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Magnus PoV

Mein Herz überschlug sich bei seinen Worten, in seinen Augen erkannte ich, dass er es wirklich meinte.
„D-Das ist...irgendwie nicht logisch."
Er hob eine Braue und meine Wangen wurden wieder ein wenig wärmer, sie waren vermutlich durchgehend rot, was irgendwie peinlich war, aber ich konnte nicht anders.
Zudem lag seine Hand noch auf meiner, streichelte meinen Handrücken und hinterließe ein kribbeln bis in meinen Bauch.

"Nicht logisch? Warum?"
„Naja du bist Captain des Football Teams, klug, attraktiv... Was könntest du von mir wollen?" Meine Stimme wurde am Ende leiser, während ich seinem Blick auswich.
Er schwieg einen Moment, in dem ich meine Worte schon bereute.
„Du hast keine Ahnung, welche Wirkung du auf andere hast oder?"
Verwirrt sah ich auf, in sein sanftes Lächeln, das mich schon die ganze Zeit ein wenig schmelzen ließ.
„Wovon redest du?"

„Magnus, es ist logisch, dass ich mit dir ausgehen wollte. Du bist begehrenswert und ich bin froh, dass du single bist, ich wollte dich ehrlich gesagt schon ein wenig früher ansprechen, aber da war ich ein wenig zu schüchtern", er grinste schief, ein wenig verlegen, während meine Augen sich ein wenig weiteten.

„Guck nicht so ungläubig!", lachte er und trank ein großen Schluck von seinem Shake, meiner war halb leer, weil ich immer wieder dran genippt hatte.
„Tu ich ni....okay vielleicht ein bisschen. Aber es kommt mir vor wie in einem dieser Filmen aus Hollywood."
Ich bekam ein wenig mehr Selbstvertrauen und sagte einfach, was in meinen Kopf kam, naja einen Teil davon.

Dass er unglaublich heiß aussah, wie er sich so mit der freien Hand durchs dunkle Haar fuhr, behielt ich für mich, und bescherte mir erneut warme Wangen.
„Und wie gehen diese Filme aus?", fragte er in neckendem Ton.
Ich wusste, dass er diese Filme kannte.
„Happy End."
Ich erwiderte sein Lächeln schüchtern, da zog er sein Handy aus der Tasche, um auf die Uhr zu sehen.
Er seufzte traurig.

„Es ist schon sechs Uhr Magnus, ich muss langsam heim. Meine Geschwister warten vermutlich und ich muss noch mit Jace lernen", er klang, als würde er gerne ewig hier bleiben, aber die Erwähnung des anderen Jungen brachte mich etwas aus der Fassung. "Wer ist jace?", ich konnte mich nicht stoppen. "Mein Bruder, der blonde Typ, der immer mit mir rum läuft."
Etwas verwirrt betrachtete ich ihn, während er sein Glas leerte.
„Bruder? Ihr seht euch nicht gerade ähnlich."

Er lächelte, während er der Kellnerin zu winkte, ich kramte in meiner Jacke nach dem Geld.
„Er ist mein Adoptivbruder. Höre ich da etwa eine Spur Eifersucht?"
Ich schüttelte den Kopf, doch meine roten Wangen verrieten mich, mal wieder.
„Das ist ziemlich süß."
Ich lächelte vor mich hin.

„Okay, zusammen oder getrennt?", fragte die Kellnerin schließlich und ich sah ihn unsicher an, da hatte er aber schon geantwortet. "Zusammen."
„Alec ich kann für mich zahlen", beschwerte ich mich leise, doch da hatte er das Wechselgeld schon eingesteckt.
„Ich weiß, dass du das kannst, aber ich hab dich eingeladen."

Ich antwortete nicht, ich war ein wenig sprachlos, da stand er auf und hob mir die Hand hin um mir auf zu helfen.
Ich ließ mich von ihm hoch ziehen, dann ließ er meine Hand los, legte seine an meinen Rücken und führte mich sanft raus.

Es war noch hell und warm, schließlich war Sommer, fast das Ende des Schuljahres.
„Dann danke, wie kann ich dir das Geld zurück geben?"
Ich hasste es eigentlich, eingeladen zu werden.
Wir liefen nebeneinander her.
Grinsend sah er mich an.
„Auf dem nächsten Date vielleicht."
Rote Wangen, gesenkter Blick, pochendes Herz, wie ich es von mir kannte.

„Du willst dich....weiter mit mir treffen?."
„Du bist so schüchtern, es macht mich verrückt Magnus. Natürlich möchte ich mich weiter mit dir treffen, wenn du auch willst."
Schnell nickte ich, was ihm ein lachen entlockte.
Es klang wie Musik in meinen Ohren.

„Also schön, wo wohnst du?"
„Nicht weit von hier, etwa zehn, fünfzehn Minuten. Warum?"
„Ich bringe dich natürlich nach Hause!"
Ich setzte zu einem Protest an, doch er sah so entschlossen aus, dass ich es schließlich ließ. "Wenn du willst."
Ich wollte auf jeden Fall noch mit ihm reden, seine Nähe haben und dass dieser Abend nie endete.
Wie in einem kleinen Universum, wo wir endlos reden konnten.

Also schlug ich den Weg zu meiner Wohnung an, schlenderte neben ihm her.
„Erzählst du mir von deinen Geschwistern?", fragte ich schüchtern.
„Klar. Ich hab eine Schwester, Isabelle, schwarze Haare, ständig enge Kleider.
Bei ihr bricht ständig mein Beschützer Instinkt aus, deshalb hat sie vermutlich keinen Freund, obwohl ihr viele hinterher sehen.
Naja, da gibts Simon...
Und mein Bruder,Jace. Er kam zu uns, als er zehn war, seine Eltern starben bei einem Unfall.
Übrigens hast du meine Frage vorhin nicht beantwortet, zu deinem Outing.
Wenn du es erzählen möchtest."

Ich war fasziniert von ihm, seinen Geschichten und seiner Interesse.
„Achso, ja. Ich hatte bisher nur eine Freundin, eine ziemliche Hexe. Das hab ich aber erst bemerkt, als sie mich geoutet hatte, ich war das Schulthema ganze drei Wochen lang.
Naja, aber ich wurde von den meisten akzeptiert oder ignoriert."
Er nickte.
„Eine wirkliche Hexe. Deine einzige Beziehung?"
„Jap. Wie war es bei dir?"

„Naja ich hatte nie etwas mit Mädchen am Hut, bis ich meine Schwester schließlich gefragt hab, wie sich liebe anfühlte.
Tja damals war ich eben in einen Jungen verliebt.
Für meine Familie war das nie ein Problem, Hauptsache ich spielte weiter gut Football."
Er klang damit nicht wirklich glücklich.
„Wenn du kein Footballer werden möchtest, was ist dein Traum?"

Er zögerte sichtlich, unsicher, ob er es mir erzählen wollte.
Ich konnte mir vorstellen, dass er es nicht vielen erzählt hatte, wenn seine Familie so drauf war.
Ich hoffte wirklich, er vertraute mir genug, um es zu erzählen, ich war ziemlich neugierig. "Ganz ehrlich? Ich würde gerne etwas mit Kunst machen..."
Überrascht sah ich ihn an, war dabei stehen geblieben, denn wir waren vor meinem Haus angekommen.
Leider.

„Wir sind da?"
Ich seufzte leise, in seine Augen verloren.
„Wir sind da."

Love bet- MalecWo Geschichten leben. Entdecke jetzt