Die nächsten Stunden verbrachte ich auf dem Bett sitzend. Ich dachte darüber nach, wie blöd es wäre, wenn diese Amber wirklich nicht kommen sollte. Bei diesem Gedanken schnürte es mir jedes Mal die Kehle zu.
Ich würde es hier nicht alleine durchhalten. Vor allem, wenn alle Jungs so eingebildet wie Liam sein würden.
Ich will nachhause!
Ich fing an leise zu schluchzen. Heiße Tränen rannten an meiner Wange hinunter. Ich machte mir nicht die Mühe sie wegzuwischen. Es würde sowieso niemand in das Zimmer kommen. Und falls Amber doch kommen sollte, würde ich mich schon irgendwie rausreden können.
Plötzlich klopfte es an einer Türe. Ich zuckte zusammen und wischte mir, so gut es ging, die Tränen weg.
»Herein«, krächzte ich.
Ich wunderte mich, als die Badezimmertüre aufging. Ich dachte es klopfte an der anderen Türe.
Ein großer, braunhaariger Junge stand in meinem Zimmer. Sein Blick glitt suchend durchs Zimmer und blieb dann an mir hängen. Er kam auf mich zu. Sein T-Shirt spannten sich über seinen äußerst muskulösen Oberkörper. Er war viel muskulöser, als Liam. Das konnte man schon durch sein T-Shirt erahnen.
Warum vergleichst du ihn mit Liam?
Ich schüttelte fast unmerklich den Kopf.
»Ich bin Aaron«, stellte sich der Junge vor.
»Meghan«, sagte ich tränenerstickt.
Er sah mich auf einmal mitfühlend an.
»Warum weinst du?«
»Ich-... Keine Ahnung, ehrlich gesagt.«
»Bist du etwa eine Heulsuse?«, fragte plötzlich Liam, der gerade aus dem Badezimmer in mein Zimmer trat.
Ich schüttelte trotzig den Kopf. Ich war zwar vieles- aber keine Heulsuse.
»Oh nein! Wir wohnen neben einer Heulsuse! Troy, hast du das gehört?«
Ich wollte gerade fragen, wer Troy ist, doch da kam ein blonder Junge aus dem Bad und grinste mich frech an. Seine blauen Augen musterten mich.
»Ohje. Die Wände sind leider sehr dünn. Also wenn du in der Nacht anfängst zu heulen, dann komm' ich und erstick dich mit meinem Polster«, sagte jetzt Troy.
Ich musste lächeln, schnappte mir ein großesKissen vom Bett und warf Troy damit ab. Es landete mitten in seinem Gesicht.
»Hey! Stopp! Wenn du schon eine Kissenschlacht starten willst, dann wenigstens in sexy Unterwäsche!«, tadelte Liam und Aaron brach in Gelächter aus.
Ich starrte ihn nur unverschämt an. Troy, mit dem Kissen in der Hand, stimmte Liam mit einem Nicken und einem Grinsen im Gesicht zu.
Ich schüttelte den Kopf, musste aber Grinsen.
»Sind da noch irgendwelche nervigen Jungs, mit denen ich es aushalten muss?«
»Nein, wir sind deine einzigen Nachbarn«, antwortete Aaron.
Na wenigstens waren meine Nachbarn ganz okay.
»Gehst du auch zu der Führung durchs Haus mit?«, fragte Liam.
»Ja. Ihr geht auch hin?«
»Ja, ich und Liam. Troy geht hier ins Internat, also kennt er sich hier aus.«
Ich nickte. Da fiel mir noch etwas wichtiges ein.
»Bitte sag, dass es hier keine Gemeinschaftsduschen gibt«, wandte ich mich hoffnungsvoll an Troy.
Seinem Blick nach zu urteilen, hatte ich unglaublich Pech. Er nickte.
»Naja, jedes Stockwerk hat eine, mit zehn Duschen. Die müssen wir uns zu ungefähr vierzehnt teilen.«
Ich vergrub meinen Kopf in meinen Händen. Mit dem Gesicht in meinen Händen, spürte ich, wie die Matratze, auf der ich saß, leicht unter dem Gewicht von Aaron nachgab. Dann spürte ich eine Hand, die meine Schulter beruhigend tätschelte. Ich seufzte entnervt und sah dann in die Gesichter meine Nachbarn. Mir stiegen wieder die Tränen in die Augen und mein Blick fiel auf mein Keyboard, dass ich auf den Kasten gestellt hatte.
»Du kannst spielen?«, fragte Troy, der meinen Blick anscheinend gefolgt war.
Ich nickte.
»Spiel uns was vor!«, bat mich Aaron.
Ich zuckte bloß mit den Schultern und holte das Keyboard hinunter.
»Was wollt ihr hören?«, fragte ich.
»Egal, aber sing dazu«, meldete sich Liam.
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One Girl
Dla nastolatkówMeghan ist eigentlich ein normales Mädchen. Wären da nicht ihre super spießigen Eltern, die sie dazu zwingen über die Ferien in ein Camp zu gehen, in dem den Schülern "gutes Benehmen" beigebracht wird. Eine Militärschule - so sieht Meghan das Camp...