Thirty nine

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C E L I A

Ich war fest davon überzeugt, dass Amara für all die Probleme und dem Unheil in meinem Leben verantwortlich war. Ich war dermaßen wütend auf sie, dass bei mir auch der Geduldsfaden endgültig gerissen geworden war. Ich hatte die Anwesenheit dieser Schnepfe so unglaublich satt.

Als würde es nicht schon genügen, dass ich ihretwegen misstrauisch wurde und somit Cole keine aufrichtige Empathie mehr zeigen konnte, nannte er mich auch noch bei ihrem Namen. Das war der Moment gewesen, in dem mir klar wurde, dass sie regelrecht eine Bedrohung darstellte.

Dieses Desaster hatte etwas mit ihr zutun und ich würde dahinter kommen. Ich war es so leid, mich ihretwegen verunsichern zu lassen. Und wenn Cole offenbar nicht imstande war, mir zu erzählen, was es mit ihr und ihm eigentlich auf sich hatte, musste ich selbstständig vorangehen.

Seit dem gestrigen Vorfall in der Bar hatte ich mit ihm kein einziges Wort mehr gesprochen. Ich war davon gestürmt, wobei er mir lediglich nach gesehen hatte. Das war für mich absolut in Ordnung gewesen. Ich hatte nicht gewollt, dass er mir hinterher lief. Nicht in dieser Situation.

Eigentlich hatte ich ihn mit der Absicht aufgesucht, um mich wieder mit ihm zu versöhnen, weil uns die Distanz und das Schweigen auf Dauer enorm zusetzen würde, aber jetzt fühlte es sich so an, als hätten wir uns voneinander noch mehr entfernt. Ich war unglaublich enttäuscht.

Ich wollte ihm sogar nicht die Chance für eine Erklärung geben. Er konnte nicht rückgängig machen, was geschehen war und der Grund, wieso es überhaupt so weit kommen musste, war mir total gleichgültig geworden. Ich möchte nicht wissen, was ihm durch den Kopf ging.

Wahrscheinlich war ich nicht einmal deswegen so unfassbar sauer. Es tat bloß unerträglich weh, dass jemand Drittes zwischen uns geraten war, obwohl ich auf unsere starke Bindung blind vertraut hatte. Ich hatte geglaubt, uns würde das niemals passieren, weil wir uns liebten.

Ich war mir meinen Gefühlen zu ihm natürlich im Klaren, aber ich war mir nicht länger sicher, ob er dasselbe auch für mich fühlte. Wenn ich es mir sogar recht überlegte, ging es ihm in letzter Zeit doch nur um Amara und wie er mit ihrer Rückkehr umgehen sollte. Es war so offensichtlich gewesen.

Ich dummes Ding wollte es bloß nicht wahrhaben. Ihretwegen hatten wir uns andauernd gestritten und dies war ihm mehr bewusst gewesen als es mir war und dennoch tat er nicht mehr, außer mich rücksichtslos und grob zu behandeln. Als hätte ich neben ihr keinen Wert.

Tränen brannten sich wieder in meine Augen und ich schrie abrupt auf, während ich mehrmals verzweifelt gegen das Lenkrad schlug. "Beruhig dich, Celia. Du musst dich beruhigen!" Wie ein Mantra sprach ich mir ständig diese sieben Worte zu, bis ich die Kontrolle bewahren konnte.

Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht. Ich durfte nicht schwach werden, ich hatte in den letzten Tagen genug geweint und mich selbst bemitleidetet. Das musste aufhören, verdammt nochmal. Wo steckte nur die Frau, die sich von keinem Kerl auf dieser Welt unterkriegen ließ?

Mein Handy klingelte. Es ragte ein wenig aus meiner Tasche heraus, wodurch ich Suelas Namen gut erkennbar lesen konnte. In diesem Augenblick war ich erleichtert, dass sie mich nicht per Videoanruf sprechen wollte. Ich schniefte kurz, atmete tief durch und nahm anschließend an.

"Celia, ich muss dich um einen Gefallen bitten. Bist du momentan unterwegs?" Sie klang dezent hysterisch. "Ich sitze im Auto. Worum geht's?" Ich hoffte inständig, dass sie mir nicht an meiner Stimme anmerkte, dass ich schon wieder geweint hatte. Dieses Gespräch wollte ich nicht führen.

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