Kapitel 20

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Es verging eine ganze Zeit, bis McGonagall zu ihnen kam. Harry hatte die Stühle eng bei einander gestellt, so dass Draco seinen Kopf auf seine Schulter ablegen konnte. Harry legte seinen Kopf auf seinen und streichelte über Dracos Handrücken. McGonagall schaute die beiden skeptsich an, denn sie stand stets für Disziplin, doch angesichts der Umstände ließ sie die beiden so sitzen. Die Jungen erzählten ihr alles und, als die Auroren die Schule erreichten, ihnen dasselbe nochmal. „Es tut mir so leid, Mister Malfoy. Wenn ich das geahnt hätte." McGonagall schaute ihn traurig an. Die drei waren wieder allein im Büro. Greystar war jetzt auf dem Weg nach Askaban. Die Auroren ermittelten jetzt. „Es ist nicht Ihre Schuld." sagte Draco. Er blickte auf den Boden. Doch die Professorin schüttelte den Kopf, „Aber es ist meine Aufgabe, mich um das Wohl meiner Schüler zu kümmern. Dabei ist es egal, welche Vergangenheit dieser hat. Hogwarts heißt jeden Willkommen, der hier sein möchte. Ich bin dieser Aufgabe nicht gerecht geworden. Mister Malfoy, es ist mehr, als das. Ihnen ist so viel Leid widerfahren." Harry glaubte, Tränen in ihren Augen zu sehen. Doch keine würde ihre Augen verlassen, nicht wenn Schüler dabei waren. „Was wird jetzt aus dem Unterricht?" fragte Harry. „Du bist wieder einfühlsam, wie immer." lachte Draco. Auch McGonagall huschte ein Lächeln über die Lippen, doch verschwand gleich wieder, „Das ist eine sehr gute Frage, Mister Potter. Es ist mitten im Schuljahr. Ich brauche nicht nur einen neuen Lehrer, sondern muss es auch den Schülern und Eltern erklären. Zum Glück sind bald Ferien. Eine Woche noch." Sie nickten und verabschiedeten sich, denn gleich gäbe es Abendessen und eine Ansprache in der großen Halle. Harry hielt Dracos Hand fest. Er spürte jeden Knochen, denn Draco hatte stark abgenommen. Er führte ihn zu seinen Freunden, die am Gryffindortisch saßen. „Harry, was ist passiert?" fragte Hermine sie. Die beiden Jungen setzten sich, bevor Harry auf McGonagall deutete, die eben die Halle betreten hatte, „Wie Sie alle sicher mitbekommen haben, gab es Probleme mit Professor Greystar, der von nun an weder Auror, noch Professor ist. Er wird geradewegs nach Askaban geschickt. Das stellt unsere Schule vor eine neue Herausforderung. Da aber nur noch eine Woche bis zu den Ferien ist, wird der Verteidigung gegen die dunklen Künste Unterricht entfallen, für alle Jahrgangsstufen. Das soll Sie aber nicht daran hindern, sich theoretisches Wissen durch Bücher anzueignen. Schauen Sie doch gerne mal in ihr Buch. Nur die Praxis bleibt ihnen untersagt. Desweiteren möchte ich Sie bitten, Spekulationen über die Ereignisse zu lassen. Jonathan Greystar hat sich in eine private Angelegenheit so verbissen, dass er die Leben von Schülern aufs Spiel gesetzt hat. Das wird hier nicht geduldet. Jeder Schüler soll hier in Sicherheit lernen können. Und nun schlaft gut und wir sehen uns am Montag pünktlich zum Unterricht." Die ersten Schüler verließen die Halle. Auch Harry und seine Freunde. Sie machten sich alle auf in den Raum der Wünsche. Der Raum sah genauso aus, wie in ihrem fünften Schuljahr. Nur zwei Sofas mehr standen vor dem Kamin. Harry und Draco setzten sich auf das gegenüber von dem Feuer. Das war ihr Platz. Da Malfoy immer noch zitterte und komplett angespannt war, schlang Harry seinen Arm um ihn und gab ihm damit den Halt, den er so dringend benötigte. Luna und Ginny setzten sich auf das Sofa zu ihrer linken Seite, Ron und Hermine dem gegenüber. Draco vergrub sein Gesicht in Harrys Schulter. Der weiche Stoff von Harrys viel zu großem Hoodie war angenehm weich und roch nach ihm. Draco liebte diesen Geruch, es roch nach zuhause. Außerdem wollte er nicht, dass die anderen seine Tränen sahen, und er konnte ihnen nicht in die Augen sehen, denn er hatte Angst, dass sie ihn verurteilten. „Darf ich?" flüsterte Harry ihm ins Ohr. Er spürte ein sanftes Nicken an seiner Schulter und Harry begann die komplette Woche zu wiederholen. Er fing mit der VgddK-Stunde an, ging über den Selbstmordversuch Dracos zu seinem Erlebniss im St.Mungo bis zu dem heutigen Vorfall. Er erzählte, was Greystar gemacht hatte. Die anderen hörten gebannt zu. Hermine schluchzte. Ron nahm sie in den Arm, „Verdammt, das ist heftig." Als Harry geendet hatte, zitterte Draco noch mehr. Luna stand auf und quetschte sich neben den blonden Jungen. Sie nahm ihn von der anderen Seite in den Arm. Hermine tat es ihr nach, auch die Weasley-Geschwister kamen und eine riesige Gruppenumarmung um Draco herum fand statt. „Ich krieg keine Luft mehr." krächzte Draco nach ein paar Minuten. Alle lachten kurz auf und setzten sich an ihre ursprünglichen Plätze. Draco setzte sich aufrecht hin, doch Harrys Arm verweilte auf seinen Schultern. Diesmal war Ginny es, die sprach, „Es tut uns allen leid, was passiert ist. Du hättest doch mit uns reden können." Doch anstatt von dem Slytherin antwortete Luna für ihn, „Hätte er nicht. Er hatte zu viel Angst. Er trägt das dunkle Mal und es ist kein Geheimnis, dass jeder die Todesser verachtet. Du hast auch gesagt, dass du jedem, der Voldemort auch nur irgendwie unterstützt hat, einen grauenvollen Tod wünschst. Und er hätte dir da nie widersprochen. Er wünschte sich das ja genauso. Er dachte eben, dass wir ihn alle hassen würden. Vor allem Harry." Ginny blickte stumm zu Boden. „Darf ich dich was fragen?" Hermine schaute direkt in die grauen Augen. Draco nickte. „Können wir einfach alles vergessen, was zwischen uns stand? So zu sagen von vorne anfangen?" Sie lächelte ihn an. „Gerne" flüsterte Draco. Die vier verabschiedeten sich und verließen den Raum. Harry und Draco blieben allein zurück. Der Gryffindor schaute ihn lange an, „Wo gehst du hin, ich meine in den Ferien?" Draco zuckte mit den Schultern, „Ich weiß es nicht. Ich denke, ich gehe in das Haus, wo meine Mutter gelebt hatte und bringe die Sachen nach Malfoy Manor. Ich muss jetzt auch die Finanzen durchsehen. Das kleine Landhaus verkaufen. Mich um alles kümmern." Harry sah in mitleidig an. „Ok, dann komme ich mit. Ich lass dich nicht allein. Aber Weihnachten verbringst du mit mir. Und den anderen im Fuchsbau." Ein Lächeln huschte über seine Lippen. „Danke." flüsterte er. Dann stand er auf. „Gehen wir schlafen?" fragte er müde seinen Freund. „Ich will dich nur ungern alleine lassen." gestand Harry. „Dann komm mit." sagte Draco trocken. Harrys Augen funkelten. Zusammen gingen sie in den Kerker. Draco öffnete die Tür und sie gingen durch den Gemeinschaftsraum. Die kleineren Schüler lagen schon in ihren Schlafsälen. Yuna warf den Beiden einen eifersüchtigen Blick zu. Für Harry war das eine Genugtuung.

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