Abschied

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Ich war wohl die Erste, die in diesem Haus wach wurde. Und so machte ich mich langsam fertig und ging runter. Die Decke lag noch so, wie wir sie verlassen hatten. Also beugte ich mich zu ihr runter, hob sie auf und legte sie zusammen.

In wenigen Stunden würden sie aufbrechen. Und das noch bevor die Mittagssonne sich platziert hätte. Ich seufzte und ging zurück zur Küchentür, wobei ich zusammen zuckte.

„Hermine, meine Liebe, was machst du denn schon hier?", fragte mich Mrs. Weasley.

„Beim Merlin, hast du mich erschreckt.", schloss ich die Tür. „Ich kann nicht mehr schlafen."

„Weil sie sich heute los machen, hm?", lächelte sie leicht. „Ich verstehe schon. Mir wäre es auch lieber, wenn sich das Ministerium darum kümmert. Aber du kennst die beiden besser als ich, Kind, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt haben ..."

„Ja.", seufzte ich. „Es sind wenigstens nicht mehr so viele oder?"

„Das weiß ich nicht.", schüttelte sie den Kopf.

Ich beließ es dabei und half ich bei dem Frühstück. Schließlich, nach einer Stunde, füllte sich die Küche so langsam und als alle da waren, aßen wie zusammen. Die Stimmung war sehr gedrückt, aber dennoch waren hier und da Gesprächsfloskeln.

„Wir sollten dann packen gehen, Ron.", erhob sich Harry schließlich als Erster.

Mein Freund nickte nur knapp und nahm seinen letzten Happen zu sich, ehe er aufstand und ihm folgte. Ginny und ich halfen beim Aufräumen, damit Mrs. Weasley noch einmal nachsehen konnte, ob sie auch das Richtige einpackten.

„Wir wurden wohl gestern zu Bett getragen, hm?", grinste Ginny.

„Ja.", lächelte ich. „Bist du wach geworden?"

„Nein, aber ich bin heute Morgen in einem fremden Bett aufgewacht und als ich dann Harry Potter neben mir sah, war mir klar, dass wir auf der Decke eingeschlafen waren.", grinste sie. „Bist du aufgewacht?"

„Ja.", lächelte ich. „Wir haben dann noch ein bisschen erzählt, gerade wegen der Zeit die jetzt vor uns liegt."

Sie nickte. „Sie werden das schon schaffen. Sie haben schon so viel geschafft, aber sie wollen, dass du hier bleibst. In Sicherheit."

Ich nickte nur. „Ich hoffe nur, das beide heil wieder kommen."

Und kaum zwei Stunden darauf, war es soweit. Mr. Weasley, Harry und Ron waren zum Aufbruch bereit.

„Wenn ich nicht mindestens jeden dritten Tag etwas von euch drei höre, komm ich hinterher.", warnte Mrs. Weasley, welche sich von ihrem Mann in die Arme nehmen ließ. „Ich kann nicht noch jemanden in dieser Familie verlieren, Harry damit meine ich auch dich!"

„Ich weiß, Mrs. Weasley.", lächelte Harry, welcher schon Reihe rum war und mich als vorletztes an sich zog.

„Pass auf euch auf, bitte.", flüsterte ich. „Und schreibt, ja?"

„Werden wir.", versprach er. „Richte nicht so viel hier an. Du hast eine Pause verdient, Hermine."

„Ihr eigentlich auch."

„Wir machen danach eine Pause.", lächelte er mich an. „Wir schreiben."

Damit ging er zu Ginny weiter. Mr. Weasley verabschiedete sich als nächstes von mir und sprach Worte, die nur ich hören sollte: „Ich lasse mir nicht noch einen Sohn nehmen. Ron wird nichts zu stoßen und auch Harry nicht. Vertrau mir, Hermine."

„Werde ich.", lächelte ich dankbar zu ihm hoch. „Viel Glück, Mr. Weasley."

„Das werden wir brauchen.", nickte er und ging mit einem kurzen Schulterdruck, durch seine Hand zur Tür, an welcher Harry schon stand.

Ron hielt vor mir an.

„Mach dir eine schöne Zeit mit Ginny. Bis die Schule weitergeht, dauert es noch.", lächelte er. „Ich komme heil zu dir zurück, versprochen."

Ich schlang meine Arme um seinen Hals und zog ihn zu mir runter.

„Ich vertraue dir.", flüsterte ich als ich meine Augen schloss. „Wir sehen uns wieder."

„So schnell wie möglich.", versprach er. „Ich liebe dich."

„Und ich liebe dich.", küssten wir uns zum Abschied.

Als sich unsere Hände trennten und unsere Umarmung dahin war, ging er ebenfalls zur Tür. Sie würden zum Eingang des Ministerium disapparieren, wo sie sich mit dem Rest treffen würden.

Ich spürte warme Tränen über meine Wangen laufen, als würden sie einen Wettlauf veranstalten. Ginny trat an meine Seite und nahm meine Hand. Ein kurzer Blick genügt um zu wissen, dass sie ebenfalls weinte. Wir gingen beide aus dem Haus um sie besser mit unseren Blicken verfolgen zu können. Ron widmete mir noch einen Blick, in welchem man so viel deuten konnte. Liebe, Schmerz, Zweifel, Glück - dann waren sie weg.

Ich schniefte nach einer langen Zeit und holte tief Luft.

„Sie schaffen das.", flüsterte Ginny neben mir. „Das weißt du besser als jeder andere."

„Ja.", nickte ich und sah zu ihr. „Sie sind zwei Teil des goldenen Trios, wenn jemand heil daraus kommt, dann auf jeden Fall diese beiden oder?"

Ginny nickte zustimmend. „Lass uns reingehen und Tee trinken ja?"

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