Kapitel 34

4 1 0
                                    

Hoseok pov

" Kannt du sie nicht erreichen?", fragte Tae mich, als ich mit dem Handy am Ohr darauf wartete, dass das gleichmäßige Tuten endlich aufhörte. Es war beinahe gespenstig still in unserer Unkleide, alle warteten gespannt ob ich sie erreichen konnte.

" Hoseok?". Ihre Stimme ließ mich erleichtert aufatmen.

" Yuna, Warum hat du nicht auf meine Nachrichten geantwortet?? Ich... Wir haben uns Sorgen gemacht.", rief ich aus und sah dabei wie Namjoon und Jin gleichzeitig erleichtert ausatmeten.

Es war eine Sekunde still am anderen Ende der Leitung. Dann hörte ich ihre etwas zögerliche Stimme: " Ich... musste ins Krankenhaus. Es gab einen Notfall bei Sangwoo und die Ärzte haben mich gebeten zu kommen.".

" Wie bitte? Wie bist du dahin gekommen? Es ist zu gefährlich, Toyun...".

" Toyun hat mich nicht gesehen. Keine Sorge.", warf sie schell ein und ich hörte, wie sie sich räusperte. " Es kann sein, dass ich noch etwas brauche, bis ich zurück kann.".

Jungkook hatte sich an meine rechte Seite gehängt und versuchte dem Telefonat zu lauschen. Als er hörte was Yuna sagte, zog er mir das Handy aus der Hand und stellte es auf Lautsprecher.

" Noona, hörst du mich?", fragte er total überflüssig, während mein Protest in der allgemeinen Bewegung unter ging, als sich alle um das Handy tummelten.

" Jungkook?".

" Ja, Noona. Wir müssen ganz dringend mit dir reden. Deswegen kommen wir auch früher zurück. Wo bist du?", fragte er sie.

" Im Krankenhaus. Es gab einen Notfall.".

" Ist alles okay mit dir? Sollen wir dich abholen?", rief Jimin besorgt aus. Ich warf ihm einen warnenden Blick zu. Wenn er zu laut sprach, könnten es Angestellte oder sogar der Manager selbst hören. Bevor Jimin allerdings noch etwas sagen konnte, erhob Namjoon schon das Wort: " Es gab einen schweren Autounfall bei uns. Heute Nachmittag wird alles voller Reporter sein, deswegen hatten wir einen Grund früher abzuhauen. Du musst so schnell es geht zurück kommen.".

" Einen A-autounfall?", fragte sie mit erstickter Stimme und anscheinend fiel unserem Leader erst jetzt auf, dass seine Aussage etwas unsensiebel gewesen war. Sein Gesicht wurde erst blass, dann breitete sich die Röte auf seinen Wangen aus.

" Tut mir leid, Kleine.", sagte er leise. Hatte er sie gerade Kleine genannt? Das dachten sich wohl auch alle anderen in diesem Raum und sechs fragende Blicke legten sich auf ihn.

Es blieb noch eine Sekunde still, dann zog Yuna unsere Aufmerksamkeit wider auf das Telefonat.

" Schon gut.", sagte sie. " Ihr könnt aber nicht zum Krankenhaus kommen. Das ist zu gefährlich.".

" Aber...", hob Jungkook schon an, doch Yoongi unterbrach ihn. " Yuna hat Recht. Es wäre auffälliger, wenn sie mit uns kommt, als wenn sie alleine geht.".

" Genau. Macht euch keinen Kopf, ich komme sobald ich hier alles geregelt habe.", bestärkte Yuna. " Ich glaube die Ärztin kommt zurück. Ich muss Wieder los. Wir reden später weiter.".

Das Gespräch war beendet, bevor  irgendjemand noch etwas sagen konnte. Aber gerade rechtzeitig, bevor die Tür zu unserer Umkleide geöfnet wurde und einer der Praktikanten herein gstürmt kam. Ich konnte mich nicht an seinen Namen erinnern, aber er arbeitete defenitiv für Yesung. " Ihr solltet euch beeilen. Die Reporter sind auf dem Weg. Es ist ein richtiges Spektakel, weil es schon der zweite Unfall in nicht mal einer Woche ist.".

Schnell drückte Jungkook mir mein Handy wider in die Hand und wir sammelten unsere restlichen Sachen ein, bevor wir uns beeilten zum Wagen zu kommen.

Yuna Pov

Ich packte gerade rechtzeitig mein Handy wieder weg, bevor Lissy wieder den Raum betrat. Ich hatte sie mit der Ausrede, mein Bruder würde irgendwas von mir wollen,  gebeten mich kurz alleine zu lassen und uns Getränke zu holen. Nach nur kurzem Zögern war sie der Bitte nach gekommen und stand jetzt mit zwei dampfenden Kaffees vor mir.

Ich hatte nicht vor mich zu beeilen zurück zu gehen. Auch, wenn ich unbedingt wissen musste, was so wichtig war, dass sie alle mit mir reden wollten. Reden konnte ich mit ihnen auch noch heute Nachmittag. Wichtiger war erst mal, dass Lissy ruhig blieb und aufhörte Fragen zu stellen oder mich, und das war mir noch wichtiger, dazu nötigte Sangwoo mit ihr zu besuchen. Das konnte ich gerade so gar nicht gebrauchen.

Aber natürlich hatte ich wie immer schon eine Lösung parat, sie wenistens ein paar Tage keine Fragen mehr stellen zu lassen.

Als sie mir einen der braunen Becher zuschob, und sich erkundigte was Jongho von mir hatte wollen, ließ ich einen tiefen Seufzer aus und schaute ihr bewusst nicht ins Gesicht sondern lieber auf meine Hände. " Er hat mir bescheid gesagt, dass sie in ein paar Tagen zum Dreh eines Videos nach Japan müssen. Sein Manager hat zugestimmt, dass ich mitkommen kann, weil ich nicht alleine in der Wohnung bleiben darf.".

" Wohnung? Ich dachte sie hätten ein eigenes Haus.", wunderte Lissy sich.

Innerlich verdrehte ich die Augen. Woher sollte ich bitteschön wissen, ob mein Bruder in einer Wohnung oder einem Haus lebte? Ich hatte ihn seit bestimmt zwei Jahren nicht mehr gesehen. Seit er sich als Trainee mehr auf die Karriere als auf seine Familie konzentriert hatte.

Anstatt auf ihre Frage einzugehen, sagte ich, mit einem Blick zu Sangwoos Bett: " Wir werden am Mittwoch fliegen. Das heißt ich muss noch eine Menge vorbereiten. Ich weiß auch nicht wie lange wir weg sein werden. Niemand hat mir irgendwas gesagt.".

" Aber was ist mit Sangwoo?". Ihre Stimme hatte sich vorwurfsvoll erhoben und ich zuckte zusammen.

" Ich kann es doch auch nicht ändern.", erwiderte ich auch etwas lauter. Dieses Mädchen regte mich auf. Sollte sie doch selber bei Sangwoo bleiben, wenn es ihr so wichtig war.

Das brachte mich allerdings auf eine weitere Idee. Ich kniff die Augen zusammen.

Als ich sie wieder öffnete, griff ich über den Tisch nach ihrer Hand und hob den Kopf. Genau in der Sekunde tropfte die erste Träne auf meine Wange und ich schluchzte leise. " Bitte, Lissy. Du bist meine beste Freundin. Du musst doch verstehen, dass es gerade einfach sehr schwer für mich ist. Was soll ich denn machen, wenn ich mit nach Japan muss? Wenn ich könnte, würde ich es doch auch ändern.".

" Oh... Yuna. So war es doch gar nicht gemeint! Ich wollte dich nicht verletzen.". In Lissys Augen traten ebenfalls Tränen. Ihre waren allerdings echt. Sie hatte weinenden Menschen noch nie standhalten können. Sie war die Art Person, die sofort an alle möglichen Organisationen spendete, sobald sie weinende Kinder in einer Werbung sah. Das funktionierte immer.

Ich ließ sie wieder los, stand auf und trat an Sangwoos Bett. Vorsichtig nahm ich seine warme Hand in meine und versuchte die Nadel und Schläuche an ihr nicht zu beachten. " Ich werde einige Zeit weg sein. Deswegen... Lissy, du bist die Einzige der ich wirklich vertrauen kann. Würdest du für mich nach Sangwoo schauen, bis ich wieder zurück bin?".

Ich drehte meinen Kopf in ihre Richtung und strich mir mit dem Handrücken meiner freien Hand über die nassen Wangen. Sofort war sie bei mir und nahm mich in ihre Arme. " Keine Sorge. Ich werde mich gut um ihn kümmern, bis du zurück kommst".

" Danke.", murmelte ich in ihre Schulter, während ich schon in Gedanken meinen Weg zurück zur Wohnung plante.

Die Reporter konnten mir noch ein lästiges Problem werden, ich würde wirklich aufpassen müssen.

BTS Fanfiction | Wavy UnderlineWo Geschichten leben. Entdecke jetzt