8. Kapitel ✅

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Mein Wecker weckte mich schlagartig.

Das erste woran ich dachte, war: Mein Leben ist hiermit beendet.

Ich stand auf, duschte und frühstückte. Meine Eltern und Chase ignorierte und blendete ich erfolgreich aus. Danach zog ich mich um. Ich schminkte mich nur ein kleines bisschen mit Mascara und Lipgloss - das, was ich immer trug - und steckte meine Haare in einen unordentlichen Dutt.

Ich sah mich, kurz bevor wir losfuhren, nochmal im Spiegel an.

Ich hatte anscheinend abgenommen, denn mein damals engansitzender Pullover, den ich trug, saß jetzt etwas lockerer. Ich zuckte mit den Schultern und ging voraus ins Auto. Chase kam anscheinend auch mit, den er setzte sich neben mich auf die Rückbank. Er grinste mich schief an, doch ich warf ihm einen bösen Blick zu und sein Grinsen verflog langsam.

Die Fahrt lang sagte keiner von uns ein Wort, und ich wusste, dass ich mit meinem eisigen Schweigen meinen Eltern ein schlechtes Gewissen machte.

Aber ich versuchte auch etwas positives an dem Ganzen zu finden:  Wenigstens ist es ein Sportcamp. Ich konnte meine Muskel also definieren. Und das allerbeste: Ich musste es zwischen den ganzen Jungs nicht alleine aushalten.

Und vielleicht werden ein paar süße Jungs dabei sein...

Doch diesen Gedanken strich ich gleich aus meinen Kopf.

Ich wollte das jetzt nicht. Das hatte ich außerdem Luke erzählt. Und würde ich das nicht halten, hätte ich ein schlechtes Gewissen.

»Und, freust du dich schon, Meg? ich bin sicher du wirst viele neue Freunde finden«, sagte mein Vater und betrachtete mich durch den Rückspiegel.

Ich sagte nichts, sondern schnaubte verächtlich.

»Ich hab ja im Internet gelesen, dass das ein Knabeninternat ist. Da werden erst seit diesem Sommer Mädchen reingelassen«, erzählte mein Bruder.

»Ach, es werden doch sicher noch andere Mädchen im Camp sein«, munterte mich meine Mutter auf.

Ich verdrehte entnervt die Augen.

»Schatz, haben wir dein Keyboard eingepackt?«, fragte mein Dad.

Ich nickte knapp. Es lag im Kofferraum in einer riesigen Reisetasche, weil meiner Mutter darauf bestand, dass ich während den zwei Monaten wenigstens spielen übte. Vielleicht war das gar keine schlechte Idee.

Nach endlos langen 45 Minuten, waren wir endlich da. Ich sah gespannt aus dem Fenster. Das Gebäude war  unglaublich groß. Ich wusste zwar nicht, wie viele Leute da auf die Schule gingen, aber es sah aus, als wären es viele. Auf dem großen Parkplatz davor waren viele Busse platziert und nur vereinzelnd standen ein oder zwei Autos.

Als das Auto schließlich stehenblieb, beteuerte ich meinen Eltern, dass sie wirklich nicht mit hinein kommen mussten.

»Aber Schatz, das ist doch das Mindeste«, sagte mein Dad. Und an seiner Stimme konnte ich erkennen, dass es sich nicht lohnte, mit ihm zu streiten. Seine Entscheidung stand schon fest.

Ich atmete schnaufend aus. Dann stiegen wir alle aus. Bis auf Chase. Er blieb im Wagen. Dad reichte mir die Reisetasche und nahm den Koffer. Dann begleitete er mich zum Gebäude. Mum blieb beim Auto, aber sie winkte mir zu. Ich erwiderte es nicht. Dad stellte den Koffer vor den Stufen zum Internat ab. Ich war anscheinend spät, denn nur noch wenige Jugendliche - kein einziges Mädchen war dabei -standen am Parkplatz und betrachteten mich eingehend. Meinem Dad war es nicht aufgefallen, ansonsten hätte er denen die Hölle heiß gemacht. Er quasselte nur irgendetwas davon, wie groß ich schon bin und so weiter.

»Ja, Dad. Ich sollte jetzt reingehen, ich hab dich lieb.«

Er nickte nur und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
Dann ging er auch schon zurück zum Auto. Die anderen Jugendlichen waren auch schon weg. Ich sah auf dem Gebäude hoch, sodass mein Kopf in meinem Nacken lag.

Dann atmete ich tief durch, packte meine Sachen und ging in das Gebäude.

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