*Nächster Tag*
Langsam verstand ich, dass ich mit Alkohol gar nicht gut klar kam. Normalerweise trank ich auch nicht viel, aber ich schloss mich sehr gerne anderen an und das konnte halt ganz leicht ausarten. Ich war froh darüber, dass ich in meinem Bett aufgewacht war, wenn auch mit üblen Schmerzen. Obwohl ich mich wunderte, wie das passieren konnte. Leider konnte ich mich an das Meiste von dem gestrigen Abend nicht erinnern. Veronica lag glücklicherweise neben mir, also war niemand verloren gegangen.
"Schon wach?" Ich sah auf und erblickte Jughead in der kleinen Küche. Ich stöhnte auf. "Wie fühlst du dich?", fragte er mich fürsorglich. "Scheiße..." Ich setzte mich auf. Jughead kam mit einem Getränk zu mir. "Hier trink das. Das hat meinem Dad auch immer geholfen." Das Getränk sah nicht gerade appetitlich aus, aber ich nahm es an und probierte, was ich kurz darauf jedoch bereute. "Stell dich nicht so an. Den ganzen Alkohol hast du doch auch runter bekommen." Da hatte Jughead recht. "Wie hast du uns eigentlich gefunden?" "Nachdem ich dich angerufen hatte, was eigentlich unnötig war, da man aus euch sowieso keine Informationen raus bekam, liefen Kendall, Carlos und ich nach draußen und stiegen in ein Taxi. Wir wollten alle Bars in der Nähe absuchen, aber dann hat Jason mich angerufen und hat gesagt, wo ihr seid. Ich hab keine Ahnung woher er das wusste." "Jason?"wiederholte ich ungläubig. "Eigentlich sollte ich dich das fragen, aber wenn du es anscheinend selbst nicht weißt, bringt mir das nichts." Ich kramte in meinem Kopf nach Erinnerungen, doch ich hatte gute Arbeit beim Trinken geleistet. Die Erinnerungen waren futsch. Vielleicht wusste Veronica ja etwas. Da sie aber leider noch friedlich schlief, musste ich noch warten. "Gab es einen Grund, warum ihr so viel getrunken habt?" Auf diese Frage war ich jetzt gar nicht vorbereitet. Natürlich gab es einen Grund. Ich zögerte: "Ähh... also Veronica hat ihn mir bestimmt erzählt, aber ich war ja zu betrunken." "Ich meinte dich", sagte Jug ruhig, aber bestimmt. "Nun... ich hab mich einfach mitreißen lassen, denk ich. Bei mir ist alles okay", log ich. Jughead hatte es mir bestimmt nicht abgekauft, doch er hakte nicht mehr weiter nach, wofür ich ihm auch sehr dankbar war. "Könnt ihr euch nicht ein bisschen leiser unterhalten?", jammerte Veronica ins Kissen rein. "Du musst sowieso aufstehen. Es ist schon 14 Uhr", sagte Jughead in einem strengen Ton. "Wir haben schon 14 Uhr?", fragte ich schockiert. Jughead nickte. "Dann müssen wir aufstehen. Wir können doch nicht unsere letzten gemeinsamen Tage verpennen", meinte ich und zog Veronica das Kissen weg. Sie stöhnte nur wieder genervt auf. "Kendall hat vorgeschlagen bei ihnen zu frühstücken, aber das wird ja jetzt eher zu einem Mittagessen", lachte Jughead. "Dann geh schon mal vor und sag ihnen, dass wir gleich nach kommen." Jughead war einverstanden damit und ging. Mein Plan war es, dass James so vorgewarnt wird und von selbst verschwand. Sonst würde ich diese Wohnung sicher nicht betreten. "Los Veronica, steh auf." "Ist ja gut."
Eine halbe Stunde später waren wir beide fertig. Veronica hatte sich auch noch etwas geschminkt. Ich war dafür zu faul. Als ich an der Tür der Jungs klopfte, hoffte ich wirklich, dass James nicht da war. Carlos öffnete uns. "Herein spaziert." "Gracias", sagte Veronica wieder in ihrer Flirt-Stimmung. Veronica und ich gingen zu den anderen. James war nicht zu sehen. Carlos, der ganz verblüfft war, folgte uns und machte Veronica neben sich Platz. "Hi, wie geht's euch?", fragte Kendall. Ich setzte mich zwischen ihm und Jughead. "Gut", sagte ich knapp. Kendall und Jughead tauschten kurz Blicke aus. Ich rief mit einem Hauch von Wut: "Könnt ihr jetzt aufhören so ernst zu sein. Mir geht es gut. Ihr braucht euch keine Sorgen zumachen. Ich möchte nur Zeit mit Veronica und Jughead verbringen, bevor sie wieder fliegen müssen." Daraufhin sagte niemand etwas. Nach ein paar Minuten lockerte sich die Stimmung wieder.
Die letzten Tage zusammen mit Veronica und Jughead waren sehr schön. Wir waren oft mit Carlos und Logan unterwegs. James hatte ich glücklicherweise die letzten zwei Tage auch nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich hatte er verstanden, dass er Scheiße gebaut hat. Ich machte mir nur Sorgen um Carlos, der anscheinend unsterblich in Veronica verliebt war. Er tat sich schwer mit Trennungen und er würde Veronica auch höchstwahrscheinlich nicht mehr sehen. Ich hatte auch das Gefühl, dass Jughead offener geworden war. Er hatte wirklich viel mit den Jungs gemacht. Das hatte ich nicht erwartet. Jetzt mussten sie aber leider wieder nach Hause, da die Suspendierung bald vorbei war.
Carlos, Kendall und ich begleiteten Veronica und Jughead noch zum Flughafen. Bevor wir uns trennen mussten, umarmen wir uns nochmal kräftig. "Anni, wir sehen uns doch in einem Monat wieder", lachte Jughead. "Ja, aber ich werde euch trotzdem vermissen." Ich blickte zu Veronica, die aber gerade abgelenkt war. Sie und Carlos umarmten sich... lange. Ich denke, dass sie ihn auch vermissen wird. Und als ich gerade wegschauen wollte, löste Carlos sich aus der Umarmung und küsste Veronica, die nichts dagegen hatte. Noch etwas verwirrt davon, umarmte ich noch ein letztes Mal Jughead. Kurz darauf rief er: "Veronica Wir müssen jetzt los." Er nahm ihre Koffer und ging schon mal vor. Veronica umarmte mich noch schnell und rannte dann Jughead hinterher. Ich ging zu Carlos, der schon ganz traurig aussah und nahm ihn in den Arm. "Ich werde sie vermissen", schluchzte er in meine Schulter hinein. "Das glaub ich dir. Vielleicht siehst du sie ja wieder." Kendall kam zu uns. "Sollen wir los?" Ich nickte und ließ Carlos los.
Bei der Heimfahrt saß ich vorne. Carlos ist hinten eingeschlafen und Kendall war am Steuer. "Warum guckst du mich so an, Kendall?", fragte ich verwirrt. "Naja, also... Das Musikvideo wurde heute veröffentlicht." Das versetzte mir einen kurzen Stich, aber dann beruhigte ich mich. "Na und? Es war ja klar, dass das passiert. Ich werde Jason einfach alles erklären." "Anni... ich weiß genau, dass du dein Problem weg trinken wolltest, aber das hilft dir nicht weiter." "Das hab ich auch schon begriffen und es wird nicht nochmal passieren." "Okay, wenn das so ist, dann kann ich dir ja das Nächste verraten." "Was ist los?", fragte ich besorgt. "Viele Fans denken jetzt, dass du mit James zusammen bist." "Was!?" Durch mein Schreien wurde Carlos wach. "Was hab ich verpasst?" "Das ist doch jetzt nicht wahr", rief ich aufgebracht. "Du kannst dieses Problem lösen, wenn du ihn über alles aufklärt." Kendall brachte mich wieder zur Vernunft. "Wenn er auf meine Anrufe reagiert, dann erkläre ich ihm alles." "Gut." Carlos fragte verwirrt: "Ne jetzt echt mal... Was hab ich verpasst?" "Nichts, leg dich wieder schlafen, Carlos", meinte Kendall.
Kendall ließ mich allein in meinem Apartment, damit ich Jason in Ruhe anrufen kann. Doch bevor ich das tat, sammelte ich mich und überlegte wie ich die Situation am Besten erklärte. Gerade, als ich bereit dazu war, rief mich jemand an. Es war sogar Jason. Ich ging ran. "Hi." "Ich glaub es einfach nicht Anni!", rief er aufgebracht. Ich sagte nichts und wartete auf eine weitere Reaktion von ihm. "Du küsst einen anderen! Und das obwohl du mir gestanden hast, dass du mich liebst!" "Das ist nicht so Jason. Ich kann dir das erklären." Ich versuchte ruhig zu klingen. "Ich will nichts hören..." "Jason, bitte..." "Lass mich. Ich muss jetzt erstmal meinen Kopf frei kriegen." Dann legte er auf. Völlig verwirrt setzte ich mich auf mein Bett. Hat er gerade Schluss gemacht? So genau hatte er das nicht gesagt. Er meinte, er will den Kopf frei bekommen, also machte er sich bereit, um mir zu zuhören. Das war doch noch ein gutes Zeichen oder? Was sollte ich jetzt nur tun? Ich wollte ihm gerade alles erklären, doch er wollte mir nicht zu hören. Ich fühlte mich in diesem Moment so schrecklich allein und konnte nichts dagegen tun. Allein der Gedanke daran, dass Jason mich verlassen könnte, riss mich in zwei Teile. Wir waren erst seit kurzem zusammen und es drohte jetzt schon alles zusammen zu brechen.
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Lost in You
Roman d'amourEine goldene Regel, die nicht nur unter den Schülern der Riverdale High bekannt ist: Man sollte sich nicht mit den Blossoms anlegen, insbesondere sollte man um ihre Tochter Cheryl einen großen Bogen machen. Diese Familie war bekannt dafür nicht imme...
