Der erste Schultag mit Unterricht brach herein. Ganz Hogwarts bereitete sich auf die kommenden Lektionen vor. Die große Halle war von Schülern überfüllt, die angeregt frühstückten. Auch das goldene Trio stärkte sich für den Tag. „Wir haben heute in den ersten beiden Stunden Zaubertränke bei Slughorn. Wir haben jedes Fach mit den Slytherins zusammen, weil sie nur noch so wenige sind. Danach habt ihr Wahrsagen bei Trelawney und ich Arithmantik. Dann gibt es Mittagessen und danach haben wir eine Doppelstunde Verteidigung gegen die dunklen Künste. Welche Ironie, früher hatten wir nur eine Stunde, und nach dem Krieg dann zwei." las Hermine ihren Stundenplan vor. Doch Harry hörte nicht richtig zu. Unbewusst suchten seine Augen die Halle nach dem blonden Slytherin ab. Dabei war er der Letzte, den er sehen wollte. Aber er sollte ihn nicht finden, denn Draco stand bereits vor dem Klassenzimmer für Zaubertränke. Er wollte sich schnell einen Platz suchen, denn dann müsste er sich nicht mehr neben jemanden setzen. Langsam stießen immer mehr Schüler zu ihm. Auch Harry und seine Freunde erreichten den Kerker. Er warf Malfoy einen wütenden Blick zu, den Draco unbeholfen erwiderte. Doch Harry hatte sich bereits weggedreht. Die Tür wurde geöffnet und die Schüler stürmten herein. Draco setzte sich an die Ecke eines Gruppentisches. Was hatte sich Slughorn auch gedacht, Gruppentische aufzustellen ?, dachte sich Draco. Neben ihn setzte sich Theodore Nott. Sie waren nie wirklich Freunde gewesen und er gehörte auch zu der Gruppe, die Draco im fünften Schuljahr bedroht hatte, weshalb dieser ihn nicht wirklich möchte. Doch das beruhte eigentlich auf Gegenseitigkeit, deshalb wunderte sich Draco, warum er sich ausgerechnet neben ihn gesetzt hatte. Es waren 6er Gruppen. Zu ihnen setzten sich noch zwei Slytherinmädchen, deren Name Draco nicht wusste und zwei Gryffindorschüler, die ein wenig zu spät kamen. Slughorn betrachtete diese Sitzordnung und nickte. „Sie haben sich sicher gefragt, warum sie so sitzen. Das möchte ich ihnen erklären. Wir wollen im ersten Quartal ein sehr komplexen Trank brauen. Dazu sollen Sie in Gruppen arbeiten. Dazu habe ich Sie aber bereits eingeteilt und bitte Sie sich dem entsprechend umzusetzen. Tut mir leid, ich habe die Platzkärtchen wohl vergessen." Der Professor suchte nach seiner Liste. Die Schüler stöhnten genervt auf und eine Unruhe breitete sich im Raum aus. Draco schlug sich gegen die Stirn. Bestimmt müsste er jetzt mit Harry zusammen arbeiten und spürte einen stechenden Schmerz in der Brust. Harry ging es da ähnlich. „So" fing Slughorn an. Er zählte zwei der Gruppen auf. Ron wurde direkt in die erste Gruppe mit Neville, Seamus,einem Gryffindormädchen und den zwei Slytherinmädchen von Dracos Tisch eingeteilt. Die zweite Gruppe wurde auch vollständig. Noch zwei Gruppen und Harry und Draco waren noch ohne Zuteilung, da hörte Draco seinen Namen. „Gruppe drei besteht aus: Draco Malfoy, Julia Rose, Luise Smith, Troy Haywood, Lee West und Hermine Granger. Der Rest ist Gruppe vier." Draco atmete erleichtert auf, endlich hatte er mal Glück gehabt. Die Schüler setzten sich nun in ihre Gruppen. Slughorn gab ihnen noch das Rezept und sie begannen zu arbeiten. Von dem Tisch der ersten Gruppe war ein ständiges Kichern zu hören. Bei der Gruppe um Hermine war das nicht der Fall. Sie verteilten die Aufgaben, wobei schnell klar wurde, dass Hermine und Draco die Leitung und das eigentliche Brauen übernahmen. Während die anderen Zutaten schnitten, drehte sich Hermine zu Draco, „Malfoy, darf ich dich was fragen?" Er nickte und hatte schon so eine Ahnung, worauf sie abzielte. „Bereust du wirklich die Beziehung zu Harry ?" Er schluckte, „Hat er das euch erzählt?" Sie nickte diesmal. Draco atmete einmal tief durch, „Wenn er das so sieht," Doch er wurde unsanft von Luise unterbrochen, die nach dem nächsten Schritt fragte. Ihr Gespräch blieb unterbrochen. Die Zeit verging schneller, als erwartet. Slughorn wies auf einen Schrank, „Dort könnt ihr eure Zwischenergebnisse lagern. Beschriften Sie ihre Kessel. Wir sehen uns dann wieder in der nächsten Stunde."Die Schüler verließen den Klassenraum und machten sich auf zu deren nächster Unterrichtsstunde. Das war bei Harry und Ron Wahrsagen bei Trelawney. Doch anstatt dem Unterricht zu folgen, unterhielten sie sich die ganze Zeit, doch die Professorin störte dies nicht. Schließlich waren sie kreativ genug sich die grausamsten Tode auszudenken und damit war Trelawney zufrieden. „Endlich gibt es Mittagessen." verkündete Ron glücklich, als er mit Harry zur großen Halle ging. Dabei trafen sie auf Hermine, der Ron erstmal einen Kuss auf die Wange gab. Harry freute sich für seine besten Freunde. Wenigstens waren sie glücklich, wenn er es nicht sein konnte. Sie setzten sich an den Tisch und aßen. „Ah Ron, ich wollte dich nochmal fragen, ob du oder ich die restlichen Zutaten für unseren Trank besorgen sollte." Neville stand hinter den dreien. „Ach ich mach das schon, wenn du wieder das Buch mitbringst." antwortete der Rotschopf. Neville nickte und ging wieder. „Ich muss ja schon sagen, ich war erst ein weing skeptisch mit der Gruppenarbeit, aber ich liebe meine Gruppe, dass ist echt witzig mit denen. Und die beiden Mädels aus Slytherin sind echt nett, ich vergesse immer nur ihre Namen." schmatzte Ron. Hermine schüttelte den Kopf, „Yuna Stormwind heißt die Blonde und Billie Lannester die andere" Ron nickte, „Stimmt!" Harry verdrehte die Augen, „Ich wünschte ich könnte das auch sagen, Theodore Nott ist total anstrengend, der will alles alleine machen. Partavi und Millicent Bullstrode streiten sich die ganze Zeit und unsere lieben Hauskameraden unterhalten sich die ganze Zeit, sodass ich einfach blöd darstehe. Wenn unser Trank überhaupt was wird und ich nicht durchfalle, wäre das ein Wunder. Wenigstens muss ich nicht mit Malfoy zusammenarbeiten, wie du, Mine." Sie lächelte ihn liebevoll an, „Es ist gar nicht so schlecht. Er ist wirklich gut im Brauen und wir haben einfach am Anfang die Aufgaben verteilt und so hat jeder seinen festen Platz im Team." „Ihr seid einfach die Streber-Gruppe." Hermine boxte Ron leicht in die Seite und alle drei lachten. Nach der Pause ging es mit dem Unterricht weiter. Sie hatten Verteidigung gegen die Dunklen Künste. Ihr neuer Lehrer war niemand anderes als Jonathan Greyster, der berühmte Nachwuschs-Auror aus Amerika. Gespannt schauten die Schüler ihren neuen Professor an. „Guten Tag. Ich denke ihr kennt mich bereits, trotzdem stelle ich mich nochmal vor. Mein Name ist Jonathan Greyster. Unsere erste Einheit verbringen wir damit, ein wenig zu wiederholen. Meine Vorgänger hatte alle etwas andere Methoden, aber ich möchte, dass Sie sich zu zweit zusammen tun und ein kleines Duell führen. Dabei möchte ich Sie aber bitten, vorsichtig zu sein. Ich will keine Verletzten!" So taten sie, wie ihnen aufgetragen. Alle waren begeistert von ihrem neuen Lehrer und die Zauber flogen nur so durch den Raum. Greyster ging dabei umher und verbesserte seine Lehrlinge. Draco, der sich dabei mit Nott duellierte, steckte dabei mehr ein, als er austeilte. Denn er wusste, dass alle nur darauf warteten, dass er die heftigen Flüche auspacken würde. Doch er hatte zu viel Angst, jemanden zu verletzten. „Sie parieren gut, aber im wahren Leben müssen sie sich auch wehren könne, Mister ..?" fragte der Lehrer. „Malfoy, Draco Malfoy." antwortete der blonde Schüler. Bei dem Namen wurden Greysters Augen groß und sein Lächeln erlosch. Stumm ging er weiter und Draco wusste, dass er es wusste. Die Stunde war zu Ende und alle Schüler strömten freudig auf ihre Freizeit aus dem Klassenzimmer, als Greyster Draco nochmal zu sich rief. Dieser gehorchte und ging zum Pult, wo sein Lehrer saß. Der Auror deutete auf einen Stuhl vor seinem Tisch und Draco setzte sich. „Sie sind also, Draco Malfoy. Sohn von dem Todesser Lucius Malfoy, richtig ?" Draco nickte. „Sind, ich meine, waren sie auch...?" Draco wusste, was er meinte und nickte wieder, wieder nur sehr leicht, als ob sein Kopf so schwer wäre, dass er drohen würde, umzukippen, sobald er ihn stärker bewegen würde. Jonathan Greyster nickte ebenfalls, er schien einen inneren Konflikt auszumachen, „Darf ich mal sehen, also nur wenn es nicht zu privat ist." Draco zögerte, doch krempelte langsam seinen Ärmel nach oben, sodass sein linker Unterarm frei lag. Er legte ihn auf den Tisch, damit sein Lehrer das dunkle Mal betrachteten konnte. Dieser schaute interessiert auf die schwarzen Linien. „Eine letzte Frage hätte ich noch, tut es weh ?" Er wollte drüber streichen, doch Draco zog es schnell wieder weg und versteckte es unter seinem Ärmel. Er nickte erneut, bevor er den Mund zum Reden öffnete, „Ja, jeden Tag aufs Neue. Weil es mich an alle Fehler erinnert, die ich getan habe. Es tut nicht mehr so weh, als der dunkle Lord noch gelebt und es benutzt hat, aber es tut auf eine andere Art noch viel mehr weh. Darf ich jetzt gehen?" Sein Professor nickte heftig, „Natürlich, tut mir leid, Sie belästigt zu haben." Draco ging hinaus und atmete tief durch. Was für ein komischer Tag.
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Lest we all die unbloomed
FanfictionTeil 2 von "Dunkle Schatten werden uns finden" Harry und Draco wiederholen ihr siebtes Schuljahr. Doch der Krieg hat sie alle verändert und nichts ist mehr so, wie es damals war. (Auch hier kommen wieder negative Gefühle, Selbstmord, -Verletzung, v...