gut in Form, als er angenommen hatte. Dabei war seine Kondition gar nicht so schlecht. Es waren eher die Muskeln, die nichts mehr gewohnt waren. Er sollte wirklich wieder mehr für sich tun. Dieses ständige Herumsitzen am Schreibtisch war nicht gut. Sherry zuckte mit den Ohren und schlug mit dem Schweif, als sie immer schneller wurde. Das tat sie jedes Mal, wenn sie zurück zum Stall kamen. Gegen Ende trippelte in einer Mischung aus Schritt und Trab neben ihm her. Ja, Louis fand das zu süß, um sie zu maßregeln. Aber das brauchte niemand wissen.
Tequila begrüßte sie mit einem aufgeregten Wiehern. Ghost hingegen hob nur kurz den Kopf, bevor er sich wieder den wenigen Grashalmen widmete, welche auf der anderen Seite des Zauns wuchsen. Dran kam er nicht, aber ein Versuch war es wert. „Das klappt nicht!", rief Louis ihm belustigt zu. Der Schimmel ignorierte ihn und knickte ein Vorderbein ein, um den Hals unter dem Zaun durchzustecken. „Hey!" Louis klatschte in die Hände, doch das beeindruckte den Wallach nicht im Geringsten. Ganz klasse. Er konnte nur hoffen, dass sich Ghost bei seinen Versuchen, nicht zu verhungern, nicht sämtliche Gliedmaßen zerrte. Denn wenn der plötzlich lahm ging, wäre Louis ein toter Mann, auch wenn er nichts dafürkonnte. Seine Geschwister würden das anders sehen.
„Ghost! For fock's sake!" Er klatschte erneut. „Ja ... Genau! Warum solltest du auch herschauen. Ich meine ... ich bin ja nur der Typ, der dich füttert, aber okay ...", murmelte er und führte Sherry näher an den Zaun. Vielleicht sollte er das nächste Mal Stromlitzen mitbringen. Vielleicht lagen sogar noch welche im Stall herum. Im Sommer nutzen sie die vor allem, um lästige Spaziergänger von den Tieren fernzuhalten. Im Winter war das noch nie nötig gewesen, weil sich kaum jemand in diesen Waldabschnitt verirrte.
Louis warf Sherry den Führstrick über den Hals und hob die kleinen Hufe der Reihe nach an, um sie auf eingetretene Steine zu kontrollieren. In Anbetracht der Tatsache, dass Tequila noch immer wiehernd über den Paddock bockte, ließ die Rappstute sich das erstaunlich brav gefallen. Nur das linke Hinterbein riss sie einmal mit angelegten Ohren weg, doch Louis ließ es sich nicht aus der Hand ziehen. Er kannte das Spiel und hatte den längeren Atem. Als er den letzten Huf absetzte, schüttelte Sherry sich einmal kräftig, sodass die Weihnachtsmütze wieder verrutschte.