8: Dresscode Memo

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Die Luft im Fitnessstudio war kühl, durchzogen von dem summenden Geräusch der Klimaanlage und dem dumpfen Bass der Musik, die aus den Lautsprechern dröhnte. Ich war gerade mitten in meiner Routine, spürte, wie sich meine Muskeln anspannten und die Anspannung des Tages langsam von mir abfiel, als mein Handy auf der Ablage zu vibrieren begann. Ein kurzer Blick zeigte mir den Namen auf dem Display: Papa.

Ich nahm den Anruf an, mein Atem ging noch etwas schwer von den Übungen. „Hey, Papa, was gibt's?" fragte ich, während ich ein Handtuch griff und mir über die Stirn wischte.

Hey, Amber," seine Stimme klang leicht gehetzt, aber auch erfreut. „Wir haben gleich eine Gruppenbesprechung mit dem gesamten Team. Ich dachte, das wäre eine super Gelegenheit für dich, ein paar Einblicke zu bekommen und vielleicht sogar ein paar deiner Erkenntnisse mit einzubringen. Kannst du vorbeikommen?"

Ein Moment der Überraschung ließ mich innehalten. Ich hatte mit einer normalen Trainingseinheit gerechnet, nicht mit einer Einladung zu einer Besprechung mit dem gesamten Team. „Ähm, klar, natürlich. Wann genau?"

In etwa 20 Minuten. Ich weiß, das ist kurzfristig, aber ich denke, es könnte dir wirklich helfen, und die Jungs kennen dich ja inzwischen," fügte er hinzu, und ich konnte das Lächeln in seiner Stimme hören.

Ich sah an mir herunter – mein Gym-Outfit bestand aus einer engen, hellblauen Shorts und einem sportlichen, beigefarbenen Oberteil. Sicherlich nicht das, was man sich für eine offizielle Besprechung vorstellte, aber die Zeit reichte nicht mehr, um nach Hause zu gehen und mich umzuziehen. „Okay, ich komme direkt. Danke, Papa."

Super. Bis gleich, Amber," sagte er, bevor die Leitung unterbrochen wurde.

Ich packte schnell meine Tasche, schnappte mir mein Wasser und verließ das Fitnessstudio. Die frische Luft draußen fühlte sich kühl an auf meiner erhitzten Haut, während ich zügig die Straße entlangging. Der Gedanke, in meinem sportlichen Outfit vor das Team zu treten, ließ mich kurz zögern, aber ich schob die Unsicherheit beiseite. Das war eine Chance, die ich nutzen musste.

Der Weg zum Trainingszentrum war nicht weit, und mein Puls beschleunigte sich nicht nur wegen des schnellen Schrittes, sondern auch wegen der Aufregung, die sich in mir ausbreitete. Ich war gespannt, was mich erwartete und welche Erkenntnisse ich aus der Sitzung mitnehmen würde.

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Der Weg durch das Trainingszentrum fühlte sich länger an als gewöhnlich, mein Herzschlag pochte in meinen Ohren, während ich die Tür zum Besprechungsraum erreichte. Ich strich mir eine Strähne aus dem Gesicht, atmete einmal tief durch und drückte die Klinke nach unten. Das Geräusch der Gespräche und des leisen Gelächters verstummte abrupt, als ich den Raum betrat. Ein Dutzend Augenpaare wanderten zu mir, einige neugierig, andere amüsiert.

Ich spürte sofort die Wärme, die sich in meinen Wangen ausbreitete, als ich in meinem sportlichen Gym-Outfit vor den Spielern stand. Der Raum war in ein warmes, gedämpftes Licht getaucht, das die angespannte, aber fokussierte Atmosphäre der Teambesprechung unterstrich. In der Mitte stand mein Vater, die Hände leicht auf dem Tisch abgestützt, während er die Situation mit einem verständnisvollen Lächeln beobachtete.

„Amber, schön, dass du es geschafft hast," sagte er mit einem Hauch von Stolz in der Stimme, und ich konnte nicht anders, als zurückzulächeln. Ich ließ meinen Blick kurz über die Gesichter der Spieler gleiten – Joshua Kimmich mit seinem ernsten, analytischen Blick, Kai Havertz, der mir ein kleines Nicken zuwarf, und Jamal, dessen Augen freudig aufleuchteten, als er mich sah. Aber es war Flos Blick, der meine Aufmerksamkeit fesselte. Er saß etwas abseits, die Arme locker verschränkt, und sah mich mit einer Intensität an, die mich fast stolpern ließ. Sein Gesicht war regungslos, aber seine Augen... sie verrieten etwas, das ich nicht deuten konnte.

Kopfspiele - Erstes BandWo Geschichten leben. Entdecke jetzt