Johnny Flynn - Tickle me pink
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Mürrisch schob Sasha sein Bier von einer Seite zur anderen. Mit gerunzelter Stirn betrachtete er die Karten in seiner Hand, ein Zustand von einem Kartenspiel war das...es herrschte konzentriertes Schweigen und die Luft war zur Abwechslung mal nicht nur gefüllt mit dem abgestandenen Rauch von Zigaretten, sondern knisterte schon fast vor Anspannung. Frustriert warf er die Karten vor sich auf den Tisch: „Mir reichts. Man verliert ja doch immer nur."
Lautes Lachen machte die Runde und Sasha verzog sich lieber zurück an die Bar, bevor irgendjemand noch auf die Idee kam, sich über ihn und seine nicht vorhandenen Kartenspielkünste lustig zu machen. Er stürzte den Rest seines Bieres hinunter und wollte gerade ein weiteres bestellen, als er eine Präsenz hinter sich wahrnahm. „Na, soll ich dir das Pokern beibringen?", fragte eine bekannte tiefe Stimme. Sasha ignorierte den Kommentar beflisst. „Sasha", nörgelte es hinter ihm, „Wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen. Ich hätte schon fast gedacht, dass du mich ignorierst. Bist du mir böse?" Sasha bestellte sich desinteressiert sein zweites Bier. „Chérie. Bitte. Was muss ich tun, damit du mich mit deiner Aufmerksamkeit beglückst?"
Sasha schnaubte entnervt, aber er drehte sich zu Viktor um. „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du mich nicht so nennen sollst?", knurrte er verhalten in Viktors freudestrahlendes Gesicht. "Ich kann halt nicht anders", kam mit einem Schulterzucken die Antwort, ehe Viktor sich neben Sasha an die Bar drängt und ebenfalls nach einem Bier winkte. „Aber mal im Ernst; wir haben uns in der letzten Zeit viel zu wenig gesehen. Ich dachte, wir könnten wirklich gute Freunde werden..."
„Bitte?!", tödlich beleidigt musterte Sasha Viktor von oben bis unten, „Ist ja nicht so, als wäre ich derjenige gewesen, der dich mitten in der Nacht hierher bestellt hat und dann einfach nicht aufgekreuzt ist!" So langsam wurde er richtig sauer. „Wegen dir wurde ich fast von einer herumfliegenden Brechstange erschlagen und kalt war es außerdem!" Er drehte sich wieder zum Tresen und schaute demonstrativ in die entgegengesetzte Richtung.
Viktors Gesichtsausdruck verdunkelte sich. „Ach darum geht es dir. Kannst du mir das eine Mal nicht verzeihen? Es tut mir wirklich fürchterlich leid, aber ich konnte nicht kommen." „Ja klar, immer das Gleiche mit euch...von der Sorte hab ich zu Hause ja noch einen sitzen, wie passend", murrte Sasha. „Von der Sorte...?", fragend legte Viktor den Kopf schräg.
Sasha hob die Hand und zeigte ihm den Mittelfinger, als wäre das die Antwort auf seine Frage.
„Sasha", plötzlich ganz ernst geworden schob Viktor Sashas Hand beiseite. „Die Anderen hier wissen nichts davon, aber..." frustriert stieß er die Luft aus. „Siehst du mich bitte an, wenn ich versuche, mit dir zu reden?"
Flüchtig schielte Sasha zu ihm hinüber, senkte aber sofort wieder den Blick auf die Bierflasche, die er nun schon eine ganze Weile in den Händen drehte. Viktor schnippt Sasha gegen den Kopf und verschränkte dann trotzig die Arme vor der Brust. „Sasha!" „Autsch!", empört blinzelte Sasha ihn an und rieb sich den Kopf. „Redest du jetzt mit mir? Oder muss ich dir wieder weh tun?", fragte Viktor und verzog seine Lippen zu einem scherzhaften Grinsen.
„Also, gut", Sasha verschränkte die Arme vor der Brust und drehte sich zu Viktor um, „deine Erklärung?" „Äh", etwas unschlüssig darüber, was er sagen sollte, nun da er Sasha Aufmerksamkeit hatte, rang Viktor seine Hände. Erst zwei qualvolle Sekunden später kam ihm die Erkenntnis. „Komm mit", damit griff er Sasha am Handgelenk und zog ihn von der Theke weg und aus der Bar heraus. Auch draußen machte er nicht halt, sondern hastete sein Ziel fest im Blick, die Straße herunter.
Zwanzig Minuten und eine Runde schwarzfahren in der Bahn auf Sashas Seite später standen die zwei vor einer Häuserreihe. Es war eine noch recht zentrale, aber ruhige Gegend. Hübsch. Kein Ort, an dem sich Sasha oft herumtrieb, sondern eher Heim von Rentnern oder kleinen Familien.
„Also gut", sagte Viktor aus dem Nichts, straffte die Schultern und führte Sasha auf eines der Häuser zu. Er zauberte den Schlüssel aus der Tasche. Ohne überhaupt Licht an zu machen, schlängelten Viktor und Sasha sich durch ein Treppenhaus in die erste Etage und dann durch einen Wohnungsflur bis vor eine Tür, von der Viktor wusste, dass sie knallbunt war, auch wenn man das in dem Licht nicht erkennen konnte.
„Also gut", sagte Viktor nochmal. Nur diesmal leiser. Sasha musterte ihn mit leicht schräg gelegtem Kopf. „Also gut, was?" „Die Jungs in der Bar und so wissen davon nix, aber ich lebe nicht allein. Aber... das ist Hedwig", damit öffnete Viktor die Tür einen kleinen Spalt breit und linste hinein. Sasha betrachtete Viktor kritisch, schaute zu Tür, dann wieder zu Viktor. „Die Tür heißt Hedwig?", fragte er mit leicht hochgezogener Augenbraue. „Psst. Nein. Das Mädchen", sagte Viktor und fügte auf einen weiteren fragenden Blick, „das hinter dieser Tür schläft." an.
„Na sag das doch gleich", grinste Sasha und schob sich fast lautlos an Viktor vorbei, um einen Blick in das Zimmer zu erhaschen, „und das soll jetzt deine Ausrede fürs letzte Mal sein?"
Wieder bedeutete Viktor Sasha ruhig zu sein. Dann schloss er die Tür und führte Sasha in sein Zimmer. „Ja! Durchaus. Mama war krank und konnte sich nicht um Henni kümmern. Daher konnte ich nicht kommen. Und ich habe dich einfach völlig vergessen. Es tut mir so unfassbar leid!" Sasha ignorierte die Erklärung und wand sich eher dem Inhalt des Zimmers zu. Alles schien ein bisschen eng. Was wahrscheinlich daran lag, dass man beim Betreten des Raumes fast umgehend in einem Regal landete, wenn man nicht rechtzeitig stehen blieb. Ungläubig betrachtete er das Möbelstück vor seiner Nase genauer. „Du hast fünf Mal das gleiche Paar Schuhe?! Aber sonst gehts dir gut, oder?" „Bitte? Da gibt es substanzielle Unterschiede. Siehst du, die hier haben Nieten und die hier nicht. Und die hier haben sogar noch mehr Nieten", damit hielt er Sasha gleich drei Paar Schuhe unter die Nase. „Dazu muss man natürlich auch unterschiedliche Hosen tragen."
Mit gerunzelter Stirn nahm ihm Sasha die Schuhe aus der Hand, er hielt sie ins Licht um sie besser vergleichen zu können. Kritisch wog er sie in den Händen. Dann zuckte er grinsend mit den Schultern. "Also ich seh keinen Unterschied, sind alle furchtbar."
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WIR SIND WIEDER DA!
Erstaunlich aber wahr, wir hab noch nicht aufgegeben und waren zwischendurch sogar einigermaßen fleißig :3
Damit das auch so bleibt kommen jetzt jeden Montag, Mittwoch und Samstag neue Kapitel. Vielen Dank an alle, die so ewig brav auf uns gewartet haben oder auch nicht (wir hatten die Hoffnung schließlich auch schon fast aufgeben und in einem Loch begraben).
Einen wunderschönen Abend wünsche ich euch noch,
Sky (auch im Namen von Walker)
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Wolfssorgen
Hombres LoboCastiel, zukünftiger Alpha seines Rudels, und Sasha, freier, unabhängig Omega. Zwei nicht-ganz-Menschen, die eigentlich nichts miteinander zu tun hätten. Wenn da nicht das Ding mit dem Gefährtensein wäre. Plötzlich kollidieren die beiden sich so st...
