35. Familie (2)

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Shin wurde am nächsten Morgen von einer Hand, die auf seinen Gesicht klatschte, geweckt. Der Tag fing also für ihn schöner an, als er es sich eigentlich gedacht hätte. Eher hatte er vermutet, dass er gar nicht mehr in Bett liegen würde oder sein Besucher die ganze Nacht lang schnarchte, aber es kam von ihn gar nichts. Er schlief Totenstill. ,,Ah Shin, du bist ja endlich wach.", hörte er neben sich Kilian sagen, der die ganze Zeit wach zu sein schien. Dabei packte er nicht eine Hand vom Gesicht des Schwertkämpfers, sondern wünschte ihn nur, einen guten Morgen. Nach der letzten Nacht hatte er auch keinen Antrieb ihn seinen Spaß nicht haben zu lassen. Er war eben genau so wie sein eigener Boss. Wie sagt man so schon ,,Wie der Vater so der Sohn." Die beiden waren sich einfach nur ähnlich.

,,Wir müssen los. Es ist schon 09:00Uhr. Die anderen sind schon längst fertig.", berichtete er Shin und ging aus dem Bett, nur, um ihn sich zu präsentieren in Uniform und losgehbreit. ,,Wieso hat mein Wecker...-" ,,Den habe ich ausgestellt. Ich dachte, ich könne dich auch selber aufwecken." ,,Und was hast du nicht gemacht?!", fragte Shin während er sich einfach seine Arbeitssachen anzog und sich, schneller als der Blitz einschlagen könnte, fertig zu werden. Leider waren Blitze viel schneller als er und dazu taumelte er noch schlaftrunken durch sein Zimmer. ,,Doch aufgeweckt. Aber du hast so schön geschlafen und da konnte ich es einfach nicht übers Herz bringen." Shin hielt abrupt, als er sah, wie Kilian seinen Kopf senkte und anfing zu...schluchzen? ,,Äh... es ist schon ok. Siehst du? Ich bin fertig angezogen." Wieso tat er das! War er noch zu schlaftrunken, dass er gar Mitleid empfand, obwohl Kilian nur spielte. Er klatschte sich noch ein mal auf die rechte Wange, bevor er sein Schwert griff und aus einen Zimmer ging.

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Shin fühlte, als ob Kilian ihn auf den Arm genommen hätte. Es war nicht neun, sondern 08:15Uhr, als noch genügend Zeit. Und er konnte sich schon denken, wohin sie grade gingen. Diesen Weg ist er schon zwei Male langgegangen. Heute das dritte. ,,Wie ist es ohne sie?", kam die Frage, die er schon fürchtete. Es war jetzt schon fast eine Woche her seitdem sie weg ist und so früh Wunden zu öffnen... ,,Ich werde ihr nur Blumen geben, dann gehen wir auf die Mission.", wechselte Kilian das Thema. Shin wunderte sich kürz, warum der Ältere den jetzt so schnell einfach aufgab, aber da wurde ihn klar, dass es nicht nur für ihn war, sondern, dass es selbst für ihn ein schwieriges Thema war. Sie gingen von nun an stumm zum Gedenkstein von Kurai.

Shin guckte nur zu, wie Kilian sich den Stein langsam näherte, sich langsam vor ihn niederlies, die weißen Rosen, die er wohl frisch besorgt hatte, vor ihren Stein legte und für einen Minute in seiner Position verharrte. Shin beobachte ihn nur dabei.

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,,Also es ist eine leichter Auftrag...welcher ist heute noch mal?", fragte der Blonde und lächelte leicht schief. ,,Der 30.11.2017 aber wieso denn eigentlich.", erkundigte sich Rosé von der Seite.
Sie war heute wirklich aus ihren Zimmer gekommen, ohne Wiederspruch und ohne Zwang.
Kai hatte also sein Wort gehalten, sie aus ihren Loch zu holen.
Sie hatte auch sehr viel gesprochen, selbst über Kurai, obwohl die anderen damit noch sehr große Probleme hatten. ,,Es ist bald Weihnachten und dann Neujahr...", faselte Kilian vor sich hin und fasste sich an sein Kinn. Er schien sich wirklich Gedanken zu machen. Und nicht über ein Weihnachtsgeschenk, denn seine verschiedenfarbigen Augen, die Shin schon das erste mal interessierten, waren ernst geworden, funkelten fast schon.

,,Ich bin nicht nur hier wegen der Sache mit Kurai, müsst ihr wissen. Unsere Mission ist die kleine Vorbereitung für den großen Angriff.", kam es ernst von den jungen Enigma und er sah auch, dass alle Augenpaare geweitet waren.
,,Es geht jetzt schon zu lange so.
Wir können uns nicht ewig unter der Erde verstecken und jetzt, wo wir, was ich immer noch nicht glauben kann, euch mit der Magie haben, wir sehen das als riesige Chance!", redete Kilian auf sie ein. Mit überzeugter Stimme wedelte er auch noch mit den Armen, um seine Aussagen zu unterstreichen. Seine kleinen Geschwister hörten ihn zu.
,,Wann genau?", kam die Frage vom Schwertkämpfer nach einer kleinen Stille. Kilian grinste. ,,Am 24.12.2018 ist der erste, von  dann werden wir uns tagtäglich drum kümmern, dass sie Vampire geschwächt werden. Am 31.12.2018 ist der Angriff aufs Schloss", antwortete Kilian, immer noch mit ernster Stimme.
Von Shin bekam er nur noch ein Nicken. ,,Wieso werden wir erst jetzt darüber informiert?", hörte der Älteste Aky ungläubig und verärgert fragen. ,,In drei Woche und drei Tagen und dann sollen wir schon den finalen Angriff starten?
Das ist doch bescheuert!", entgegnete Rosé. ,,Wir sind noch nicht-"
,,Und wie ihr das seit!", unterbrach Kilian sie mit scharfer Zunge sofort. Er merkte, dass sie, auch wenn sie grade am muntersten aussah, eigentlich an depressivsten ist.
Und das bemerkte er nicht nur, weil sie immer an ihren Ärmeln kratzte und sich zwang etwas zu sagen.

Als ich dich wieder traf Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt