Ich wusste nicht, wieso ich aufwacht und ich verstand es um ehrlich zu sein nicht einmal. Aber mitten in der Nacht wurde ich abrupt wach. Das Zimmer war dunkel und das leise Geräusch des Atmens verriet mir, dass unsere anderen Zimmergenossinnen da waren und ebenfalls schliefen. Ich tastete neben mich und fühlte kurz Ginnys Wange; sie lag noch neben mir, schlafend.
Ich holte tief Luft und drehte mich zu ihr, schloss meine Augen und versuchte wieder einzuschlafen. Aber nach einer langen viertel Stunde musste ich einsehen, dass das nicht funktionieren würde.
Leise fluchend, schlug ich die Decke beiseite und stand ebenso leise auf, wobei ich darauf achtete, Ginny Erstens nicht zu wecken, was bei ihr leicht passieren konnte, und Zweitens ihr nicht die Decke zu entziehen. Mein Weg führte mich schleichend zum Fenster.
Der Schnee hatte nachgelassen, jedoch war er immer noch da. Es stürmte zwar nicht, aber dennoch lag eine Wolkendecke über Hogwarts. Kein einziger Stern war zu sehen, was wirklich schade war. Langsam aber sicher hatte auch die Wärme von der Decke nachgelassen und ich zog mir eine Strickjacke an, eine welche ebenfalls gemütlich und nicht zu eng war. Ich schlüpfte in meine Hausschuhe und verließ den Schafsaal. Bevor ich runter in den Gemeinschaftsraum ging, schaute ich in den Schlafsaal der Jungs. Ron und Harry schliefen.
Unten nahm ich dann vor dem Kamin platzt und ließ mich wärmen. Wie immer lehnte ich mich vom Boden aus gegen das Sofa und bedeckte meinen Bauch mit meinen Händen. Wie auf Kommando spürte ich darunter Bewegungen.
„Du kannst wohl auch nicht schlafen, hm?", flüsterte ich lächelnd.
Es fühlte sich an wie ein kleiner Tritt, wonach ich über die Stelle fuhr.
„Dann bin ich wenigstens nicht die Einzige."
Und so verbrachte ich indirekt Zeit mit meinem Baby, welches zu dieser Tageszeit putzmunter war. Ich nutzte die Ruhe und konzentrierte mich voll und ganz auf das Kleine.
„Dir wird nie wieder jemand weh tun.", flüsterte ich gegen das Knistern der Flammen an und sah ins Feuer. „Versprochen."
Ich lächelte. „Wir freuen uns schon so, dich bald zu sehen. Wir müssen noch so viel für dich vorbereiten. Du brauchst noch ein eigenes Zimmer, Sachen und so viel mehr. Wir fragen uns was du wohl bist, ein Junge oder ein Mädchen? Ron würde sich über beides freuen, das kann ich dir versichern. Wirst du ein Junge, dann würde er dir sicher Quidditch beibringen. Ich kann dir leider nicht so viel erzählen, ich kann das nämlich nicht.", grinste ich. „Aber er und Harry sind da Feuer und Flamme. Es würde dir bestimmt auch Spaß machen. Wenn du allerdings ein Mädchen wirst, dann wärst du Daddys kleiner Liebling. Er würde dich wie sein eigenes Leben beschützen, versteh mich nicht falsch, wärst du ein Junge natürlich auch. Er würde dir jeden Wunsch erfüllen, dich nie wieder los lassen."
Ich rutschte weiter vor und legte meinen Kopf auf das Polster des Sofas.
„Du weißt gar nicht, wie sehr wir dich lieben, Kleines.", schloss ich meine Augen und spürte einen weiteren schwachen Tritt, ehe ich einschlief.
„Miene?", hörte ich eine leise Stimme und holte automatisch tief Luft. „Hermine?"
„Hm?", murmelte ich und wurde langsam wacher. „Ron?"
„Gold richtig, Miene.", ich konnte sein Lächeln wage raus hören.
„Was machst du denn hier?", murmelte ich.
„Dasselbe wollte ich dich auch fragen."
„Ich hatte ein Gespräch.", lächelte ich leicht.
„Und mit wem?"
„Mit unserem Baby.", drehte ich meinen Kopf in seine Richtung.
„Ach so ist das. Ohne mich?", spürte ich eine Hand an meinem Bauch.
„Mhm.", lächelte ich. „Wir konnten beide nicht schlafen, du hast aber geschlafen."
„Und worüber habt ihr euch unterhalten?"
Ich erläuterte das Gespräch zusammengefasst und öffnete dann meine Augen und sah ihn lächeln, allerdings musste ich nochmals blinzeln um ihn richtig zu sehen.
„Das nächste Mal darfst du mich wecken.", zwinkerte er. „Dann bringe ich dich auch wieder ins Bett."
„Es ging eigentlich hier unten.", überlegte ich und setzte mich gerade auf. „Aber nein, im Bett ist es gemütlicher."
Ron lächelte und hielt mir seine Hände hin, welche ich annahm und er mich hochzog, langsam aber mit Kraft. Natürlich half ich auch mit, was wie es scheint nicht nötig war.
Während ich mich erst einmal leicht streckte, zupfte Ron mein Oberteil zurecht, was wohl verrutscht und war und legte dann seine Hände an meine Taille. Nachdem ich fertig war, legte ich meine Arm um seinen Hals und zog ihn für einen Kuss zu mir runter.
„Ohh.", kam es rechts von uns, wonach ich dem Geräusch folgte.
„Morgen.", sagten sie im Chor.
Hinter dem Sofa standen lächelnd und auch noch leicht verschlafen: Harry, Ginny, Seamus und Dean.
„Einen wunderschönen guten Morgen.", erwiderte ich und sah dann wieder hoch zu Ron. „Habe ich was verpasst?"
„Ich bin aufgewacht und du lagst nicht neben mir.", erläuterte Ginny, wonach ich zurück zu ihr sah. „Da bin ich rüber zu den Jungs; es waren wohl bemerkt alle wach; und wir sind los dich zu suchen. Weit warst du zum Glück nicht weg."
„Ich wollte dich nicht wecken. Tut mir leid, dass ich euch Sorgen bereitet habe.", entschuldigte ich mich.
„Nein, schon okay.", lächelte sie beruhigend. „Das wichtigste ist, dass es dir gut geht."
Harry nickte ebenfalls und entschied dann: „Lasst uns fertig machen und dann frühstücken gehen."
Wir stimmten zu und kaum eine halbe Stunde später waren wir unten in der großen Halle. Da die Pflicht noch nicht bestand, unsere Schuluniform zu tragen, trug jeder was er wollte.
„Ich wäre wirklich noch für ein kleines Schläfchen.", murmelte ich und seufzte.
„Ich weiß. Heute steht nichts an.", legte Ron einen Arm um mich. „Du kannst dich nachher noch mal hinlegen."
Ich lächelte und sah zu ihm auf.
Wir saßen abermals am Lehrertisch, da Professor McGonagall darauf bestand. Wir hätten nichts dagegen auch bei den anderen zu sitzen.
„Professor?", lehnte ich mich vor um Augenkontakt mir ihr herzustellen.
„Ja, Miss Granger?", lehnte sie sich ebenfalls vor.
„Können Sie mir noch mal erklären, wieso wir hier oben sitzen dürfen?", lächelte ich leicht. „Das ist wohl etwas an mir vorbeigegangen."
Unsere Hauslehrerin lächelte. „Die Sache ist die Miss Granger. Potter, Weasley und Sie sind die Ursache dafür, dass wir hier überhaupt noch alle Leben und frei sind. Und ich denke, es ist mehr als angebracht, dass Sie drei hier bei uns sitzen."
Ich dachte darüber nach und nickte schließlich. Es war sinnlos etwas zu erwidern, irgendwie hatte sie ja Recht oder?
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The Search || Harry Potter FF
Fanfiction|Ron&Hermine| Was passiert nach der großen Schlacht von Hogwarts und dem Fall Voldemorts? Was ist, wenn sich das goldene Trio für eine Zeitlang trennen muss? Wie lange würde das gut gehen? Harry und Ron begeben sich auf die Jagd nach den übrigen To...