Mein Handy klingelte. Dylan und ich lagen auf den Sonnenliegen am Pool und schlürften Caipirinhas. Träge griff ich mit meiner mit Sonnencréme eingeschmierten Hand nach meinem Handy. Ich versuchte, das Handy irgendwie unter meinen breiten Sonnenhut zu lavieren und meldete mich verschlafen mit:"Hey?"
Ich hatte nicht auf den Bildschirm gesehen und war deshalb etwas überrascht, als sich Tyler Posey meldete.
"Hi, Lucy. Hab ich dich geweckt? Tut mir leid... Ich wollte nur mal fragen, was du Dylan zu seinem 24. Geburtstag schenken willst?"
"Uff...", machte ich und kniff angestrengt die Augen zusammen, bis es mir wieder einfiel."Achja!", flüsterte ich, damit Dylan mich nicht hören konnte, obwohl ich eigentlich sicher war, dass er schlief. "Ich wollte ihm ein Verwöhnwochenende schenken. Also so mit Bowling, Baseball und Ausschlafen und so weiter."
"Und eine Party! 24 ist ein super wichtiges Alter für Dyl! Wir müssen uns morgen treffen, um die Party zu planen. Eine Überraschungsparty!", schaukelte Tyler sich vor Vorfreude hoch.
Leise unterbrach ich ihn."Das ist eine wirklich tolle Idee, aber ab morgen hab ich bis Freitag Interviewtermine und so weiter. Wenn, dann müssten wir uns schon heute treffen..." Wehmütig sah ich auf meine blassen Beine, die jedes Bisschen Sonne vertragen könnten.
Tyler nannte mir seine Adresse und wir waren in einer halben Stunde verabredet. Widerwillig bewegte ich mich aus der Liege und schlurfte missmutig wieder ins Haus, um mir ein luftiges weißes Kleid über meinen Bikini zuziehen. Dann schrieb ich Dylan noch schnell eine Nachricht, dass ein wenig durch LA schlendern wollte und er sich keine Sorgen machen sollte. Ich legte Brownie seine Leine um und ging los.
Da Tyler wirklich nah bei uns wohnte, fand sogar ich den Weg. Er wohnte in einem großen Appartement, zu dem ich mit einem modernen Aufzug hochfuhr, der ohne Spiegel war. Ich bekam in solchen Aufzügen immer etwas Platzangst und so hielt mich steif an einer Stange fest, die auf gleicher Höhe wie meine Ballettstange hing, an der ich die letzten Tage regelmäßig trainiert hatte.
Bald bekam ich mein Bein fast an den Kopf und dafür musste ich wirklich lange trainieren. Immer wenn ich mich dehnte und Dylan zusah, guckte er mich immer so an, als wäre ich eine Außerirdische.
Als Tyler die Tür auf mein Klingeln hin öffnete, schlug mir ein Geruch von schmutziger Wäsche entgegen. Ich versuchte nicht die Nase zu rümpfen, aber es stank einfach. Genau wie bei meinem Bruder, als er in der Ich-muss-jedes-verdammte-Computerspiel-durchspielen-und-zwar-ohne-in-dieser-Zeit-zu-duschen-Phase. Sogar Brownie sah etwas verstört aus, allerdings konnte man Hundeblicke eher weniger gut deuten.
Auch als ich die Wohnung betrat, wurde es nicht besser. Überall lagen Klamotten und anderes Zeug, von dem ich nicht wissen wollte, was es ist, auf dem Boden rum. Einmal dachte ich sogar, dass sich auf dem Boden etwas bewegte. Ich schauderte und ignorierte den Drang, aufzuräumen und alles zu desinfizieren.
Tyler hatte sich vor ein paar Wochen erst von seiner Verloben getrennt. Oder sie sich von ihm. Das wusste ich nicht so genau, jedenfalls stank es hier ganz übel nach dramatischem Männer-Liebeskummer. Als ich Liebeskummer hatte, lagen überall nur Taschentücher und leere Schokoladenpackungen rum. Und es roch nach Parfüm, das meine Mutter alle 12 Stunden in meinem Zimmer versprühte, weil sie der Meinung war, das mein Gehirn die Erinnerung an Gutes mit dem Parfüm verknüpfen würde und es mir besser ginge. Nach Wochen hatte es sogar funktioniert. Oder es war einfach der Lauf der Dinge.
Tyler drückte mich und entschuldigte sich grinsend für das Chaos. Dann bot er mir eine Cola an und wir setzten uns auf seine Couch, wobei er vorher etwas Platz frei räumen musste.
"Okay, ich würde sagen, dass die Party bei euch Zuhause stattfindet. Oder?", fragte Tyler und sah mich erwartungsvoll an. Ich nickte bekräftigend und sehnte mich nach meiner Sonnenliege. Aber für Dylan würde ich jetzt wach bleiben und mit Tyler für ihn die perfekte Party planen.
"Und wann?", fragte ich Tyler dann. "Ich meine, willst du das direkt an seinem Geburtstag machen oder erst danach? Und soll ich ihn vorher irgendwo hin mitnehmen, damit ihr freie Bahn habt?"
Tyler kratzte sich am Kinn. "Wie wärs... Dylan fährt an seinem Geburtstag bestimmt zu seinen Eltern und am nächsten Tag könnten wir dann feiern. Und du geht vorher mit ihm ins Kino oder so!"
Ich machte große Augen als Tyler von Dylans Eltern redete. Die hatte ich bis jetzt noch nicht kennengelernt und sowas machte mich immer nervös. Was wenn sie mich nicht mochten? Und wollte Dylan überhaupt, dass ich mitkam?
Wir planten noch sonstiges für die Party und ich guckte schon mal nach Kinofilmen, die am Wochenende liefen. Ich entschied mich für Interstellar, da Dylan nur manchmal wenn er in Stimmung war, Rom-coms mochte.
Tyler wollte noch zu uns nachhause kommen, weil er sich, wie er sagte, schrecklich langweilte, nachdem er GTA 5 zum, was weiß ich, wie vielen Mal durchgespielt hatte.
Also zogen wie mit Brownie los, der jede Gelegenheit nutzte, soweit wie möglich vor zurennen und die Leine überzustrapazieren. Dann müsste ich mich immer heftig zurück lehnen, damit ich nicht nach vorne hin aufs Gesicht fiel.
Endlich wieder Zuhause, warf ich mich möglichst leise auf die Sonnenliege neben Dylans, der immer noch tief und fest schlief und vermutlich gar nicht mitbekommen hatte, dass ich weg war.
Doch plötzlich kam Tyler mit einem Gartenschlauch angerannt und richtete ihn direkt auf Dylan.
Der sprang geschockt und schreiend auf und sah sich panisch um. Als er Tyler entdeckte musste er kurz grinsen, aber dann sprang er auf ihn zu und warf ihn mit Klamotten in den Pool. Ich bekam ein paar Spritzer ab, aber das war mir egal. Ich wollte einfach nur schlafen und mich sonnen.
Am nächsten Tag quälte ich mich um 6 Uhr aus dem Bett und versuchte Dylan wach zu rütteln. Als er nach mehreren Versuchen immer noch nicht reagiert hatte und mich nur versuchte lasch wegzudrücken, entschied ich mich dazu, einfach duschen zu gehen. Dylan konnte auch mit verwuschelten und ungewaschenen Haaren rumlaufen. Er war so oder so niedlich.
Wir schafften es dann doch pünktlich und fertig angezogen im Auto zu sitzen und zu einem Interview zu fahren. Wir gingen noch schnell in die Maske und mein Make-up wurde aufgefrischt. Melissa und Mike erwarteten uns schon vor einem schwarzen Hintergrund auf Klappstühlen.
Zur Begrüßung knuddelte ich beide kurz und setzte mich dann vor Melissa.
Nach einigen oft gestellten Standardfragen, kamen etwas individuellere.
"Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen dir und Isobel, Lucy?", wurde ich gefragt.
Ich überlegte. "Das ist schwierig. Naja, also ich lass mir auch nicht alles gefallen, aber ich bin nicht so rücksichtslos und egoistisch, denk ich. Außerdem bin ich auch viel jünger!" Alle lachten. Aber mehr konnte ich dazu nicht wirklich sagen.
Es folgten noch mehr Fragen, aber immer etwas um den Inhalt herum, da der Filmstart erst in 3 Wochen war.
Es war wirklich komisch, sich selbst im Fernsehen und auf Plakaten zu sehen. Außerdem hatte ich dank meiner Rolle immer so einen spöttischen Ausdruck im Gesicht. Daran musste ich mich noch gewöhnen...
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Movie kiss
FanficFür Lucy Mercer werden alle ihre Träume wahr. Sie bekommt die Hauptrolle in einem Film, in dem auch ihr Lieblingsschauspieler Dylan O'Brien mitspielt. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn, doch hat ihre Beziehung eine Zukunft? Wie ist es plötzli...
