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Ich hatte den Bus noch erreicht. Zum Glück. Ich setzte mich in die letzte Reihe und holte mein Handy aus dem Rucksack. Fünf entgangene Anrufe von Alina und zwei von Dan. Ich schrieb beiden eine SMS:
Hab verschlafen. Bin schon im Bus - Mum wollte mich nicht fahren. Könntet ihr versuchen Mrs. Smithers zu überreden mich die Prüfung in der Pause machen zu lassen? Bis dann.
Ich erwartete nicht, dass sie mir zurückschreiben - das dürfen sie während dem Unterricht gar nicht -, aber ich hoffte sie sehen die Nachricht und tun worum ich sie gebeten hatte.
Ich hoffte ich hatte alles, was ich für die Schule brauche, eingepackt und nichts vergessen. Ich sah zur Sicherheit noch einmal nach.
Und tatsächlich hatte ich etwas vergessen: Meine Sportsachen, für das Kampftraining nach der Schule.
Also musste ich nach der Schule nochmal Nachhause und kam so wahrscheinlich auch noch zu spät zum Training. Und ich würde meine Mutter früher als erhofft wiedersehen.
Bei dem Gedanken stieß ich einen tiefen Seufzer aus. Meine Eltern waren kompliziert. Ich wünschte mir manchmal, eine normale Familie zu haben. Eine Träne kullerte mir über die Wange. Ich wischte sie energisch weg. Mir waren anscheinend unbemerkt die Tränen in die Augen gestiegen. Doch meine Eltern hatten keine verdient!
Außerdem war ich bald da. Ich durchstöberte meinen großen Rucksack, doch fand keine Taschentücher. Also trocknete ich meine Tränen mit den Ärmeln meines Pullovers.
***
Es war gerade Pause, als ich in der Schule ankam. Ich hoffte, dass man mir nicht ansah, dass ich geweint hatte, doch den Gesichtern, die mich mitleidig anblickten, nach zu urteilen war das nicht der Fall.
Na toll!
In meiner Klasse angekommen, nahm mich Alina in den Arm.
»Mir geht's gut«, murmelte ich mit dem Kopf an ihrer Schulter.
»Ist schon gut«, beruhigte sie mich.
»Ist Mrs. Smithers noch da?«
Dan tauchte neben Alina auf und ich hob den Kopf, um zu sehen, dass er den Kopf schüttelte. Sie war schon weg. Natürlich! Mrs. Smithers konnte mich ja noch nie leiden. Ich ließ meinen Kopf wieder in Alinas Schulter sinken.
»Ich muss ins Militärinternat!«, murmelte ich.
»Deine Eltern werden dich doch nicht wirklich dorthin schicken!«, beschwerte sich Dan.
Ich zuckte mit den Schultern. Ich wusste es nicht. Aber was ich wusste war, dass am nächsten Tag die Noten feststanden und das bedeutet, dass ich einen Fünfer in Mathematik haben werde.
Die Klingel ertönte, was bedeutete die Pause war um und die nächste Stunde begann. Alina löste sich von mir und nahm mir meinen Rucksack ab. Ich ging mit ihr zu unseren Tisch und setzte mich.
Der Tag verging für mich wie im Flug. Leider.
Ich saß nun mit Alina, die sich bereit erklärt hatte mit zu mir zu kommen und meine Sportsachen zu holen, im Bus.
»Wenn ich bei dir bin, werden deine Eltern nicht so gemein sein«, erklärte sie.
Ich hoffte sie hatte Recht.
Leider hatte sie Unrecht.
»Und?! Freust du dich schon auf das Camp?«, fragte meine Mutter gleich, als wir ins Haus kamen.
Ich ignorierte sie.
»Ich habe gehört, sie erlauben erst seit diesen Sommer Mädchen dort. Es ist außerdem ein Sportcamp. Das magst du doch, oder?«,, erklärte meine Mutter ganz euphorisch.
Blöde Kuh.
Ich stürmte mit Alina gleich in mein Zimmer und begann meine Sportsachen einzupacken.
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One Girl
Teen FictionMeghan ist eigentlich ein normales Mädchen. Wären da nicht ihre super spießigen Eltern, die sie dazu zwingen über die Ferien in ein Camp zu gehen, in dem den Schülern "gutes Benehmen" beigebracht wird. Eine Militärschule - so sieht Meghan das Camp...
