Fast verraten...

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*Nächster Tag*

Heute fuhr meine Mutter mich allein zur Schule, da Ander bei Kevin geschlafen hatte. Ich fand, dass das ganz schön schnell ging. War das so einfach bei Jungs? Naja, ich hatte heute mehr Zeit gehabt, um mich fertig zu machen, deswegen gab ich mir auch mehr Mühe beim Schminken und Haare machen. Ich war auch schon richtig aufgeregt wegen dem Vortanzen bei den Vixens. Hoffentlich würde Cheryl gnädig sein und wird mich aufnehmen. Aber was erhoffte ich mir da eigentlich? Sie war von Anfang an nicht nett zu mir. Sie hatte es auf mich abgesehen. Ich hatte trotzdem das Gefühl, dass ich sie mit meinem Auftreten überzeugen könnte. Davon abgesehen hatte ich ja genug mit Betty und Veronica geübt. "Bist du dann soweit, Schatz?" Ich rief meiner Mutter aus der Küche zu: "Ja gleich. Ich pack nur kurz mein Essen." Ander und ich hatten ausgemacht, dass wir uns in der Schüler-Lounge treffen. Während meine Mutter mich zur Schule fuhr, überlegte ich, wie ich sie am besten nach einer Erlaubnis für eine Party fragen könnte. "Mum?" "Ja?" "Ich hatte da so eine richtig gute Idee, aber ich brauch deine Hilfe, um sie umsetzen zu können." "Was willst du?" "Nun... wir wollten eine Einstiegsparty am Samstag schmeißen. Wäre das okay für dich", erklärte ich vorsichtig und versuchte ich so ruhig wie möglich zu klingen. "Wenn ihr danach alles aufräumt." Das überraschte mich. Mum war seit dem Umzug ganz anders. Sie war nicht mehr so streng und sah alles jetzt anders. "Wow! Ich mein... danke. Es wird alles sauber sein, ich verspreche es." "Ich wollte so oder so meine Schwester übers Wochenende besuchen fahren", erklärte sie. Das passt ja gut. "Echt? Du hast davon gar nichts erwähnt." "Ich hab es deinem Bruder gesagt." "Oh gut, dass ich das auch erfahre." Mum lachte daraufhin nur.                                                                                                             

Meine Mutter setzte mich vor der Schule ab, vor der überraschenderweise Betty schon auf mich wartete. "Viel Spaß in der Schule und viel Glück beim Vortanzen." "Danke." Ich schenkte meiner Mutter noch schnell einen Kuss, bevor ich zu Betty ging. "Hi." Wir umarmten uns zur Begrüßung. Betty streckte mir einen Muffin und ein Getränk entgegen. "Hier für dich, ein Entschuldigungsgeschenk, weil wir gestern nicht kommen konnten." Ich nahm es an. "Wie lieb, aber das musste nicht sein. Ihr konntet doch nichts dafür." "Irgendwie schon, also nimm es an, aber pass auf. Der Kakao ist heiß." "Danke." Zusammen liefen wir zur Lounge. "Und was habt ihr gestern noch so gemacht?", fragte sie mich. Ich hatte Betty nicht zugehört, denn gerade als wir um die Ecke bogen, stand er da. Chuck Clayton. Er schaute direkt zu mir, mit seinem dreckigen Lächeln. Die Gefühle von gestern Abend kamen mir wieder hoch. Wie ich mich fühlte, als er mich anfasste und nicht wieder loslassen wollte. 

"Hallooo? Anni?" Ich konzentrierte mich wieder auf Betty. "Ja?" "Ich hab gefragt, was ihr gestern noch so gemacht habt." Ich sagte: "Wir saßen zusammen mit Jughead an einem Tisch. Später gingen Ander und Kevin und Ich blieb mit Jughead alleine. Wir haben geredet und dann ging ich auch." "Dann hab ich hoffentlich nicht so viel verpasst."                                                                                                                                

Ander und Kevin saßen zusammen auf dem Sofa und redeten über etwas. Ich sah auch ein graues Beanie. Ich begrüßte sie: "Guten Morgen." Ander stand auf und umarmte mich. "Guten Morgen." "Und? Was habt ihr bei Kevin gemacht?" Kevin erzählte: "Wir haben gespielt und geredet. Eigentlich nichts Besonderes." "Wie bist du nach Hause gekommen?", fragte Ander mich. "Ich hoffe doch ganz gut." Chuck und irgendein Freund von ihm betraten den Raum. Betty fragte: "Was willst du Chuck?" "Ich will doch nur ganz höflich fragen, wie Anni gestern nach Hause gekommen ist." "Was geht dich das an?", fragte Kevin misstrauisch. "Nun, ich hab Anni gestern noch getroffen." "Halt dein Maul", sagte ich. Das hatte mir jetzt noch gefällt. Wenn Chuck jetzt irgendwas sagte, würde er bestimmt alles verdrehen und so tun, als hätte ich ihn freiwillig geküsst oder so. Er würde den Scheiß jetzt einfach so raus posaunen, weil er ein Junge ist. Jungs feiern sich gegenseitig für sowas. Ich schaute zu Betty, dann zu Ander und Kevin und anschließend zu Jughead, der auch unauffällig zuhörte. Chuck fragte: "Warum darf ich nicht reden? Was haben du und-" Weiter kam er nicht, denn Jason kam rein und hielt Chuck am Kragen fest. Hinter ihm standen Reggie und Archie. "Warum musst du immer Probleme machen? Dich will hier niemand sehen. Check das endlich", sagte Jason ruhig. "Lass mich verdammt nochmal los!", rief Chuck. Jason schubste Chuck zu Reggie, der ihn dann zusammen mit Archie raus brachte. Bevor Jason ging, schaute er mich ernst an. Dann war Stille im Raum.

"Was war das gerade?", fragte Kevin überrascht. Jughead sagte: "Das interessiert mich jetzt auch." Alle schauten mich verwirrt an. Ich konnte das nicht erzählen. Mir wurde unangenehm heiß gerade. Ich hielt diesen Druck nicht mehr aus! Alle schauten mich an, als wäre ich eine Verbrecherin, obwohl ICH das Opfer war. Wenn ich fliehen würde, hätte ich vielleicht einen kurzen Zeitpunkt nur für mich, doch wohin? Mädchen Klo? Bevor irgendjemand noch was sagen konnte, lief ich aus der Lounge. Leider wusste ich noch nicht genau, wo die Toilette war. Doch anscheinend war ich richtig, denn ich konnte das WC Schild erkennen. Ich rannte in eine Kabine und schloss die Tür ab. Ich war zwar außer Atem, aber hier konnte ich mich besser konzentrieren. Ich war ganz kurz davor eine Panickattacke zubekommen, doch durchs Wegrennen konnte ich es irgendwie verhindern. 

Die Stille hielt nicht lange an, da jemand reingestürmt kam. Wohl eher zwei. Eine war richtig am Heulen. Ich versuchte mich so wenig wie möglich zu bewegen, damit sie nicht merkten, dass ich hier war. "Warum streiten wir denn so oft in letzter Zeit?!" "Streit ist normal in einer Beziehung." "Ich hab einfach das Gefühl, dass er mich nicht mehr mag!" "Warum sollte er dich nicht mehr mögen?" Könnten die beiden bitte mal den Namen des anderen erwähnen. Ich würde gerne wissen um wen es hier ging, denn das Mädchen hatte glaube ich gerade einen Heulkrampf. "Er redet nicht mehr mit mir und umarmt mich noch nicht mal mehr liebevoll." "Jason mag dich sicher noch. Vielleicht hat er zu Hause Stress oder so. Du solltest einfach mal mit ihm reden." Ich fasste es nicht. Sie redeten über Jason... dann war Polly Cooper das Mädchen, dass die ganze Zeit weinte. Wenn irgendjemand raus fand, dass Jason mich gestern nach Hause gebracht hatte, würde jeder denken, dass ich mit Jason was am laufen hatte. Wahrscheinlich hatte Chuck das auch begriffen und er schreckt bestimmt nicht davor zurück das jemandem zu erzählen.    

Lost in YouWo Geschichten leben. Entdecke jetzt