Kapitel 34

39 11 0
                                    

"Moment mal. Ich hatte euch nie um eure Hilfe gebeten...", beklagte sich Kiran. Ich stand vom Stuhl auf und lächelte. "Tja nun hast du uns  am Hals. Ob du willst, oder nicht!", verkündete ich ihm stolz. Er war sichtlich überrascht. "Ich.....bedanke mich bei euch.", brachte er mühsam hervor. Sy'kira machte einen Schritt nach vorne und sagte: "Dank uns erst, wenn wir deine Schwester gefunden haben." Dael machte sich auf zur Tür, blieb aber stehen und meinte: "Ich denke wir sollten uns so schnell wie möglich auf die Suche machen." Er liess uns alle in dem grauen, kühlen Raum zurück und verliess den Kerker. Ich wechselte ein paar fragende Blicke mit Sy'kira. Auch wenn Dael vorhin zugestimmt hatte, hätte ich nicht geglaubt, dass er sich so schnell an die Arbeit begeben würde. Mintox verliess den Raum nun ebenfalls. "Und wohin soll Kiran gehen?", fragte ich die beiden. "Wir werden wahrscheinlich morgen aufbrechen... zeig ihm doch eins der Gästezimmer im Ostflügel. Ich denke es geht in Ordnung, wenn wir ihn für diese Nacht als Gast sehen.", antwortete mir Sy'kira, während sie Mintox aus dem Raum folgte. Ich dachte kurz nach und deutete mit Winken an, dass Kiran mir folgen sollte. Wir liefen aus dem Kerker hinaus. Zuvor hatten uns noch ein paar klägliche Gestalten um ihre Befreiung angefleht, doch ich denke es war die richtige Entscheidung sie drinnen zu lassen. Das Gericht hatte seine Gründe diese Leute einzusperren. Während wir durch die einzelnen Korridore gingen, sah ich aus dem Augenwinkel, wie Kiran ziemlich offensichtlich das Schloss bewunderte. Ich schlug den Weg zum Ostflügel ein, als mich Kiran etwas fragte: "Ihr seht mich wirklich als Gast? Immerhin hatte ich versucht dich und diesen Prinzen umzubringen....", er senkte seinen Blick entschuldigend. Seine Ohren waren an seinem Kopf angelegt und er wich meinem Blick aus. Ich schritt näher zu ihm und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Keine Sorge. Mach dir nicht so viel Gedanken darüber. Du bist nicht der Erste der mich schon versucht hat umzubringen. Dael hat ja nicht wirklich was abgekriegt. Ausserdem hat er dir schon verziehen, denke ich.", sagte ich zu ihm mit einem freundlichen Lächeln. "...aber geht das wirklich in Ordnung? Ich stamm vom einfachen Volk und bin nicht mal von der selben Rasse wie ihr.", wendete er ein. "Ach weisst du, hier sind wir ziemlich offen für alle Rassen. Bis vor kurzem war ein Elf in unserer Gruppe, doch er......naja, er hat sich eben aus dem Staub gemacht.", ich nahm meine Hand von seiner Schulter und setzte meinen Weg fort. Ich ging wahrscheinlich etwas schnell, denn er musste zuerst ein wenig laufen um aufzuholen. "Du sprichst von dem Typen, der dem Elf in Fuchsfeld so ähnlich sieht, nicht wahr?", fragte er. Ich muss sagen, dass die Gefühle von Halbfüchsen ziemlich einfach zu lesen sind. Anhand von den Ohren und Blickwinkel, erkennt man in welcher Stimmung sie sind. Seine Ohren zuckten in die verschiedensten Richtungen, da die Geräusche, die Bedienstete verursachten ziemlich laut waren. Ein paar Bedienstete die uns entgegen kamen, machten einen Bogen um uns, da sie ihn von heute morgen erkannten.  "Zalma..die starren so komisch..", begann er. Ich hatte es auch bemerkt. "Ignorier sie einfach.", sagte ich ruhig. Kiran schien das aber nicht so leicht zu fallen, denn er versteckte sich lieber hinter meinem Rücken. "Sag mal ist der ein Kind?", dachte ich ein bisschen genervt. Wir liefen noch die letzte Treppe hoch und bogen dann rechts ab. In diesem Korridor befanden sich Gästezimmer für Leute höheren Ranges. Diese Zimmer waren sogar besser ausgestattet, als mein eigenes. Ich öffnete eine Tür zu irgendeinem Gästezimmer und hielt sie für Kiran offen. Er betrachtete das Zimmer grossäugig. "Willst du nicht eintreten?", fragte ich gezwungen nett, denn er hatte nicht aufgehört dieses Zimmer zu betrachten. Für ganze fünf Minuten! Etwas aus dem Konzept gebracht betrat er schnell das Zimmer. Ich schloss die Tür hinter ihm und ging schnell zum Balkonfenster. Die Luft da drin war stickig, da schon seit Ewigkeiten niemand mehr dieses Zimmer betreten hatte. Schnell öffnete ich das Fenster und ging zum Gästebett um die Bezüge von Staub zu befreien. Ich klopfte das Kissen und die Decke aus. Kiran stand etwas unbeholfen im Raum und trat vom einen Fuss zum anderen. "Du kannst es dir gemütlich machen. In ein paar Stunden dürfte es Abendessen geben. Ich werde eine Freundin von mir darum bitten, dir rechtzeitig bescheid zu geben.", bei diesem Satz dachte ich natürlich an Eiji. Kiran starrte mich ziemlich verwirrt an. "Ihr lasst mich also auch noch mit euch essen?!", fragte er schliesslich. Nun war ich es, die ihn verwirrt anschaute. "Natürlich isst du mit uns. Schliesslich bist du unser Gast. Kann es sein, dass du das noch nicht begriffen hast?", entgegnete ich ihm scherzend. Er legte seine Ohren beschämt an. Wahrscheinlich schämte er sich für die ganzen Fragen, die er gestellt hatte. "Die Sonne wird in wenigen Stunden untergehen. Ich werde noch ein wenig trainieren und mich nützlich machen. Ich überlass dir, was du machen willst.", sagte ich und verabschiedete mich von Kiran. Ich hopste die einzelnen Stufen der Treppe runter und machte meinen Weg schnell zum Innenhof. Ich raste über den gepflasterten Platz, an dem sich viel Bedienstete bei der Arbeit befanden. Mein Weg führte mich zu der Waffenkammer, in der mein Schwert und die Waffen der anderen speziell aufbewahrt wurden. Die Waffen für die Garde waren in einem anderen Raum stationiert. An die Waffenkammer grenzte der Drachenstall, in dem sich unsere treuen Freunde befanden. Ich griff nach meinem Schwert und wollte mich umdrehen, als ich jemanden nach mir rufen hörte. "Hey, Zalma! Hast du Lust mit mir zu kämpfen?", rief Dael enthusiastisch, der gerade bei der Waffenkammer angekommen war. "Ich nehme an du wolltest doch trainieren, oder?", fragte er mich während er mich musterte. Ich antwortete ihm, während ich, die zu meinem Schwert dazugehörige, Schwertscheide nahm: "Jap. Genau das hatte ich vor." "Also....kämpfst du mit mir?", fragte er grinsend. "Klar, aber mach dir keine Hoffnungen zu gewinnen. Ich habe mich verbessert."

Die Legende von Zalma (IN ÜBERARBEITUNG)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt