Kapitel 24

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Arghhh! Ich stapfte wütend durch den dunklen Wald. Ich hasste sie. Ich hasste sie alle. Ich hasste den Betha. Ich hasste Jake. Ich hasste Madison. Ich hasste diese Gottverdammte Gegend. Ich hasste Grönland. Ich hasste sie, alles zusammen.

Ein kleines hellrotes Licht erschien vor uns. Der Eingang zur NSWR (die Nördliche Sicherheitsschläuse des Weißen Rudels.) Ein hellrotes Licht! Im Wald! Auffälliger geht es ja gar nicht. Wir kamen näher und der Betha legte seine rechte Hand auf den rot leuchtenden Bildschirm. Eine monotone Frauenstimme ertönte und hallte im Wald wieder. Also spätestens jetzt wussten alle Waldbewohner das wir hier waren. " Person identifiziert. Sicherheit bestätigt. Willkommen in der NSWR Mr. Davenport! " Der Betha trat zurück und man hörte ein dumpfes Geräusch. Als würde eine Steinplatte über eine andere geschleift werden. Meine Vermutung bestätigte sich als sich ein Loch im Boden auftat. Nun überkam mich doch ein kleines bisschen Vorfreude, mein altes Zuhause wiederzusehen. " Jake, du gehst zu Letzt", sagte er, bevor er in dem Loch verschwand das sich augenblicklich wieder hinter ihm schloss. Madison ging auf das Licht zu und legte ihre Hand auf den Screen. " Person identifiziert. Sicherheit bestätigt. Willkommen in der NSWR Mrs. Chattfield." Sie stieg ebenfalls in die Öffnung hinab und verschwand. Nun war ich an der Reihe und ich legte vorsichtig meine Hand auf die kühle Oberfläche des roten Screens und wartete. Und wartete." Person nicht identifiziert. Sicherheit nicht bestätigt." Verdutzt starrte ich das Licht an das fröhlich weiter vor sich hin leuchtete. " Was ist denn jetzt los?", fragte Jake hinter mir und begutachtete das Gerät. Dabei trat er so nah an mich heran, dass sein Brustkorb meinen Rücken berührte. Also sehr nahe. Ich knurrte daraufhin, doch er schien es gar nicht zu bemerken. Mit Jake im Wald. Alleine? Nein bloß nicht! "Hier, versuch's noch mal." Ich tat was er mir sagte und ließ meine Hand erneut auf das Licht sinken. " Person identifiziert. Sicherheit bestätigt. Willkommen in der NSWR Mrs. Davenport." Das Loch tat sich auf und ich setzte vorsichtig meinen Fuß ins Schwarze. Nichts. "Ähm. Jake? Wie soll ich darunter kommen?" Keine Antwort. "Jake? Was soll ich...", jemand schubste mich und ich fiel vorn über in das schwarze Loch. Ich bekam einen riesen Schreck und schrie hysterisch auf. Das, Nichts, entpuppte sich als eine Rutsche und ich landete hart mit dem Bauch auf dem Boden. Während der folgenden Rutschfahrt versuchte ich mich auf den Rücken zu drehen und kam unten in einer sehr merkwürdigen Haltung an. Fluchend erhob ich mich und wollte einige Beleidigungen die Rutsche empor schleudern, da erhaschte etwas anderes meine Aufmerksamkeit. Ich stürzte mich an das hölzerne Geländer und sah mich um. Eine große Halle, von der mehrere Gänge abzweigten, lag vor mir und mein Unterkiefer klappte nach unten. An der Decke hingen Baumwurzeln hinab an denen große Laternen befestigt waren. Sie verströmten ein warmes Licht und alle guten Erinnerungen an meine Kindheit kamen in mir hoch. " Komm schon, Schnarch- Nase", hörte ich Madison rufen. Zurückgezogen aus meiner stillen Bewunderung drehte ich mich um. Mein Vater, äh Betha, sah mich auffordernd an. Madison hatte sich wieder bei Jake eingehakt und hing an seinen Lippen während er sich mit einem andere Jungen unterhielt, der mir unbekannt war. " Vivien, du gehst mit Liam. Er wird dich zu deinem Zimmer bringen." Auch wenn ich eigentlich wusste wo ich hin gehen musste, sagte ich diesmal nichts. Ich musterte Liam von oben bis unten. Seine schwarzen Haare hingen ihm ein wenig ins Gesicht. Unter der dunklen Matte konnte ich zwei honigbraune Augen erkennen. Ohne irgendwelche Vergleiche an ihm zu finden, musste ich plötzlich wieder an Callom denken. Wo er wohl gerade war und was er wohl gerade machte? "Komm, folg mir!" Liam lächelte mich an und stieg eine schmale Treppe nach oben. Auch wenn ich gerne in die Halle hinuntergegangen wäre, freute ich mich schon auf den Anblick meines Zimmers. Ich hatte die Wände immer mit lauter Zeichnungen beklebt, selbstgebastelte Sachen an die Decke gehängt und das größte Chaos hinterlassen, dass man sich vorstellen konnte.

Wir gingen einen langen Flur entlang wo rechts und links lauter Holztüren eingelassen waren. In ihnen waren Zimmernummer und Name des Bewohners eingelassen. 56,57,58,59. Ich quetschte mich an Liam vorbei und rannte weiter. Zimmer 63. Da war es. Ehrfürchtig kniff ich die Augen zusammen und öffnete die Tür. Ich öffnete die Augen und hätte am liebsten vor Enttäuschung aufgeschrien. Die kahlen Wände, der saubere Boden und der grässliche Geschmack des weißen Rudels sprangen mir entgegen. Nicht erinnerte daran, dass ich hier vor kurzem noch gelebt hatte. Ich drehte mich zu Liam um, doch er war verschwunden. Super. Haut der einfach ab. Ich schloss die Tür und trat in die Mitte des runden Raumes. Ich betrachtete das Bett mit der hellgrauen Bettwäsche. Quälend schob ich die Decke beiseite und sah auf das Bettlaken hinab. Es war wie früher auch, aus Kaninchenfell. Ich schüttelte angewidert den Kopf. Ekelhaft. In einer Ecke sah ich vier Kartons aufeinandergestapelt stehen und lief schnell auf sie zu. Ich nahm den ersten herunter und öffnete ihn. Meine ganzen gebastelten Sachen lagen darin auf einem Haufen. Die meisten kaputt und zerbrochen. Ich holte einen Schmetterling hervor und besah mir den zerrissenen Flügel und die abgebrochenen Fühler. Ich hatte bestimmt eine Woche an ihm gearbeitet, um das Flügelmuster so hinzubekommen wie ich es nun verschmiert vor mir sah. Eine Frechheit war das. Ich nahm einen weiteren Karton hinunter. Darin befanden sich meine Zeichnungen, deren Ecken ebenfalls geknickt waren oder einen Riss hatten. In den anderen Kisten fand ich noch ein paar Kleinigkeiten, Bastelmaterial und Fotos. Die Bilder die mich mit meinen Eltern zeigten, fanden sofort ihren Weg in den Papiermülleimer. Auch die mit Jake und mir. Ich musste hier weg. Und zwar so schnell es ging. Hier konnte ich nicht bleiben. Ich wollte nach Hause, zu meiner Mutter meinen Freunden und Callom. Einfach weit weg von hier. Ich stürmte zur Tür und riss sie auf. Mit Tränen überströmt, stolperte ich in den Gang und begann zu rennen. Ich musste hier weg!

Gefunden (Abgebrochen)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt