"Zalma. Schau dich um.", hörte ich Fynn zu mir sagen. Ich öffnete meine Augen und sah mich um. Ich befand mich wieder in der ruhigen Dunkelheit. "Fynn..?", fragte ich wage ins Leere. "Ich hoffe du hast es noch nicht vergessen, aber meine wahre Form zu zeigen, kostet mich zu viel Energie.", antwortete mir mein blaues Amulett. Ein wenig verlegen gab ich im Recht: "Stimmt ja ich vergass..." "Zalma, bitte geh noch mal in den Tempel deiner Seele und suche nach Hinweisen.", befahl mir Fynn. Seine Stimme war schwach und schon beinahe nicht mehr zu hören. Ich drehte mich um und erkannte den Tempel wieder. Ich wusste zwar nicht genau nach was ich suchen sollte, aber ich wollte nicht, dass Fynn noch mehr Energie verschwendete, um etwa mit mir zu sprechen. Dieses Mal lief ich mit gezielten und schnellen Schritten die Treppen hoch. ich lief an den Säulen vorbei und und betrat den ersten Saal. Ich achtete nicht weiter auf meine Umgebung damit ich ja schnell im Raum mit dem Wasserbecken ankommen konnte. Ich war nur noch einige Meter vom Becken entfernt, doch plötzlich riss mich lautes Klopfen aus meiner Konzentration. Das Becken schwand und ich fühlte, wie ich aufwachte. Meine geschlossenen Augenlieder zuckten und ich schlug sie schliesslich auf. Licht durchflutete meine Sicht und ich musste zuerst einige Male blinzeln, um etwas zu erkennen. "Fräulein Zalma? geht es Ihnen gut?", fragte die besorgte Stimme von Eiji. Sie sollte mich doch wie eine Freundin behandeln! Träge liess ich meine Füsse aus der warmen Bettdecke gleiten, während ich mich ausgiebig steckte. Ich stand auf und manövrierte zur hölzernen Tür. Ein wenig zu schnell für Eiji öffnete ich die Tür, denn sie liess beinahe die Wäsche, die sie in der Hand hatte fallen. "Ah Sie- ich meine Du bist wach. Ich hatte mir schon Sorgen gemacht. Du hattest so lange nicht reagiert, aber ich denke meine Sorgen waren wohl unbegründet.", sagte sie nervös lächelnd. "Aus welchem Grund wolltest du mich denn wecken?", erkundigte ich mich interessiert. Eiji blinzelte einige Male, als ob sie sich daran erinnern müsste. "Ähm...ja also das ist so. Ihre Hoheit, Dael, verlangt nach Ihnen- ich meine Dir. Wenn ich es richtig verstanden habe, will er mit dir sprechen, bevor ihr aufbrecht um Fräulein Rin zu suchen.", teilte sie mir mit. Es gab doch nichts zu besprechen oder? Ich meine wir hatten doch so ziemlich alles gestern am Tisch besprochen. Eiji riss mich sanft aus den Gedanken, in dem sie mir klarmachte, dass es schon eine Ewigkeit her wahr, seit sie den Befehl von Deal bekommen hatte. Als ich das hörte eilte ich zurück in mein Zimmer, schloss die Tür und rannte ins Bad. Im Spiegel, der sich an der Wand neben dem Regal befand, konnte ich erkenne, dass meine Haare das reinste Durcheinander waren. Schnell nahm ich die Bürste zur Hand und kämmte mein welliges Haar. Neben einem kleinem hölzernen Hocker am Boden, stand ein Eimer gefüllt mit frischem Wasser. Aus dem Regal neben dem Spiegel nahm ich einen Lappen und tauchte ihn ins Wasser, um ihn mir dann ins Gesicht zu klatschen. Als auch das erledigt war, schritt ich ins Schlafzimmer und nahm aus dem Schrank frische Kleidungsstücke, die ich sofort anzog. Ich ging zur Tür, legte schon meine Hand auf den Griff, als sie ruckartig aufgerissen wurde. Ich schloss die Augen mit der Befürchtung, dass es sich um den wütenden Dael handelte, doch als nichts geschah, öffnete ich meine Augen ein wenig und konnte eine breite Gestalt erkennen. "Huh? Macht das Jungspund nun wieder Ärger?!", rief die genervte Hausfrau aus. Sie war etwas dicker,mittleren Alters und schob mich aus dem Zimmer. "Ich mach jetzt sauber, also verzieh dich!", sagte sie geärgert und drohte mir mit dem Besen, den sie in der rechten Hand hatte. Da ich sie nicht noch mehr verärgern wollte und ich es ohnehin schon eilig hatte, verschwand ich schnell im Flur und liess sie arbeiten. Ich eilte zu den Treppen und nahm je zwei Stufen beim runtergehen. Ich hetzte die Flure entlang, bis mir auffiel, dass ich Eiji nicht ganz zugehört hatte, weshalb ich nicht wusste wo mich Dael hinbestellt hatte. Ich irrte noch eine Weile durch die Gänge, bis ich jemand nach mir rufen hören konnte. "Zalma! Was machst du da?!" Ich drehte mich um und sah Dael. Er war bestimmt wütend und würde mir nun eine Standpauke halten. "Hatte dir Eijinuma nicht gesagt, dass wir uns am Hof treffen würden? Ich hatte mir schon Sorgen gemacht und bin dich suchen gegangen.", sagte er mit einem überraschend beruhigten Tonfall. "Ich...also ich hab da wahrscheinlich nicht so gut zugehört...", meinte ich entschuldigend. Dael seufzte und drehte sich dann um. "Wie dem auch sei, lass uns zu den anderen gehen." Er begann davon zu laufen. Ich eilte ihm nach und fragte ein wenig verwirrt: "Du wolltest doch noch etwas mit mir besprechen?" Er schenkte mir einen Blick aus dem Augenwinkel und antwortete zögernd: "Ich wollte mit dir darüber sprechen wo du denn mitfliegen wolltest..", ich unterbrach ihn mit einem freundlichen Lächeln: "Aber Dael. Du weisst doch, dass ich mit Sy'kira mitfliege." Er drehte seinen Kopf von mir weg und lief ein wenig schneller. Ich konnte nicht verstehen was er vor sich hin murmelte. Was hatte er denn plötzlich? Ehe ich es mich versah standen wir im Innenhof, in dem Sy'kira, Mintox und Kiran schon warteten. Sy'kira klopfte ungeduldig mit dem Fuss auf den Boden, während Mintox seinen Drachen Unos streichelte. Sein schwarzes Haar hing ihm unordentlich ins Gesicht und seine grauen Augen waren voller wärme. Obwohl er nicht lächelte oder sonst sein Gesicht verzog konnte man sehen wie glücklich er war. Oh also hatte der eiserne Mintox auch Gefühle? Er bemerkte uns aus dem Augenwinkel und hörte sofort damit auf Unos zu liebkosen. Sy'kira machte eine halbe Drehung und holte tief Luft. "WO BIST DU DIE GESAMTE ZEIT GEBLIEBEN?!", schrie Sy'kira mich an. Kiran der hinter ihr gestanden hatte, hielt sich mit beiden Händen den Kopf und schaute teils genervt, teils beängstigt zu Sy'kira. "Ich hab meine Tasche vergessen!", rief ich lautstark, als ich diesen Fakt bemerkte. "WAS HAST DU?!", entgegnete mir Sy'kira. "Zalma!!! Warte bitte!!", hörte ich Eiji rufen. Sie rannte geradewegs aus dem Schloss und hielt meine Tasche in der Hand. Sie kam atemlos bei uns an und übergab mir die Tasche. "Du hast sie liegen gelassen und als ich erfahren hatte, dass ihr jetzt los gehen würdet, musste ich sie dir bringen. Ah und noch was. Da du keine Zeit für das Frühstück hattest, habe ich dir einen Leib Brot zusammen mit einer kleinen Flasche Milch eingepackt." Ich wahr ein wenig perplex von dieser Führsorglickeit. "Danke viel Mals, Eiji!", sagte ich und klopfte ihr auf die Schulter. Ihr Blick glitt an mir vorbei und sie stellte sich sofort wieder angemessen hin. Sie senkte ihr Gesicht, das meiner Meinung nach ziemlich rot war. "Und du bist dir sicher, dass du kein Fieber hast?", fragte ich noch ein wenig besorgt. "Ähm...also.. Ich- Mir geht es gut!! Wenn ihr mich entschuldigt, ich muss noch die Wäsche waschen!", stotterte sie und machte sich eilig zurück zum Schloss. Sie hatte doch am Morgen schon die saubere Wäsche in der Hand? Sy'kira stiess mich von hinten an: "können wir jetzt endlich los?" Ich nickte und begab mich zu Clatox. Dael stieg schnell auf Tequinta auf, während Mintox dasselbe mit Unos tat. "Und ich??", rief Kiran verwirrt. Er stand immer noch am Boden und wusste wahrscheinlich nicht so richtig wo hin mit sich selbst. "Du könntest doch bei Mintox aufsteigen!", bot ich ihm an. Er drehte seinen Kopf in Mintox' Richtung und dann wieder schnell in meine. "Niemals setz ich mich mit ihm auf einen Drachen! Wieso müssen wir überhaupt fliegen? Davon hat mir niemand was gesagt!", wendete Kiran nervös ein. "Mach schon oder willst du deine Schwester vielleicht nie wieder finden?!", mischte sich Dael ein wenig genervt ein. Dael deutete mit einer Handbewegung hinter sich. Kiran näherte sich zögernd, bis er neben Tequinta stand. Sie drehte ihren schuppigen Kopf zu Kiran und schnupperte an ihm. Man konnte deutlich erkennen wie angespannt Kiran war. Er befand sich fast in einer Starre. Sein roter Fuchsschwanz war zwischen seinen Beinen eingeklemmt und ging im schon fast zum Bauch. Wenn ich Füchse richtig deuten konnte, bedeutet das doch Angst. Dael griff mit seiner Hand nach Kirans und zog ihn mit einem Ruck hoch. Kiran wimmerte zuerst, aber räusperte sich dann und tat so, als wäre nichts geschehen. "Halt dich fest.", hörte ich Dael sagen. Ohne weitere Worte hoben wir in den Himmel ab. Ich hielt mich an Sy'kira fest, weil wir beim abheben ziemlich schnell an Höhe gewannen. "Aua! Jetzt krall dich doch nicht so fest ran!", rief Dael schmerzerfüllt durch die Luft. Kiran knurrte und entgegnete:"Dann flieg doch nicht so behämmert!!" "Wir sind ja gleich am höchsten Punkt, also beruhig dich!", schrie ihn Dael aufgebracht an. Die Konversation ging so noch eine Weile weiter, bis sie schliesslich mit Beleidigungen endete. "Huh?! Was sagst du da?! Ich bin kein Angsthase du Möchtegern Prinz!", schnauzte Kiran. Dael lehnte sich zu Tequintas Kopf und flüsterte irgendwas. Plötzlich schnellte sie in die Tiefe. Kiran jaulte erschrocken auf und klammerte sich wieder an Dael. "Hast du sie nicht mehr alle?!", hörte ich Kiran schreien. Das Schreien beider war immer noch nicht zu überhören, als sie schon gar nicht mehr in Sichtweite waren. Mein Magen meldete sich plötzlich mit einem erhabenen Knurren, also öffnete ich meine Tasche und nahm das Leib Brot daraus. Ich führte es zu meinem Mund und biss genüsslich ab, während ich die wütenden Beleidigungen unter mir vernehmen konnte. Es würde wohl noch eine Weile so weitergehen.
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Die Legende von Zalma (IN ÜBERARBEITUNG)
FantasíaACHTUNG: DIESES BUCH WIRD ÜBERARBEITET UND ES WERDEN SICH EINIGE KAPITEL DEZENT ÄNDERN. VOR ALLEM DAVON BETROFFEN SIND DIE ANFANGSKAPITEL UND DAS LETZTE KAPITEL. Ansonsten, viel Spass :) "Ich werde mich nie ergeben! Ich werde dich bekämpfen, bis in...