Ich entschied das Lied Wake me up von Avicii zu spielen und zu singen. Ich hatte zwar kein Lampenfieber, jedoch war ich sehr nervös. Aus irgendeinen Grund, wollte ich, dass ich ihnen gefalle. Wahrscheinlich, da ich keine Freunde hatte und kein Außenseiter sein wollte.
Jedenfalls fing ich an zu spielen, und Troy und Liam machten es sich auf dem anderen Bett gemütlich. Das Keyboard lag auf meinem Schoß.
»Feeling my way through the darkness. Guided by a beating heart. I can't tell where the journey will end. But I know where to start. They tell me I'm too Young to understand. They say I'm caught up in a dream«, begann ich zu singen.
Beim Refrain sah ich das erste Mal in die Augen meiner Zuhörer. Die Münder von den Dreien standen offen und sie beobachteten mich mit hochgezogenen Augenbrauen. Ich grinste während dem Singen.
Kurz vor Schluss des Liedes wurde ich vom Klopfen der Türe unterbrochen. Ich hörte auf zu singen.
»Herein!«, rief ich, da sich keiner von den Jungs bewegt hatten. Auf meinen Lippen lag immer noch ein Lächeln.
Die Tür ging auf. Auf dem Gang stand eine Gruppe aus mindestens fünf Jungs. Sie allen sahen zuerst aufgebracht und dann verwirrt aus.
»Hast du da gerade gesungen?«, fragte der Junge, der die Tür aufgemacht hatte.
Ich nickte zögerlich und mein Lächeln verflog.
Endlich bewegte sich einer der Jungs. Liam.
»Hey, verpisst euch! Wir waren zuerst hier!«, schrie er.
Die Jungs zögerten, schlossen dann aber doch die Türe.
»Das war aber nicht nett«, gab ich zu bedenken, doch Liam zuckte nur mit den Achseln.
"Wechsele nicht das Thema. Wo zum Teufel hast du so singen gelernt?!", fragte Aaron an mich gewandt.
»Ich... Ich weiß es nicht. Ich singe einfach, und es passiert.«
»Es passiert?«, fragte jetzt Troy misstrauisch.
Ich nickte. Ich wusste nicht, wie ich es erklären sollte.
»Ich glaube, wir sollten langsam gehen. Es ist schon kurz vor vier«, unterbrach Liam die Stille.
Alle nickten.
»Ich werde dann wohl in unserem Zimmer hocken und mich langweilen«, sagte Troy.
Ich sah ihn gespielt mitleidig an. Er grinste mich darauf an. Doch sein Blick blieb nicht lange an meinem Gesicht hängen, er musterte mich. Von meinem Gesicht, bis hin zu meinen Beinen. Ich beobachtete ihn dabei. Ich sah in seine tiefblauen Augen. Sie waren so schön. Ich hatte das Gefühl, dass ich durch seine Augen in seine Seele blicken konnte. Mir fiel erst auf, dass keiner ein Wort sagte, bis Liam sich räusperte. Ich löste meinen Blick schnell von den blauen Augen, und sah in die braunen Augen von Liam. Sie waren im Gegensatz zu Troys Augen fast schon schwarz.
»Wir sollten jetzt wirklich gehen«, sagte Liam.
Ich nickte und wir verabschiedeten uns von Troy.
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Die ganze Führung durch das Haus, konnte ich kaum meinen Blick von ihr lösen. Sie faszinierte mich auf eine Art, wie ich es noch nie bei einem Menschen gespürt hatte. Die Art und Weise, wie ihre Augen aufleuchten, wenn sie lachte... Oder wenn sie sang.
Sie drehte sich ein paar Male zu mir um und lächelte mich ansatzweise an. Jedoch musste ich jedes Mal den Blick von ihr lösen, damit ich nicht anfangen wollte in ihre wunderschönen blaugrauen Augen zu starren.
»Na, was hältst du von Meghan?«, fragte mich Aaron.
Aaron und ich kannten uns erst seit ein paar Tagen. Wir sind ungefähr zeitgleich ins Camp gekommen. An dem Tag, an dem die Schule aufgehört und die Sommerferien begonnen hatten. Die meisten kamen um diese Zeit. Aber viele Leute kamen erst heute. Denn heute war der letzte Tag der Anmeldung, dass heißt, wenn jemand heute zu spät kam, dann würde das Camp ihn nicht mehr annehmen.
»Liam?«, fragte Aaron.
»Oh- äh, sie ist okay«, antwortete ich.
Er zog eine Augenbraue in die Höhe, und ich verdrehte übertrieben die Augen.
Kurz danach wurden die Namen aufgerufen. Die Mädchen waren zuerst dran.
»Amber Perry?«, fragte der Internatsleiter.
Keiner meldete sich.
»Meghan Nicole Johnson?«, fuhr er fort.
Sein Blick schweifte durch die Menge und als er Meghan gefunden hatte, nickte er bloß und fuhr fort.
»Aaron Hunter?«
»Hier«, meldete sich Aaron und stand selbstbewusst auf.
Mein Name war einer der letzten. Aber als mein Name gesagt wurde stand ich nicht auf, sondern hob einfach nur die Hand.
»Ein kleiner Akt der Rebellion«, hätte meine Mutter jetzt gesagt. Vielleicht hätte sie da sogar Recht.
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One Girl
Teen FictionMeghan ist eigentlich ein normales Mädchen. Wären da nicht ihre super spießigen Eltern, die sie dazu zwingen über die Ferien in ein Camp zu gehen, in dem den Schülern "gutes Benehmen" beigebracht wird. Eine Militärschule - so sieht Meghan das Camp...
