Fröhliche Ostern wünschen wir euch und hängen euren Wünschen zu Ehren noch ein hübsch verpacktes Kapitel hinten dran. :3
Viel Spaß dabei wünschen euch eure Unkreativisten. :)
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Saltatio Mortis - Randnotiz
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„Gut. Dafür war ich hier", erwiderte Castiel, die heftige Reaktion des Fremden ignorierend. „Wir vergessen die ganze Sache hier und du hältst dich von mir fern. Ich lasse dich und dein Plätzchen hier in Frieden. Deal?", meinte er möglichst gefasst und unbeteiligt, obwohl die Nähe des anderen ihn gleichzeitig aufwühlte und beruhigte.
Interessiert legte Sasha den Kopf schief, doch seine Stimme war eiskalt und in seinen Augen funkelte es hämisch, als er antwortete: „So einfach ist das nicht, Frischling. Und das solltest gerade du, als Teil eines Rudels doch wohl wissen." Er beugte sich zu dem Jüngeren hinab. „Das hier ist etwas, worauf wir beide keinen Einfluss haben, ob du nun willst, oder nicht."
„Damit hat das nichts zu tun", betreten wandte Castiel den Blick ab, statt weiterhin das Funkeln der grünen Augen zu erwidern. Er biss sich auf die Lippe. „Damit hat das ganz und gar nichts zu tun..."
Sasha verstärkte seinen Griff. „Was ist es dann? Was auch immer es ist, ich werde dafür sorgen, dass es nicht mehr lange lebt." Er knurrte und suchte nach dem Blick des Frischlings.
Erschrocken wandte Castiel seinen Blick dem Fremden wieder zu. Er konnte eine vorschnell ausgerufene Antwort nicht unterdrücken: „Was? Nein! Das kannst du nicht." Dafür würde er mindestens Castiels Vater und höchstens das gesamte Rudel ausschalten müssen und dazu wäre der Fremde nicht im Stande, auch wenn er sicher nicht schwächlich oder schlecht gebaut war, wie Castiel festgestellt hatte, als er eher unterbewusst einen Blick auf dessen freien Oberkörper riskiert hatte.
„Was ich kann oder nicht kann, tut hier nichts zur Sache", Sasha machte eine unwirsche Handbewegung, „wichtig ist nur, dass du mich jetzt, da wir uns wieder getroffen haben, nicht so schnell wieder los wirst." Er ließ dessen Handgelenke los, richtete sich ein bisschen auf und verschränkte die Arme, ohne sich jedoch von der Stelle zu bewegen.
„Hör mal", da der Fremde wohl nicht einfach mit einem ‚nein' zufrieden war, musste er versuchen ihm irgendwie mit Vernunft beizukommen. „Es ist für dich wie für mich besser, wenn wir kein großes Tamtam machen und einfach unserer Wege gehen. Mein Rudel..."
Sasha sprang auf die Füße, Wut kochte in ihm hoch. „Das Rudel, natürlich...", er lachte bitter, „wie konnte ich nur auf die Idee kommen, dass jemand sich gegen sein Rudel stellt um mit jemandem wie mir zusammen zu sein?" Er drehte sich um und entfernte sich ein Stück. „Also gut, dann mach halt was die anderen sagen und lass dich weiter von ihnen herumkommandieren. Werde genau so wie sie, verweichlicht und arrogant", spottete er.
Mit der Nähe des Fremden war die Ruhe, die diese in ihm ausgelöst hatte, von Castiel gewichen. Allein aufgewühlt blieb er. Langsam, ein wenig um Zeit zu schinden, setzte er sich auf, blieb aber auf dem Boden hocken. „Was soll ich denn machen? Was kann ich denn mache?", fragte er, ohne sich sicher zu sein, wen er fragte, sich selbst oder den anderen, und ob der andere ihn überhaupt verstand, so leise und verzweifelt wie er sprach.
Bedauern sickerte durch den Ärger in Sashas Herz als er den Jüngeren so am Boden sitzend sah, vielleicht war er doch etwas zu hart gewesen und hatte zu schnell gehandelt. Er seufzte, ging zurück und wuschelte ihm vorsichtig durch die Haare. „Sorry", war das einzige, was er mit rauer Stimme hervorbrachte, „ich hab zu viel gesagt."
Überrascht blinzelnd blickte Castiel auf. Der Fremde erschien ihm impulsiv und aggressiv. Dass er sich jetzt entschuldigte war unerwartet, aber nicht unangenehm. Auch die Berührung war mehr tröstend als alles andere. „Ist schon in Ordnung." Wieder begann er auf seiner Lippe herum zu kauen. Es war eine schlechte Angewohnheit. „Und was machen wir jetzt?", fragte er dann zögerlich.
„Jetzt", antwortete Sasha, „stellen wir uns erstmal vor. Mein Name ist Sasha und deiner, Frischling?" Er musste grinsen. „Oder bleiben wir einfach bei Frischling?"
„Ich heiße Castiel, aber eigentlich ist es egal wie du mich nennst. Wir werden uns sowieso nicht wieder sehen...", mit großen Augen sah er aus seiner sitzenden Position zu Sasha auf. Er konnte nicht verhindern, dass sich Hoffnung in ihm breit machte. Es kam ihm so vor, als würde alles gut werden, solange sie nur zusammen blieben. Natürlich war das Wunschdenken. Das Wunschdenken eines jungen verliebten Werwolfes, der seinen Gefährten gefunden hatte. Castiel machte es schon gar nichts mehr aus Sasha als Gefährten zu bezeichnen. Es war nun einmal so. Er konnte nichts dagegen tun. Es gab für ihn keine Zuversicht mehr. Nichts würde seinen Vater jemals dazu bringen die Regeln zu ändern und nichts könnte Castiel jemals dazu bringen sie zu brechen. Nichts außer dem hier. Es war doch alles zum Verrücktwerden. Castiel zog die Beine an, legte die Arme darum und seufzte tief. Dabei wollte er doch eigentlich gar nicht viel. Nur ein ganz normales Leben mit einer Frau, ein paar Kindern, er der Alpha des Rudels. Alle würden ihn respektieren und er würde sie mit einem ebensolchen Respekt behandeln. Er würde seine Pflichten erfüllen und sich um sie kümmern und sie wären froh darum und würden ihm dafür danken. Und nun? Nun zerbrach der Plan, der Wunsch für die Zukunft. Nur unglückverheißende Scherben eines falschen Spiegels blieben ihm und er glaubte schon zu spüren wie er sich verletzte, wenn er versuchte sie wieder zusammenzufügen.
Sasha verdrehte frustriert die Augen. Es könnte doch nicht so schwer sein sich einmal gegen ein Rudel zu stellen, oder? Ein scharfes Ziehen im Bauch erinnerte ihn schmerzhaft daran, dass er seit der verpatzten Jagt nichts anderes als ein paar Beeren zu sich genommen hatte. Er konnte einen Laut nicht unterdrücken und hockte sich schnell hin, um den Schmerz wieder zu unterdrücken.
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Wolfssorgen
WerewolfCastiel, zukünftiger Alpha seines Rudels, und Sasha, freier, unabhängig Omega. Zwei nicht-ganz-Menschen, die eigentlich nichts miteinander zu tun hätten. Wenn da nicht das Ding mit dem Gefährtensein wäre. Plötzlich kollidieren die beiden sich so st...
