Die Klasse saß in vor Hagrids Hütte. Der Halbriese begann mit lauter Stimme zu reden, „Also meine lieben Schüler und Schülerinnen. Es wird langsam zu kalt für diese zarten Geschöpfe. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich sie abgeben werde. Daher ist heute die letzte Gelegenheit sie anzusehen. Nächste Stunde, also am Freitag geben Sie die Aufsätze bitte ab. Danach werden wir uns um Thestrale kümmern." Sie nickten und gingen ein letztes mal zu den Occamys. Die zweier Pärchen arbeiteten angestrengt. Nur Hermine blieb alleine. „Wo ist denn dein Partner?" fragte Hagrid sie. Doch sie zuckte nur mit den Schultern, „Er war schon nicht beim Frühstück." Hagrid schüttelte den Kopf, „Da lässt er dich einfach alleine." Hermine versuchte Hagrid zu beruhigen, „Wir sind eh schon fertig, es fehlt nur die Zeichnung und er kann das eh nicht." Hagrid schien nicht so viel davon zu halten. Er mochte den jungen Malfoy nicht und daraus machte er kein Geheimnis. Hermine setzte sich neben Harry. Sie gab Yuna ihr Pergament und ließ sie zeichnen, dafür setzte sie sich mit Harry etwas abseits und half ihm beim Schreiben des Aufsatzes. „Ob es ihm schlecht geht?" fragte Harry seine beste Freundin. Sie nickte, „Ich geh davon aus. Vielleicht hat er sich erkältet. Luna sagt, er säße oft am See und wir haben Anfang November. Der Winter kommt." Harry schluckte. Der Winter war schon da, seit seinem fünften Schuljahr war da dieser Winter zwischen ihm und Draco. „Ich geh nachher mal zu Madam Pomfrey. Vielleicht ist er dort." Sie nahm ihn in den Arm, „Bestimmt ist er da und sie hilft ihm." Doch Hermine hatte Unrecht. Draco saß am wieder auf dem Steg am See und hielt die Füße ins Wasser. Es grenzte an ein Wunder, dass er noch nicht krank war, wo er noch nie ein besonders gutes Immunsystem hatte. Er hatte sich Socken und Schuhe ausgezogen, doch nicht die Mühe gemacht, die Hose hochzukrämpeln. So saugte sich der Stoff voll mit Wasser. Er fühlte sich schlecht. Noch nie hatte er den Unterricht geschwänzt. Aber heute konnte er nicht anders. Zu viel war geschehen. Erst gestern das Gespräch mit Greystar und dann heute: Er wollte zum Frühstück gehen, da fing ihn sein Professor ab. Der junge Auror gab ihm ein Brief. Er schaute auf den Absender, „Narcissa Malfoy" stand darauf. „Warum bringen Sie mir den und nicht eine Eule?" fragte Draco misstrauisch. Greystar antwortete, „Ich habe mir gedacht, dass Sie das fragen. Nun, ich will Ihnen die Antwort nicht vorenthalten. Die Eule ist vorhin von einer Gruppe Zweitklässler mit einem Zauber getroffen worden, der unerlaubter Weise benutzt wurde. Der Eule geht es jetzt wieder gut, aber ein kleiner 'Petrificus totalus' hat sie für kurze Zeit außer Gefecht gesetzt." Draco nickte, es klang für ihn logisch. Er schaute sich kurz den Umschlag an und wollte ihn gerade in seine Umhangtasche gleiten lassen, als Greystar ihn aufmunterte, den Brief doch jetzt schon zu öffnen. Draco gehorchte und bereute es augenblicklich. Den Tränen nahe verließ er das Schloss und kam hierher. Er hielt das Papier in der Hand, doch vermied jeden Blick auf das Geschriebene. Warum? Fragte er sich. Doch ihm fiel keine Antwort ein. Nach einer Stunde hörte er wieder das seltsame Knacken, dass er gestern erst gehört hatte. Er fuhr herum, doch da war niemand. Er zog sich die Socken über die tauben Füße und schlüpfte in seine Schuhe. Er ging die Umgebung ab, doch fand nichts. Erst als er sich wieder auf den Steg setzten wollte, fielen ihn Fußabdrücke auf. Doch beim längeren Hinsehen sah er, dass diese schon älter waren. Vielleicht so einen Tag alt. Die Schuhe mussten einem älteren Schüler gehören, denn sie waren relativ groß. Mehr konnte er aus ihnen nicht lesen, aber wahrscheinlich steigerte er sich eh in etwas hinein. Es war wohl etwas mehr Zeit vergangen, als ihm lieb war, denn er sah ein paar Schüler in Richtung des Quidditchfeldes laufen. Ravenclaw hatte Training.
Harry erfuhr gerade, dass Draco nicht im Krankenflügel war oder gewesen ist. Er war also nicht krank, offiziell. Es war die Regel sich immer bei Madam Pomfrey krank zu melden, wenn der man sich unterrichtsunfähig fühlte. Harry ging enttäuscht aus dem Krankenflügel, als Greystar hinter ihm auftauchte, „Mr. Potter, Sie wollen doch Auror werden. Hätten Sie Lust mir bei einem fiktiven Fall zu helfen?" Harry stimmte zu. Etwas Ablenkung tat ihm bestimmt gut. Er folgte seinem Professor in sein Büro. „Sagen wir ein ehemaliger Todesser beschließt das Erbe Voldemorts anzutreten. Sie haben einige Indizien dafür. Was würden Sie tun?" Harry überlegte einen Moment, „Ich würde den verdächtigen überwachen." Greystar nickte, „Sehr gut. Gehen wir mal davon aus, Sie kennen den Verdächtigen, schließlich sind Sie Harry Potter, der Außerwählte. Natürlich weiß er, dass Sie Auror sind. Wie würden Sie das anstellen?" Harry machte das Spiel Spaß. Greystar fragte noch viel und er antwortete clever, die Augen des Professors funkelten bei jeder Antwort und er forderte ihn immer weiter heraus. Es vergingen einige Stunden und es dämmerte schon draußen. Greystar schaute auf seine Uhr, „Ich denke wir sollten für heute Schluss machen, sonst bekomm ich noch Ärger mit McGonagall. Aber wir sollten das auf jeden Fall nochmal wiederholen." Harry nickte und verabschiedete sich, dabei bemerkte er, dass sein Professor alles mitgeschrieben hatte. Doch Harry dachte sich nichts dabei. Als er den Gemeinschaftsraum erreichte, erzählte er Ron und Hermine von seinem Treffen mit Greystar. Ron freute sich für ihn, doch Hermine blieb skeptische, „Erst erzählst du uns von diesem komischen Gespräch und dann gibt er dir Aurorentraining. Harry, irgendetwas stimmt nicht." Doch er schüttelte den Kopf, „Bestimmt wollte er damit nur testen, ob ich geeignet bin." Ron nickte zustimmend und sie unterhielten sich noch lange.
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Lest we all die unbloomed
FanfictionTeil 2 von "Dunkle Schatten werden uns finden" Harry und Draco wiederholen ihr siebtes Schuljahr. Doch der Krieg hat sie alle verändert und nichts ist mehr so, wie es damals war. (Auch hier kommen wieder negative Gefühle, Selbstmord, -Verletzung, v...