Kapitel 39

131 8 0
                                    

Die Osterferien begannen mit ein paar kalten Tagen. Der April hieß sie mit Sturm und Temperaturen unter zehn Grad willkommen. Harry saß meiste Zeit mit Draco und Hermine in der Bücherei und lernte oder er war mit Ron auf dem Quidditchfeld. Der Regen prasselte gegen die Scheiben, als Harry im Kerzenlicht aufstöhnte, "Mein Kopf raucht, ich kann nicht mehr." Hermine schaute von ihrem Buch auf, "Wir sitzen erst eine Stunde hier. Du hast gesagt, wir arbeiten das Kapitel noch durch." Sie wandte sich wieder ihrem Buch zu. Die Bibliothek war leer, nur sie drei saßen dort. Die meisten Schüler waren abgereist zu Eltern oder Verwandten gefahren. Er warf Draco einen Blick zu, "Können wir nicht eine Pause machen?" Sein Freund schüttelte den Kopf, "Harry, Schatz, du kannst dir vielleicht schlechte Noten leisten, weil du Harry Potter bist. Ich nicht." Er lächelte, "Stell dich nicht so an, je konzentrierter wir arbeiten, desto schneller haben wir das Kapitel durch." Mit einem lauten Seufzer beugte Harry sich wieder über seine Aufzeichnungen. Es verging etwas Zeit. Der Regen wurde später und kaum noch Licht drang durch die Fenster. Harry klappte sein Buch mit einem Seufzer zu, "Endlich fertig." Hermine lachte auf, "Gut gemacht, lass uns was essen gehen." Sie standen auf und verließen die Bibliothek, steuerten geradewegs auf die große Halle zu. Auf ihrem Weg trafen sie Ron und Ginny, die mit nassen Haaren auf sie zu kamen. "Das Training hat sich echt gelohnt, schade, dass du nicht dabei warst." sagte Ron zu Harry, der nur die Lippen zusammendrückte. Sie setzten sich an ihre Bänke und aßen, während sie über die anstehenden Prüfungen sprachen. Doch Harry war mit den Gedanken woanders. Da holte ihn Ginny in das hier und jetzt zurück, "Wir wollen heute noch nach Hogsmeade, wollt ihr mit? Als mit wir meine ich Neville, Hannah und ich." Hermine und Ron nickten, schauten zu Harry rüber, "Klar." Er zuckte die Schultern, dann schauten sie zu Draco. Doch der schüttelte den Kopf, "Ich bleib hier und lerne noch etwas." Harry öffnete den Mund, doch Draco schnitt ihm das Wort ab, "Habt viel Spaß." Sie standen auf, doch Harry legte seine Hand auf Dracos und deutete ihm nochmal kurz zu warten. Also setzte sich der Blonde wieder. "Was ist los?" fragte Harry, "Warum kommst du nicht mit?" Er schaute besorgt. Seit den letzten Vorfall am See, machte sich Harry vermehrt Sorgen, denn die Prüfungsphase brachte sie alle an ihre Grenzen. Draco streichelte über die Hand seines Freundes, "Weil erstens ich wirklich lernen muss, und zweitens mir nicht nach Hogsmeade ist bei dem Regen und drittens Harry, hab doch mal Spaß mit deinen Freunden. Du musst dich um mich keine Sorgen machen" Harry atmete tief durch, es fiel ihm schwer. "Du hast auch mal Zeit für dich verdient, nimm dir den Nachmittag frei. Ich muss einfach noch einiges an Stoff aufholen. Und ich verspreche dir, das ich heute Abend hier auf dich warte." Er lehnte sich über den Tisch und küsste Harry kurz, ehe er aufstand und Harry deutete, ihm nachzumachen. "Ok" sagte Harry, "Aber du versprichst mir, heute Abend hier zu sein." Draco nickte, dann lief Harry seinen Freunden hinterher.

Sie hatten alle dicke Regenjacken an, denn es strömte nur so vom Himmel, als sie in das kleine Zaubererdorf gingen. Sie steuerten direkt auf die "Drei Besen" zu und bestellten sich ein Butterbier. Während sich alle unterhielten, lies Harry sein Blick aus dem Fenster schweifen. Die angezündeten Laternen spiegelten sich in den Tropfen an den Scheiben und ließen den Tag traurig und schwer wirken, ganz im Gegensatz zu der ausgelassenen Stimmung in der Gaststube. Irgendwie fühlte er sich fehl am Platz, irgendetwas schnürte ihn den Atmen ab, doch er wusste nicht ganz was. Er hörte nur mit einem Ohr zu, beteiligte sich nur spärlich am Gespräch. Der Nachmittag schritt immer weiter fort, sie tranken und lachten. Als die Uhr 18:00 Uhr verriet, zahlten sie und machten sich auf den Rückweg. Es war dunkel und nass, doch es hatte aufgehört zu regnen. Der kalte Wind pfiff ihnen um die Ohren, doch es passte zu Harrys Stimmung. Ginny, Neville und Hannah liefen etwas vor, denn auf einmal verlangsamten Hermine und Ron ihr Tempo. Harry schaute sie verwirrt an, als sie plötzlich stehen blieben. "Was ist denn mit euch?" Hermine warf einen kurzen Blick zu Ron, ehe sie sprach, "Harry, wir müssen mal mit dir reden." Sie machte eine kurze Pause, "Wie geht es dir?" Harry war perplex, stotterte kurz, war verwirrt, was seine Freunde von ihm wollte. "Gut, warum?" Ron schüttelte den Kopf, "Und jetzt nochmal ehrlich? Harry, wir machen uns Sorgen. Seit einer Woche benimmst du dich so anders. Was ist los?" Hermine führte weiter aus, "Harry, wir merken, dass es dir schlecht geht. Und ich bin mir sehr sicher, dass es irgendetwas mit Draco ist." Harry schüttelte den Kopf, "Nein, wirklich alles gut." Er wollte nicht lügen, doch konnte nicht anders. Denn er wusste selber nicht, was los ist. Doch eigentlich wusste er es ganz genau, doch wollte es sich nicht eingestehen. Hermine wusste das, "Du weißt, dass das nicht stimmt. Ich seh das doch. Du lernst lieber mit uns, als dass du zum Quidditch Training gehst mit deinem besten Freund. Harry, Quidditch hat dir lange Zeit alles bedeutet und freiwillig so viel gelernt hast du auch nicht. Zudem schaust du alle zwei Minuten zu Draco rüber, als ob du nachgucken möchtest, ob er noch da ist.  Du willst gar nicht mehr von ihm los. Du bist so still geworden, hast diesen Gesichtsausdruck, du lachst nicht mehr richtig." Sie verstummte und Ron übernahm das Wort, "Versteh uns nicht falsch, es ist voll ok, wenn du mehr Zeit mit deinem Freund verbringen willst, als mit uns oder so. Wir machen uns nur Sorgen um dich." Harry schluckte. Seine Freunde schauten ihn wehmütig an, Hermine quälte ein Lächeln hervor. Harry zitterte, doch nicht nur wegen der Kälte, "Es ist wirklich nichts." Er wandte sich ab und lief weiter. Er hörte, wie Hermine und Ron ihm hinterher liefen. Sein bester Freund legte seine Hand auf seine Schulter und Harry gab dem leichten Druck nach und drehte sich um. Die Tränen liefen ihm über das Gesicht

Lest we all die unbloomedWo Geschichten leben. Entdecke jetzt