„Ron.", fing ich an und legte den Zettel ab.
„Stehst du etwas dafür?", sah er mich an, wobei er seine Wut nicht länger zurück hielt.
„Wie ...", runzelte ich die Stirn.
„Stehst du auf seiner Seite?"
„Nein, aber ...", warf ich dazwischen.
„Da gibt es kein Aber, Hermine!", schüttelte er den Kopf. „Dein Vater hat unsere Familie beleidigt, meine Familie. Wie kannst du darüber nachdenken, auf seiner Seite zu stehen?"
„Nachdenken?", hob ich eine Augenbraue und wollte weitersprechen, was mir nicht gegönnt war.
„Ja, nachdenken. Bin ich also die falsche Wahl gewesen? Wir stehen nicht so weit oben, das weiß ich selbst, aber wir halten zusammen, wir sind eine richtige Familie. Aber vielleicht ..."
„Vielleicht was?"
„Vielleicht hättest du dich damals wirklich für Krum entscheiden sollen, das hätte deinen Eltern besser gefallen, oder?"
„Ronald!", rief ich wütend aus. „Wie kannst du es wagen, mit der Nummer anzufangen!?"
„Er wäre auch eine Option richtig?", rief er aus.
Ich schüttelte den Kopf. „Ich hätte nicht erwartet, dass gerade von dir sowas kommt."
„Bist du jetzt enttäuscht?"
„Und wie.", schrie ich ihn an. „Ich kann ja wohl überhaupt nichts für den Sinneswandel meiner Eltern, meines Vaters! Habe ich mich jemals über deine Familie beklagt? Und überlege dir was du jetzt sagst!!"
„Nein.", erwiderte er lauthals. „Aber du versuchst es ja nicht mal ..."
„Weil du mich nicht zu Wort kommen lässt, Ron!", kreuzte ich meine Arme vor der Brust. „Meinst du ernsthaft ich stehe hinter den Worten, die er gesagt oder geschrieben hat? Bin ich wirklich so eine in deinen Augen, die deine Familie so sieht, wie andere? Ist das dein Ernst?! Wenn dem so wäre, würde ich dann noch hier stehen? Wäre ich zwei Tage hier geblieben, anstelle zu gehen? Darüber mal nachgedacht?"
„Es hat dich niemand gehindert.", erklärte er.
„Danke.", ließ ich meine Arme sinken. „Für deine Ehrlichkeit."
Ich sah von ihm ab und tastete nach meinem Zauberstab, ehe ich an ihm vorbeiging und meine Jacke nahm.
„Miene.", sagten Ginny, Harry und er zusammen.
„Wo willst du denn hin?", hängte Ron hinterher, er klang nun sanfter, aber das änderte nichts.
„Weg.", sagte ich kalt und zog die Jacke an.
„Miene hör zu.", aber ich drehte mich zu ihm und erwiderte: „Ist schon okay, ich habe verstanden, Ron."
„Nein.", schüttelte er den Kopf.
„Doch.", sah ich zu ihm auf. „Es ist wohl meine Schuld, sind ja immerhin meine Eltern, stimmt's? Muggel."
„Das war so nicht gemeint ..."
„Doch Ron, war es.", lächelte ich leicht und ging zum Tisch. „Was ich nicht verstehe ist, wieso ich da mit reingezogen werde, aber ist ja auch egal. Der Standpunkt meines Vaters ist also auch gleichzeitig meiner, schön. Dann hätten wir das ja geklärt."
Ich knüllte den Brief zusammen und warf ihn in den Mülleimer. Ehe ich tief Luft holte.
„Geh nicht, bitte."
Ich wollte ja bleiben, ich wollte ihm verzeihen, für das was er getan hatte. Aber ich konnte nicht.
„Ich muss aber.", drehte ich mich Richtung Tür, Harry stand mir im Weg, diesmal sah er mich an.
„Die Situation ist eskaliert, Hermine. Du musst nicht gehen, wir klären das.", schüttelte er den Kopf.
„Du verstehst nicht, Harry. Der Brief ist nicht von meinem Vater, sowas würde er nie schreiben und wenn man das mal in Betracht gezogen hätte, wäre das dem ein oder anderem aufgefallen.", ich ließ das sacken und schob ihn zur Seite. „Wie es aussieht, sieht man mich nicht in der Position in der ich mich befinde, also gehe ich. Ihr müsst mir nicht folgen, das ist nicht nötig."
Als ich die Tür öffnete, blickte ich nicht zurück, sondern trat raus und zog meine Jacke enger, es war heute kühler.
„Warte!", rief mir Ron nach. „Miene, bitte!"
Ich antwortete nicht, sondern trat vor den Feldweg. Es gab kein zurück, noch nicht.
„Miene!"
Und ich apparierte.
Es fiel mir so unendlich schwer, aber irgendwas stimmte da nicht mit meinen Eltern und dem musste ich auf den Grund gehen. Rons Worte hatten mich hart getroffen, aber das schob ich nach hinten.
Ich landete schließlich in der Nähe des Hauses meiner Eltern und ging den Rest zu Fuß. Hier schien die Sonne, was mich gleich wärmte.
Schließlich blieb ich vor dem Einfamilienhaus stehen und holte tief Luft. Ich klingelte nach ein paar Sekunden nun doch und hörte wenig später Schritte auf dem Flur hinter der Tür.
„Hermine?", sagte meine Mom überrascht und trat zu mir raus, wonach sie die Tür ran zog. „Was machst du denn hier? Du solltest besser wieder gehen."
„Was? Nein.", schüttelte ich den Kopf. „Ich muss mit Dad sprechen, das geht so nicht weiter."
„Irgendwas stimmt mit ihm nicht.", zog sie mich an sich. „Geh zurück zum Fuchsbau."
„Schatz?", hörte ich Dad seine Stimmen von drinnen und schob Mom vorsichtig zu Seite.
„Dad.", drückte ich die Tür auf und sah ihn im Türrahmen zur Stube stehen.
„Das ging ja schnell.", nickte er hinter sich und verschwand in dem Zimmer.
„Du solltest wirklich ...", unsicher schloss Mom die Tür, aber ich ergriff ihre Hand und zog sie mit mir.
Er saß bereits im Sessel, wodurch Mom und ich auf dem Sofa platznahmen.
„Du entscheidest dich also für uns.", stellte er klar. „Sehr schön."
„Was? Ich bin zum Reden hergekommen.", schüttelte ich den Kopf. „Dad, du kannst keine Optionen stellen, es geht hier nicht nur um mich. Schon vergessen? Es hängt noch eine andere Familie mit drin."
„Du meinst die Weasleys? Hast du gesehen, wie sie leben? Da kannst du unmöglich ein Kind großziehen, Hermine.", schüttelte er den Kopf. „Du bleibst hier."
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The Search || Harry Potter FF
Fanfiction|Ron&Hermine| Was passiert nach der großen Schlacht von Hogwarts und dem Fall Voldemorts? Was ist, wenn sich das goldene Trio für eine Zeitlang trennen muss? Wie lange würde das gut gehen? Harry und Ron begeben sich auf die Jagd nach den übrigen To...