„Ich bin bei dir, Liebling."

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Freitag: 15. März 2019

Verlegen senkt das Mädchen ihre Blicke, als die hellbraunen Augen sie ansehen. Sie weiß nicht, wie sie reagieren soll.

Du siehst wunderschön aus, Süße."

Knallrot im Gesicht hebt sie ihren Kopf und lächelt ihn breit an. Ihr hat noch nie jemand ein Kompliment gemacht, ist sie doch etwas pummeliger, als die anderen Mädchen in ihrer Klasse.

Danke."

Kurz schließt sie ihre Augen. Plötzlich erklingt lautes Gelächter um sie. Schnell macht sie die Augen wieder auf und schaut sich verwirrt um. Der Junge steht etwas abseits von ihr, an seiner Seite ein blondes hübsches Mädchen. Tief schaut er ihn in die Augen und streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht.

Niemals könnte ich ein dickeres Mädchen dir vorziehen, meine Liebe."

Vor ihren Augen küssen die beiden sich. Um sie herum wird ein Kreis gemacht. Auf einmal trifft sie etwas hartes am Kopf, sodass sie sich auf die Knie fallen lassen musste.

Fette Kuh."

Hässliches Entlein."

Du bist wertlos."

Erschrocken schrecke ich auf und setze mich auf. Mein Herz und mein Puls rasen unglaublich schnell in meinem Körper.

„Samet!", schreie ich drauf los. Seine Gegenwart spüre ich nicht in diesem Raum. Alles ist dunkel um mich herum.

„Samet!", rufe ich ein weiteres Mal und beginne lautlos zu weinen. Plötzlich wird die Tür aufgerissen und Samet kommt nur einer Shorts und nassen Haaren auf mich zu. Schnell setzt er sich neben mich und zieht mich in seine Arme. Schluchzend lehne ich mich an seine Brust und kralle meine Nägel in seine Haut. Fest kneife ich meine Augen zu, um die ganzen Bilder meines Alptraums aus dem Kopf zu bekommen. Seit drei Tagen habe ich diese Alpträume und wache jedes Mal schreiend auf, nach Samet rufend und die ganzen Bilder im Kopf.

Immer wieder fragte er mich, was ich geträumt habe, doch lüge ich ihn immer an und sage, dass ich mich nicht erinnern kann. Ich habe einfach Angst, dass er mir das nicht glaubt, denn eigentlich hört sich meine Vergangenheit an, als wäre es ein Buch oder ein Klischeehafter Film. Samet lässt nicht nach und hackt immer weiter darauf herum.

Langsam beruhige ich mich wieder, lehne mich aber immer noch an Samet. Seine starken Arme geben mir Halt und die Geborgenheit, die ich in diesem Moment brauche. Beruhigend streicht er mir über den Rücken.

„Geht es wieder?"

Ich nicke und löse mich schniefend von ihm, wische dabei meine letzten Tränen aus meinem Gesicht.

„Du erinnerst dich wieder nicht.", stellt er fest und schaut mir tief in die Augen. Traurig nicke ich. Das ist ihr größter Traum. Einfach alles vergessen und normal weiter zu leben.

„Versuch noch zu schlafen."

„Bleibst du solange bei mir?", frage ich ihn leise und halte seine Hand fest. Er nickt und drückt mir einen Kuss auf den Handrücken. Erschöpft schließe ich meine Augen, spüre die Hände von Samet an meinen Haaren und kann so nur in wenigen Minuten einschlafen.

*

Erschöpft und müde sitze ich auf dem Sofa im Wohnzimmer und halte eine Tasse Tee in der Hand. Mir geht es nicht so gut, kann deswegen auch nichts essen. Meine Schwiegermutter und Beyza starren mich schon die ganze Zeit besorgt an, doch ich achte nicht wirklich darauf. Ich weiß schon was ich tue. Plötzlich kommt Eymen die Treppen herunter.

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