Obwohl wir es wahrscheinlich sollten, belassen wir es nicht bei dieser einen Nacht.
Schon Freitagabend bekomme ich eine Nachricht von Adam, dass Ivy bei Keith übernachtet und Drick auf einer Party ist.
Wir verabreden uns eigentlich, um einen Film zu schauen, aber als mir Adam die Wohnungstür der WG öffnet, fallen wir sofort übereinander her und schaffen es gerade so in sein Zimmer zu stolpern.
Genauso, wie schon Freitagmorgen, spricht es auch Samstagmorgen keiner von uns an.
Wir reden nicht darüber, was die letzten Nächte passiert ist. Weder fragt einer von uns beiden, was es zu bedeuten hat, noch versuchen wir es zu definieren. Und als Samstagnachmittag Adam vor meiner Wohnungstür steht, ist es fast schon zur Normalität geworden.
Sonntag hat er sein erstes Heimspiel der Saison und wir haben uns geschlossen, ausgestattet mit unserer Fan-Kleidung, auf der Tribüne zusammengefunden.
Ivy schießt gerade ein paar Selfies von uns, aber ich kann mir nicht mehr, als ein schmales Lächeln abringen, denn ich bin einfach zu nervös. Adams Gegner ist keiner der Top fünf, aber trotzdem härter zu knacken als Querrey in Cleveland. Außerdem habe ich Angst, ihn in der letzten Woche zu sehr von seinem Training abgelenkt zu haben. Erst das Wochenende in Washington, dann die schlaflosen Nächte der letzten drei Tage.
Zwar sind wir gestern aufgrund seines heutigen Spiels vergleichsweise früh eingeschlafen, aber ich merke den Schlafmangel trotzdem und kann nicht leugnen, dass ich an diesem Wochenende nicht sonderlich viel für die Uni geschafft habe. Nicht einmal die Vorlesung, die ich am Freitag verpasst habe, habe ich nachgearbeitet. Wie ist es dann erst Adam mit seinem Training ergangen?
Und dann kommt er auf den Platz gelaufen. Seine Augen wandern suchend über die Tribünen und kreuzen meine. Als ich das Leuchten darin sehe und das breite Grinsen in seinem Gesicht, da fällt alle Anspannung von mir und meine Nervosität ist schlagartig verpufft.
Denn der Mann da unten auf dem Platz strahlt nur so vor Selbstvertrauen und wenn Adam an sich selbst glaubt, ist er nicht zu schlagen.
Jubelnd springe ich gleichzeitig mit Ivy, Drick und Summer in die Höhe, wir klatschen und johlen und sogar Keith erhebt sich, um seinem besten Freund zu applaudieren.
Ich sehe, wie Adam lacht, als er seinen Blick über unseren jubelnden Freundeskreis wandern lässt. Bevor er zu seiner Bank geht, schaut er noch einmal zu mir und zwinkert mir verschwörerisch zu. Es ist nicht dieses charmante Zwinkern, das er sonst drauf hat, irgendwie fühlt es sich viel intimer an, als sonst.
Sofort habe ich die Bilder von letzter Nacht im Kopf. Als Adam gestern zu mir gekommen ist, ist er wegen des heutigen Matches sichtlich nervös gewesen und ich habe mein Bestes gegeben, ihn abzulenken.
Wenn ich daran zurückdenke, kann ich selbst kaum glauben, wie kühn ich in nur zwei Tagen geworden bin und wie leicht es mir in Adams Armen fällt, meine prüde Art wenigstens für ein paar Stunden abzulegen.
„Das wird heute gut. Das spüre ich!", quiekt Ivy und reißt mich damit aus meinen nicht gerade jugendfreien Gedanken.
Ich lache verlegen und lasse mich zurück auf den Sitz fallen, als auch Adams Gegner auf den Platz kommt und die beiden beginnen, sich einzuspielen.
Plötzlich stößt Ivy Keith, der neben ihr sitzt, den Ellenbogen in die Seite.
„Wir haben völlig vergessen, den anderen im Auto von unserer Idee zu erzählen.", sagt sie.
Neugierig runzle ich die Stirn und schaue zu dem Pärchen, Ivy strahlt bis über beide Ohren und sogar Keith hat leicht die Mundwinkel in die Höhe gezogen. Auch Summer und Drick haben sich interessiert vorgebeugt und warten auf genauere Informationen.
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At First Kiss
Romance„Weil ich nichts wert bin.", flüstert sie. Ihre Worte sind nur ein Hauch, aber ich habe sie klar und deutlich verstanden. Entsetzen durchflutet meinen gesamten Körper. Ich habe nicht gedacht, dass so viel mehr hinter ihrer Schüchternheit steckt. Ver...
