12. Kapitel ✅

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Nach der Führung gingen wir alle in unsere Zimmer. Wir sollten unsere Mitbewohner besser kennenlernen. Haha.

Ich saß also in meinem Zimmer auf meinem Bett und beschloss Dad und dann Alina anzurufen. Ich überlegte auch kurz darüber nach, ob ich nicht auch Dan anrufen sollte. Aber wir waren eigentlich noch nie der Typ Freunde, die sich oft anrufen, gewesen.

Ich schnappte mir mein Handy und wählte Dads Nummer. Es klingelte dreimal, bevor er abhob.

»Hallo, Schatz!«, begrüßte er mich.

»Hey.«

»Wie geht's dir so im Camp?«

»Ja, es ist toll. Ich hab leider nicht viel Zeit, Dad. Ich und meine Freunde wollen dann noch was machen. Ich wollte mich nur kurz melden«, log ich. Ich war kurz davor zu heulen.

»Okay, na dann wünsche ich dir viel Spaß mit deinen neuen Freunden.«

»Ja.. Liebe Grüße an Chase. Hab euch lieb«, sagte ich und legte auf, bevor er etwas erwidern konnte.

Ich versuchte mich zu beruhigen, dass ich nicht anfing zu weinen. Dann wählte ich Alinas Nummer. Sie hob gleich nach den erstem Klingeln ab.

»Hey, Meggie! Wie geht's dir? Ich vermiss dich schon voll dolle!!«

»Es ist scheiße hier! Ich vermisse dich auch«, schniefte ich.

»Was ist scheiße? Ist diese Amber da?!«

»Nein, ist sie nicht! Das ist scheiße. Aber weißt was noch viel blöder ist?! Es gibt Gemeinschaftsduschen

»Oh nein!«

»Ja!«

»Gibt es dort gar nichts Positives im Camp?«

»Naja... Meine Nachbarn sind nett...«

»Okay. Meinst du Geschwister-nett oder eher heiß-nett?«

»Ähm...« Ich lief rot an.

»Ohhh! Erzähl mir alles!«

»Da gibt es nichts zu erzählen. Ich leg jetzt auf, ja?«, sagte ich, wieder kurz vorm Heulen.

»Okay. Ich hab dich lieb. Ruf mich morgen an!«

»Mach ich. Ich hab dich auch lieb.«

Sie legte auf.

Ich atmete tief durch.

Dann saß ich noch lange im Zimmer und starrte aus dem Fenster in den Himmel, der gerade anfing zu dämmern.

Nach einigen langen Minuten, hörte ich plötzlich lautes Lachen aus dem Nebenzimmer.

Anscheinend hatten die Jungs Spaß.

Ohne nachzudenken stand ich auf und schlich mich leise ins Badezimmer und lehnte mich mit einer Seite an die Türe vom anderen Zimmer, sodass mein Ohr auf der glatten Oberfläche lag.

Ich hörte, dass sie über den Unterricht am nächsten Tag redeten.

Ich bewegte mich ungeschickt, dass die Türe leise knackste. Ich schluckte.

Haben sie mich gehört?

Ich lauschte weiter. Sie hatten kurz aufgehört zu reden, aber nach einigen Sekunden quatschten sie weiter. Ich atmete erleichtert aus. Sie hatten mich also nicht gehört.

Doch plötzlich ging die Tür auf. Sie ging nach außen auf, also flog ich einen halbnackten Liam entgegen. Und, als hätte ich noch nicht genug Pech gehabt, trat ich reflexartig einen Schritt näher zu ihm, sodass sich mein Oberkörper gegen seinen presste.

Ich wich schnell zurück. Die anderen Jungs saßen auf einem Bett und beobachteten mich aufmerksam.

»Ich... Äh- ich wollte nicht...«

Das war eine blöde Idee gewesen. Ich stand nun vor Liam, der mich sowieso nicht ausstehen konnte, und machte mich hier zum Vollidioten.

Ich schüttelte den Kopf, drehte mich um und ging in mein Zimmer. Ich machte die Badezimmertüre zu, schloss sie aber nicht. Dabei liefen mir die Tränen, wie so oft schon heute, die Wangen hinab. 

Warum weinte ich nur so viel?

Ich setzte mich aufs Bett und schlang meine Arme um einen Polster. Ich drückte mein Gesicht in das Kissen und schluchzte.

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Ich drehte mich zu Troy und Aaron um. Beide gaben mir mit einem Nicken zu verstehen, dass ich ihr nachgehen sollte.

Ich verdrehte die Augen, tat es aber.

Ihre Zimmertüre war nicht verschlossen. Zum Glück. Sonst hätte ich mich zum Affen machen und Klopfen müssen.

Ich trat in ihr Zimmer und musste ein Grinsen unterdrücken. Sie hatte ihren Kopf in ein Kissen gedrückt und schluchzte lautstark.

Ich trat vor und die Dielen knarzten unter meinen Schuhen. Sie zuckte zusammen und löste ihren Kopf vom Kissen. Ihre wunderschönen blaugrauen Augen waren leicht gerötet, aber sonst sah sie, wie sonst auch, atemberaubend schön aus.

Ich löste schnell meinen Blick von ihren Augen und starrte den Boden an.

Sie starrte mich jetzt irgendwie wütend an.

»Ich-«

»Du brauchst es nicht zu sagen«, unterbrach sie mich, »Ich weiß es schon.«

Was wusste sie schon?

»Ich weiß, dass du mich nicht ausstehen kannst. Das brauchst du mir nicht mehr sagen«, fuhr sie fort, als ich sie verwirrt anblickte.

Sie wusste gar nicht, wie falsch sie damit lag.

*Freu mich über Kritik und Änderungsvorschläge*

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