"Wer?", fragte ich in einem viel zu hohen Ton und rutschte augenblicklich fünf Meter weg von Harry.
Ich traute mich gar nicht, auch nur annähernd in die Richtung von Jayden zu schauen. Es war ja so klar gewesen, dass er genau in diesem Moment in das Wohnzimmer kam und Harry und mich so eng beieinander vorfand.
"Die anderen zwei, die hier kuschelnd auf dem Sofa sitzen", sagte Jayden mit einem sarkastischen Unterton.
Unauffällig blickte ich zu Harry rüber und versuchte ihm mit meinem Blick klar zu machen, dass er gefälligst die Situation retten sollte. Denn mir fiel absolut keine Erklärung dafür ein.
"Nun ja...", fing er dann auch an zu stammeln. "Ich habe Jazmyn weinend auf dem Sofa vorgefunden und deswegen habe ich sie getröstet."
Was? War das seine Erklärung? Ich sah doch überhaupt nicht verheult aus. Nächste mal sollte ich ihn vielleicht doch nicht mehr reden lassen. Aber etwas besseres wäre mir jetzt auf die Schnelle auch nicht eingefallen.
"Warum hast du denn geweint?"
Ich hörte Jaydens Schritte, die auf mich zukamen.
Da ich ja eh noch mit dem Rücken zu ihm saß, legte ich einfach mein Gesicht in meine Hände und tat so, als wäre ich immer noch am Schluchzen.
"Ich will nicht darüber reden."
"Mir wollte sie auch nicht erzählen, was mit ihr los ist", tat Harry einen auf ahnungslos.
Und dann passierte etwas, womit ich niemals gerechnet hätte. Jayden setzte sich tatsächlich zu mir auf das Sofa und legte seine Hand auf meinen Rücken um mich zu trösten. Anscheinend war ich meinem Bruder doch nicht so egal und er interessierte sich mehr für mich als ich dachte.
"Hat dir jemand etwas angetan?", fragte er in einem beschützerischen Ton.
Ich schüttelte meinen Kopf.
"Ich bin einfach nur traurig, weil ich Sydney so vermisse."
Die Aussage war zwar nicht gelogen, aber normal hätte ich deswegen nicht geweint. Allerdings klang es plausibel.
"Nächste Woche kommt sie doch schon wieder, dann könnt ihr wieder jeden Tag zusammen verbringen."
"Du hast Recht", stimmte ich ihm zu und hob dann wieder meinen Kopf.
Während ich mein Gesicht versteckt hatte, versuchte ich, ein paar Tränen rauszudrücken, damit es wenigstens etwas so aussah, als hätte ich geweint. Und anscheinend funktionierte es auch, denn Jayden merkte nichts.
"Wie wäre es, wenn wir jetzt wieder nach draußen gehen und zusammen was trinken? Zur Ablenkung", schlug Harry vor.
Und so hatten wir noch einen sehr coolen Abend zu dritt.
~
Am nächsten Morgen wurde ich durch lautes Geschrei geweckt, das von unten kam. Verwirrt setzte ich mich auf und konnte direkt die lauten Stimmen von Jayden und Alexandra wahrnehmen. So wurde man doch gerne geweckt. Aber was machte die denn schon am frühen Morgen hier? Und was tat sie überhaupt hier? Die beiden hatten doch Streit.
"Du bist so egoistisch! Deine scheiß Fingernägel sind dir wichtiger als meine Familie!", hörte ich Jayden brüllen, als ich meine Zimmertür öffnete.
Seine Stimme war so laut, man hätte meinen können, er würde direkt neben mir stehen. Dabei befand er sich eine ganze Etage tiefer.
"Wovon redest du denn?!" Alexandra klang verwundert.
"Du hast das Geburtstagsessen von meinem Dad ausfallen lassen, damit du zur Maniküre gehen kannst! Das ist total lächerlich."
"Das stimmt doch überhaupt nicht! Deine dumme Schwester hat mich ausgetrickst", verteidigte sie sich. "Sie hat mir die falsche Uhrzeit geschrieben. Als ich gestern bei euch war, wart ihr alle schon weg!"
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unexpected love || h.s
FanficMein Leben verwandelte sich erst in die reinste Katastrophe, als meine Erzfeindin vor mir stand und mein Bruder sie als seine neue Freundin vorstellte. Während ich dann versuchte, sie wieder loszuwerden, trieb mich das Drama in die Arme einer unerwa...
