Als Harry die Tür geschlossen hatte, nahm Draco seine beiden Hände, "Hey." Er schaute ihm tief in seine grünen Augen, "Was ist los? Deine Augen sind rot gewesen, du hast geweint." Seine Stimme war sanft, wie ein leichter Windhauch. Sie setzen sich auf Harrys Bett. "Ich muss mit dir reden." Draco nickte, "Du kannst mir alles sagen, immer. Das weißt du, oder?" Diesmal nickte Harry, "Ich habe mit Ron und Hermine gesprochen, die meinten, ich soll es dir sagen. Mir geht's gerade nicht so gut." Er wandte seinen Blick ab, "Aber nicht, weil ich mich nach mehr Zeit mit meinen Freunden ohne dich sehne, - Hermine hat mir davon erzählt - sondern weil ich Angst habe. Weil ich Angst habe, dich zu verlieren. Dir nicht helfen zu können. Oder etwas falsch zu machen. Dir nicht das zu geben, was du brauchst. Oder einfach nicht rechtzeitig bei dir zu sein. Dass ich dich nicht genug liebe. Seit der Panikattacke am See, hab ich einfach so Angst um dich." Seine Stimme wurde von Tränen erstickt. Draco nahm sein Gesicht in beide Hände, so dass er ihn ansehen musste. "Danke, dass du mir das gesagt hast." Dracos Stimme begann zu zittern und auch ihm stiegen die Tränen in die Augen, als er Harry so weinend sah, "Oh man Potter, du bist so ziemlich der einzige Mensch, der perfekt ist. Wirklich, du machst alles perfekt. Du bist der perfekte Freund, der perfekte Superheld. Wo wäre ich denn ohne dich? Wahrscheinlich schon längst tot. Denn du rettest mich jeden Tag, immer wenn du mich ansiehst, wenn ich dich atmen höre, wenn du mich anlächelst, umarmst oder küsst. Und ich wünschte, ich könnte dir die Angst nehmen. Aber glaube bitte niemals, dass du mich nicht genug lieben würdest. ich bekomme in diesem Moment mehr Liebe von dir, als in meinem ganzen Leben von meinem Vater." Auch ihm flossen die Tränen über die Wangen. Er beugte sich vor und küsste Harry auf die Stirn. "Du hast mich lange nicht mehr Potter genannt." schluchzte Harry. Draco lachte, "Das hab ich immer gemacht, um deine Aufmerksamkeit zu kriegen." Er atmete einmal tief durch, "Kann ich dir denn helfen?" Harry zuckte die Achseln, "Kannst du mir versprechen, mich nicht alleine zulassen?" Diesmal wandte Draco seinen Blick ab und ließ Harrys Gesicht los. Doch schnell wandte er sich ihm wieder zu, "Ich präzisiere mal, ich verspreche dir dich nicht auf dieser Erde allein zulassen, aber in manchen Situationen tue ich es dann doch. Ich meine, ich muss dir ja nicht beim kacken zu sehen." Er lächelte. Harry erwiderte das Lächeln, "Du bist ein Arschloch." und küsste ihn. Sie küssten sich leidenschaftlich, bis ihnen der Atem wegblieb. "Geht es dir besser damit?" fragte Draco, Harry nickte zustimmend, "Du bist mir einfach zu wichtig." Er lies sich in die Kissen fallen. Draco beugte sich über ihn. "Pottah, ich liebe dich." Er legte seine Lippen auf seine. Der Gryffindor atmete laut aus und ein lächeln huschte über seine Lippen. "Kannst du heute hier übernachten?" fragte er leise. Sein Freund tat, als müsste er überlegen, "Geht das für die anderen klar?" "Ich denke schon, warum nicht?" Draco zuckte die Schultern, "Dann natürlich." Er legte seinen Kopf auf Harrys Brust und hörte seinem Herzschlag zu, während Harry ihm durch die Haare strich. Sie blieben eine Weile so liegen, schwiegen und lauschten dem lauten Gelächter, der von unten zu ihnen drang. Da klopfte es an der Tür, "Kann ich reinkommen oder seid ihr nackt?" Rons Stimme erklang von der anderen Seite. Harry lachte, "Als ob dich das abhalten würde. Komm rein!" Ron öffnete lachend die Tür, "Auch wieder wahr." Draco hob verwundert seinen Kopf, "Bitte was geht bei euch ab? Ich glaub, ich schlaf doch lieber bei mir." Ron lachte in sich hinein, Harry sagte empört, "Du gehst nirgendwo hin, da musst du jetzt durch." Ron lachte, "Und du musst nicht mal zu dir rüber, Harry hat so viele Klamotten von dir hier rumfliegen. Das ist fast schon creepy." Er kramte ein neues Kartenspiel hervor, "Mine fragt, ob es euch gut geht. Kommt ihr runter, oder soll ich es ihr sagen?" "Du darfst das gerne übernehmen," sagte Draco. "Ist gut." sagte Ron und schloss die Tür wieder hinter sich. "Ich will, dass das nie aufhört." Doch Draco nahm seinen Kopf von Harrys Brust und stand auf. "Muss es nicht, aber erst Zähneputzen." Harry verdrehte die Augen, lies sich hoch helfen und kramte eine neue Zahnbürste aus seiner Kommode, gab sie Draco und zusammen gingen sie ins Bad. Harry war wie immer schneller und ging zurück in den Schlafsaal. Dort saßen bereits Ron und Neville. "Alles gut?" fragte Ron, Harry nickte, "Ihr hattet Recht, es tat echt gut, darüber zu reden. Aber ich hab trotzdem Angst, deswegen schläft er heute hier. Es war einfach viel heute." Neville zuckte die Schulter, "Solange er nicht schnarcht, ist mir alles egal." "Tu ich nicht." Draco stieg zu Harry ins Bett. Er kuschelte sich eng an Harry, der dies sichtlich genoss. "Gute Nacht!" sagte Ron und löschte das Licht. Harry lauschte noch Dracos regelmäßigem Atem, bevor er auch einschlief.
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Lest we all die unbloomed
FanfictionTeil 2 von "Dunkle Schatten werden uns finden" Harry und Draco wiederholen ihr siebtes Schuljahr. Doch der Krieg hat sie alle verändert und nichts ist mehr so, wie es damals war. (Auch hier kommen wieder negative Gefühle, Selbstmord, -Verletzung, v...