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In regelmäßigen Abständen tropft das Blut auf den Boden und die roten Augen des dunklen Lords blicken freudig auf die ältere Hexe, welche Nagini gerade zerfetzt hatte. Der metallische Geruch breitet sich in dem großen Salon der Malfoys aus und man konnte einige Todesser sehen, die ihre Nase rümpften. "Nun meine Todesser, das passiert, wenn man mit Muggeln verkehrt. Solltet ihr so eine Person sehen bringt sie zu mir, scheut euch nicht." zischt Voldemort. "Komm Nagini wir gehen." spricht er in Parsel. Die grüne Schlange zischt und folgt ihrem Herrn direkt. Als der Herr der Todesser den Raum verlassen hatte begaben sich auch die restlichen Todesser aus dem Raum. Einer nach dem anderen disapparierte in einer schwarzen Wolke davon. Immer noch im Schock sitzt Draco Malfoy in seinem Stuhl. Seine Haut ist bleich und er hat das Bedürfnis sich übergeben zu wollen. "Erhebe dich Sohn und hör auf zu zittern." ermahnt ihn sein Vater streng. Draco leistet den Worten folge und verlässt mit seinen Eltern den Raum. Mit schnellen Schritten floh er beinahe vor seinen Eltern und begab sich in die Bibliothek. Besorgte blaue Augen folgen ihm. "Wir sollten ihm erzählen das sie auf der Suche nach dem Granger Mädchen sind." meint sie leise und wartet gespannt auf die Reaktion ihres Mannes. "Narzissa." beginnt er ruhig. Trotz seiner emotionslosen Maske erkennt sie in seinen Augen Wut aufflammen. "Dieses Mädchen hat nichts in unseren Reihen zu suchen. Trotz ihrer beneidenswerten Fähigkeiten zerstört sie unsere reine Blutlinie, welche seit Jahrtausenden nicht einen Tropfen verseuchtes Blut in sich hatte. Daran wird sich auch nichts ändern, sollte das Mädchen sterben, dann stirbt sie." Narzissa nickt und sie senkt ihren Kopf in Richtung Boden. "Du hast recht, aber meinst du nicht wir sollten ein wenig toleranter sein, die Weasleys..." "Rede nicht über diese nichtsnutzige Familie in diesem Haus." brüllt er und die blonde Frau vor ihm zuckt zusammen. "Wir haben nichts mit Blutsverrätern zu schaffen und wir werden auch nie etwas mit ihnen zu schaffen haben. Weder werden wir zu ihnen. Hast du das verstanden Weib?" unterbricht Lucius sie harsch. "Ich habe es verstanden." murmelt sie. Zufrieden nickt ihr Ehemann und geht seinen Weg. Als er aus ihrem Sichtfeld verschwand machte sie sich auf den Weg zu ihrem Sohn.

Sie öffnet mit einem lauten knarze die große Flügeltür der Malfoyischen Bibliothek. Kein Ton ist in dieser zu vernehmen und sie schreitet durch die hohen Gänge, welche überhäuft mit Büchern sind. Ihr langes Kleid schwebt über den schwarzer Ebenholzboden. In der letzten Ecke der Bibliothek entdeckt sie ihren blonden Spross. Dieser sitzt auf einem grünen, samtigen Sessel. Seine Augen wandern nicht über die Zeilen und starren nur leblos auf die Seiten des Buches. Sie räuspert sich sanft und beginnt zu sprechen. "Draco ich muss dir etwas sagen." "Ich weiß was du sagen möchtest." murmelt er kalt und blickt nicht eine Sekunde von seinem Buch auf. "Sie werden Hermine suchen, als Köder für Potter. Während sie dies tun werden sie ihren Blutstatus ausnutzen, um eine Ausrede für ihre Folter zu haben. Sollte dies mit uns herauskommen, werden sie sie eventuell umbringen. Somit kann ich nicht mehr mit ihr zusammen sein. Es wäre zu gefährlich." Aus seinem Gesicht lässt sich nicht eine einzige Emotion herauslesen und besorgt kniet sich seine Mutter neben ihn. "Wenn du weinen möchtest dann darfst du das tun Draco. Es ist nicht schwach, so wie dein Vater es betitelt. Es zeigt das du Gefühle hast und diese machen uns stark. Vor allem die Liebe, sie macht uns stärker als wir es uns je erhoffen können." meint sie und reibt ihm beruhigend über den Rücken. "Die Liebe macht einen nicht stark sie gibt uns eine weitere Schwachstelle und macht uns verwundbar." argumentiert Draco kalt und lässt seinen Kopf in seine Hände sinken. "Ihr ist es doch egal das du ein Todesser bist, oder?" fragt ihn seine Mutter vorsichtig. Er nickt zaghaft und ein leichtes Lächeln bildet sich auf ihrem Gesicht. "Sie liebt dich sehr Draco und ich denke, wenn du ihr deinen Grund erklärst, um mit ihr Schluss zu machen versteht sie dich. Solltet ihr in mehreren Jahren noch Gefühle füreinander haben und das alles hat ein Ende, dann könnt ihr wieder zusammen sein." ermutigt ihn seine Mutter. "Danke." murmelt er und lächelt sie schief an. Sie erhebt sich und gibt ihm einen sanften Kuss auf die Stirn. Mit eleganten Schritten verlässt sie die Bibliothek und lässt ihren Sohn mit seinen Gedanken allein.

Nach den Ferien begibt sich Draco mit einem mulmigen Gefühl in den Hogwarts-Express. "Jo Bro was geht? Wie waren deine Ferien?" begrüßt ihn Blaise euphorisch. "Ja sie waren gut." beantwortet Draco seine Frage stumpf. "Oh je, bei dir scheint wohl nicht die Sonne, oder?" fragt Blaise, er neigt seinen Kopf dabei zur Seite und studiert seinen blonden Freund. "Das hat dich nicht zu interessieren." faucht Draco, er schiebt den schwarzhaarigen beiseite und marschiert in das Slytherin-Abteil. Die Jungs setzen sich auf ihren Stammplatz und schauen aus dem Fenster. "Ich muss auf Toilette." meint Draco und schreitet aus dem Abteil der Schlangen. Er braucht nicht lange suchen, um das Abteil der Löwen zu finden. Ängstlich und angewidert wird er von den Seiten angestarrt, doch es interessiert ihn nicht. Sollen sie doch denken was sie wollen, sie haben keine Ahnung wie es ist. "Habt ihr Granger gesehen?" fragt er eine kleine Gruppe der Löwen. Der eine schluck ängstlich und stottert "Sie ist bei Harry Potter und Ronald Weasley, in dem Abteil da vorne." Sein Finger deutet auf das dritte Abteil vor ihnen und Draco nickt. Ohne sich zu bedanken lässt er die Gruppe stehen. Ohne anzuklopfen betritt er das Abteil und bevor irgendjemand etwas sagen konnte hatte er die Granger aus dem Abteil gezogen und in ein Abgelegenes geschleppt. "Draco was bei Merlin soll das werden." faucht sie. "Wir müssen reden Granger." meint er kühl und blickt auf die kleinere Brünette runter. Ihr Blick wird besorgt und sie neigt ihren Kopf zur Seite. "Was ist es?" fragt sie und er fährt sich seufzend durch die wasserstoffblonden Haare. "Ich mache Schluss." lässt er die Bombe platzen und eine unangenehme Stille breitet sich in dem Abteil aus. Irritiert blickt Hermine ihn an. Ein Kloß bildet sich in ihrem Hals und sie versucht die aufkommenden Tränen und Schluchzer zu unterdrücken. "Warum?" fragt sie heißer. "Nimm es einfach hin und hinterfrag es nicht. Das mit uns war nur eine Farce, nichts Ernstes. Man sieht sich." mit diesen kalten Worten verlässt der Malfoy das Abteil und nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte atmet er zitternd aus. Seine Augen füllen sich mit Tränen, doch er lässt sie nicht laufen. So etwas kann er sich als Malfoy nicht erlauben. Gefühle machen einen schwach, daher sollte man sie nicht an sich herankommen lassen, redet er sich ein und setzt seine übliche kalte Maske auf. Die geübte Maske verbirgt seine Trauer und Wut und das ist auch gut so.

Was er nicht weiß ist das in diesem Moment das Herz der brünetten Hexe in tausende, kleine Scherben zerbrach. Mit lauten Schluchzern bricht sie auf dem dreckigen Boden zusammen. Die warmen, salzigen Tränen strömen über ihre Wangen. Ihre Hände krallen sich in den weichen Stoff ihrer schwarzen Stoffhose. Die Abteiltür schwingt auf und herein tritt ihre beste Freundin. "Hermine." keucht diese geschockt und nimmt die Brünette in ihre Arme. Ohne zu fragen, warum sie denn weint, nimmt sie sie in ihre Arme und wiegt sie hin und her. Als Hermine sich langsam beruhigt lösen sich die Hexen voneinander und Hermine blickt Ginny aus roten, verquollenen Augen an. Hermine öffnet ihren Mund und berichtet Ginny alles. Von Dracos und ihrem ersten Kuss, ihrem ersten Date, ihren Lerndates und ihrer ganzen Beziehung. Am Ende beginnt sie erneut zu weinen und zu fluchen. "Ich werde nie wieder mit diesem Arschloch reden, er hat noch nicht mal eine Begründung geliefert. Er ist für mich gestorben." schreit sie durch das verlassene Abteil. Nur wusste sie nicht das sich das in einigen Jahren ändern wird. 

Dramione OneShotsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt