Kapitel 15

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Ich lag auf der Wiese vor dem Wald und starrte in den Himmel. Es war Sonntag. Donnerstagabend war nichts anderes mehr geschehen. Ich hatte Lea abgesagt und hatte niemandem davon erzählt.

Nur leider hatte ich mich zu früh gefreut. Am Freitagmorgen als ich das Klassenzimmer betrat, haben alle, wirklich alle von ihren Handys aufgesehen und mich angestarrt. Warum haben sie das getan? Ach ja. Die kleine Mädchengruppe, die vor dem Restaurant an uns vorbei gelaufen war, hatte ein Foto von mir und Callom gemacht. Das erste zeigte mich und ihn wie wir uns ansahen und er noch meine Hand gehalten hatte. MEINE HAND. Das zweite zeigte, wie wir uns umarmten. Unter den beiden Bildern stand. Hat Callom Spencer, mit der Neuen(Vivien Davenport) ein Date? Ja hat er, eindeutig. Lea hatte mich fast umgebracht weil sie nichts davon wusste und dachte wir hätten doch ein Date. Ich hatte sie aufgeklärt, aber sie wollte mir nicht glauben weshalb ich sie die ganze Schulzeit über nur noch ignoriert habe. Ihr Pech. Evelyn hatte ich nicht gesehen. Leider hatte die ganze Schule diese Nachricht gesehen. Ganz toll.

Ich schloss die Augen und fummelte die dunkelgrauen Handschuhe hervor. Seit ich im Krankenhaus gewesen war, bestand meine Mutter darauf dass ich immer superwarm angezogen war. Mütter. Obwohl noch fast drei Wochen bis zu Weihnachten hin waren, hatte ich das Gefühl überall Weihnachtsmänner zu sehen. " Da ist aber jemand sehr gut drauf." ich blinzelte und nahm Callom wahr. " Ja, das ist der einzige Ort wo ich nicht von Mädchen schreiend gefragt werde, wie ich das mit dem" ich deutete Gänsefüßchen in der Luft an" Date hinbekommen habe. Die laufen mir hinterher wie die Hühner. Ich hab kaum noch Ruhe." " Tja, was soll man machen. Du bist übrigens nicht die einzige die verfolgt wird. Ich kann kaum noch meinen Pincoode am Spint eingeben, ohne Angst zu haben das eine Gruppe verrückter Kichererbsen um die Ecke kommt." Mit verrückten Kichererbsen waren wohl wir Mädchen gemeint." Es war viel einfacher als du noch nicht da warst." Ich schnappte empört nach Luft. " Bitte ich kann auch wieder gehen." Callom lachte. " Nein, brauchst du nicht. Wir sollten nur in nächster Zeit nicht zusammen erwischt werden." Erwischt werden? " Was meinst du denn jetzt damit?" " Keine Ahnung, ich tue und sage in letzter Zeit Sachen, die ich sonst nicht zeigen würde." Meinte er damit die Umarmung vor dem Restaurant und die tröstenden Worte, die er mich zu geflüstert hatte? Bitte nicht. Lass das alles wahr gewesen sein, es hatte sich so gut angefühlt.

Mir wurde warm als ich sah das Callom mich musterte. " Was hast du?" fragte ich nervös. Eine Spur zu nervös für mich. " Hast du Angst?" " Nein, warum?" " Du siehst nervös aus. Ich verbinde Nervosität immer mit Angst." Aha. Tja da liegt er falsch. Das einzige wovor ich Angst hatte war... ja wovor hatte ich eigentlich Angst? Ich wollte darüber nicht reden und nicht nachdenken, also zog ich die Knie an und starrte auf die Fäden meiner graue Hose. " Vivien?" " Mhm?" " Du hast mir meine Frage nicht beantwortet." Oh. " Achso, nein ich hab keine Angst, zu mindest ist mir bis jetzt nie etwas passiert wovor ich hätte Angst haben müssen." " Aber jeder Mensch, egal ob wandeln oder nicht, hat doch vor irgendetwas Angst. Meinst du nicht auch?" " Darüber mache ich mir eigentlich nie Gedanken." Ich betrachtete den Himmel. " Aber wo ich jetzt so darüber nachdenke, würde ich schon gerne wissen, ob ich irgendwann mal vor etwas oder jemandem Angst hätte." Ich stutze kurz nachdem ich das gesagt hatte. Redeten Callom und ich gerade wirklich über Angst? Das war ja so als ob... "Du siehst heut übrigens ziemlich süß aus. Rosa steht dir." Hoppla. hatte ich da gerade etwa ein Kompliment von ihm bekommen? " Danke. Die Jacke ist aber rosè farbend . " " Rosè, Pink, Rosa, ist doch alles das gleiche." Ich kicherte und legte den Kopf schief. " Erzähl mir was."" Häh, was soll ich dir denn sagen?" " Mhm, überlegen. Irgendetwas, über dich, über die Welt über.." " Ich glaube ich muss dir gar nichts erzählen außerdem würde ich gerne wissen, was du da gerade machst?" Mein Grinsen verschwand. Ich hatte während meines Gelabers gar nicht gemerkt, dass ich meinen Kopf auf seine Schulter gelegt hatte. Jetzt jedoch wäre es sehr komisch, wenn ich ruckartig den Kopf wegnehmen würde weshalb ich ihn weiter liegen ließ. " Keine Ahnung." Er lachte und mir wurde warm ums Herz. Er ließ seinen Kopf sinken und lehnte ihn an meinen. In meinem Brustkorb begann es wie wild zu klopfen. Als ich mir gerade einreden wollte, dass das wahrscheinlich bei jedem Jungen gewesen wäre, fiel mir auf das es bei Jake nie so gewesen war.

Gefunden (Abgebrochen)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt