Wie wir uns liebten, liebte der Wald und die Mutter unser Zusammensein. Die Luft glühte mehr als unsere Körper und die Statue der Mutter wuchs riesengroß und spendete uns kühlen Schatten.
Juna sank auf mich, atemlos, doch ein seliges Lächeln auf dem strahlendem Gesicht. Dann beglückte sie mich ebenso und ich klammerte mich hilfesuchend an ihren sanften Blick. Die Stunden verstrichen wie Sekunden und erst als das Licht auf der Lichtung schwand, verlangten unsere ausgebrannten Leiber eine Pause.
Meine Liebste hob die Hand und wedelte die Finger durch die Luft. An meine Seite gekuschelt, wehte ihr warmer Atem gegen meinen Hals. Zu erschöpft für Erregung seufzte ich nur leise.
„Siehst du es?", flüsterte sie.
Ebenfalls zu müde für ihre Ratespiele, murrte ich und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, in der Hoffnung, dass sie sich damit zufriedengab.
Mit einem Kichern führte sie die Hand direkt vor meine Augen.
„Mein müder Drache sieh doch hin. Sieh meine Finger an. Wenn das nur Elfen sehen können, werde ich ein bisschen traurig sein."
Folgsam blickte ich auf ihre Finger, die schlank und wohlgeformt in meinem Blickfeld tanzten. Ich mochte sie so sehr, weil sie mir solche Freude schenkten. Geschickt, die Haut so süß; ich fing sie ein mit meiner eigenen Hand und drückte sie liebevoll.
Erst diese Berührung zeigte mir was meine Liebste so begeisterte. Um unsere Körper herum waberten Farben. Ein weißer Schein umgab meine Königin, kräftig strahlte er und hüllte uns beide in einen sicheren Kokon. Von meiner Haut stieg dunkles, blaues Licht auf, wie die Farbe meiner Augen. Ein schwacher Schimmer, der sich mit dem meiner Liebsten vermischte und zwischen uns ein neues Farbenspiel ins Leben rief.
Wie der goldene Nebel verwoben sich unsere Farben zu Mustern und vermischten sich bis nur ein helles Blau übrigblieb.
„Was ist das?"
Fasziniert beobachtete ich das Schauspiel, in vollkommenem Frieden. Ich wollte nichts anderes als hier ruhen, mein einzige Liebe im Arm halten und unseren Farben bei ihren Spielen zusehen.
„Wir sind verbunden. Die Mutter zeigt es uns. Unsere Lebensenergie vermischt sich."
Mit den Fingern kämmte sie durch das hellblaue Licht und hinterließ auf ihrem Weg nach unten eine weiße Bahn. Juna kitzelte über meinen Bauch und wanderte tiefer.
„Wenn wir uns lieben, wird das Licht noch stärker."
Meine Liebste streichelte mich zwischen den Beinen, doch ich blinzelte sie nur müde an. Wohlige warme Schauer jagten meinen Unterleib hinauf. Ich stöhnte leise und versteckte das Gesicht in Junas Haar.
Ihr süßer Duft erfüllte mich. Ich streckte die Beine und drückte mich gegen ihre Hand.
„Du schaust ja gar nicht hin.", flüsterte Juna in mein Ohr.
Sie küsste meine Ohrmuschel. Langsam, beinah unerträglich schwerfällig, bewegte sie die Finger.
„Und auch dein Licht strahlt heller. Wie Sonnenstrahlen auf dem dunkeln Meer. Versteck dein Gesicht doch nicht. Süße Prinzessin."
Ich schlang die Arme um meine Liebste und zog sie näher. Mit geschlossenen Augen wollte ich sie nur fühlen. Das warme Kribbeln, dass meinen Körper eroberte und ihre weiche Haut, die an meiner rieb. Ohne Lichter zu beobachten, die sich ineinander verschlangen, verband ich mich mit ihr, Körper an Körper. Müde suchte ich mir in ihr ein Bett und nahm träge an was sie mir gab.
„Ach mein Drache. Was bist du nur so müde. Wenn du kämpfst scheinst du unendlich viel Energie zu haben."
Ein Lächeln im Gesicht, blinzelte ich sie an.
„Wenn ich mich so warm und glücklich fühle, wie könnte ich nicht müde werden? Ich muss nicht kämpfen, wenn ich bei dir bin."
In dem Moment, wo ich die Worte aussprach, verstand ich sie erst selbst. Ein Krieger mit Leib und Seele, hatte ich vor meiner Liebsten von Anfang die Waffen niedergelegt. Deshalb jagte sie mir diese unerträgliche Angst ein bei unseren ersten Begegnungen. Weil sie mich besiegte und ich es liebte. Weil ich es mir immer gewünscht hatte und die Niederlage doch so sehr fürchtete. Ein schrecklicher Wunsch für einen Drachen.
„Nein. Das musst du nicht. Ich beschütze dich vor allem."
Sie küsste mich tief und lange und wir beide atmeten schwer, als wir uns voreinander lösten. Röte auf ihren bleichen Wangen. Juna starrte mich verträumt an, als wäre ich ein Wunder.
„Du weißt gar nicht, wie sehr ich dich beschützen kann."
Ein dunkler Schatten fegte über ihre Gesicht und fand Ruhe in ihren Augen. Rasch blinzelte sie das Schwarz daraus fort und lächelte mich liebevoll an.
Doch ich wusste es genau. Ihre Magie ebenso gütig wie gefährlich, erfüllte mich jeden Tag.
Immer noch reizte sie mich mit ihren Fingern und schickte warme Ströme prickelnder Energie in mich hinein.
Ich bäumte das Becken nach oben und keuchte. Mit aller Kraft hielt ich mich an ihr fest, mit beiden Armen um ihren Rücken.
Sie rieb ihre Wange an meiner und säuselte süße Worte in mein Ohr, die ich nicht verstand. Der zauberhafte Singsang der Elfensprache.
Die Lichter wehte um mich herum in Spiralen. Das weiß blendete mich, mein eigenes blau tünchte seine Ränder in Dunkel und dazwischen wuchs des Hellblau, bis es mein gesamtes Blickfeld füllte und strahlte wie der Himmel.
Ganz klar verbunden. Nur wir beide, vereint und verheiratet für immer.
Die Wellen der Lust schwappten noch über mich. Meine Oberschenkel zitterten und meine Liebste strich beruhigend darüber. Ihr süßes Gesicht nah bei mir, küssten wir uns. Immer wieder. Bis ich mit geschlossenen Augen im Halbschlaf ihre Lippen suchte.
„Schlaf mein Drache. Das ist dein letzter Gute Nacht Kuss für heute. Morgen beginnt unser Leben als Ehepaar. Wird die Welt eine andere sein? Oder alles ganz gleich? Sag mir das morgen. Süße Träume, meine liebe Frau."
Ihre Stimme wiegte mich sanft in den Schlaf. Ich freute mich ebenso, wie Juna auf den nächsten Tag. Auf das Aufwachen an ihrer Seite, mit dem Wissen, dass wir vor den Augen der Götter fest verbunden waren.
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Drache und Silber
RomanceIris wird von ihrem König losgeschickt, um einen Heiratsantrag an die Elfenkönigin zu überbringen. Als dieser abgelehnt wird, läuft alles aus dem Ruder. girlxgirl
