Kapitel 28

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Diesmal wachte Harry als erster auf. Er streckte sich und streichelteüber Dracos Wange. Dieser schlief allerdings weiter und regte sich kein bisschen. Lächelnd stand Harry auf. Er ging rasch duschen und bereitete dann das Frühstück vor. Als er aus dem Fenster schaute, sah er, wie das ganze Grundstück in weiß gehüllt war. Draco schien noch zu schlafen, deshalb entschied sich Harry mit dem Frühstück noch etwas zu warten und ging ins Wohnzimmer. Leise flogen die Schneeflocken gegen die großen Scheiben. Harry ließ bewusst das Licht aus, denn diese helle, kühle und doch irgendwie friedlich schummrige Atmosphäre passte zu diesem Haus. Er setzt sich an den Flügel und strich sanft über die Tasten. Nach einiger Zeit traute er sich und spielte einen Ton. Bei Draco sah es so leicht aus, wie seine Finger über das Instrument huschten. Eher ungeschickt begann Harry ein Lied zu spielen, das Hermine ihm und Ron versucht hat, beizubringen, als sie in dem alten Hauptquatier des Orden des Phönix übernachtet hatten. Doch er hatte fast alles vergessen und so waren bloß ein paar zusammenhangslose Töne zu hören. Doch Harry gefiel das Spielen und so lange es niemand mitbekam war alles gut. Er war so vertieft in seine Gedanken und das Klavier, dass er nicht merkte, wie Draco im Türrahmen lehnte und lächelte. So leise er konnte, ging er zu seinem Freund hinüber. Sanft legte er seine Hand auf Harrys Schultern. Dieser zuckte leicht zusammen, ehe er sich um sah und direkt in die grauen Augen sah. Doch ehe er etwas sagen konnte, setzte sich Draco neben ihn und nahm seine Hände. Er führte sie behutsam über die Tasten und langsam und leise erklang eine wunderschöne Melodie. Harry war erst unsicher, doch ließ sich von dem jungen Malfoy leiten. Es war eine so intensive Bindung zwischenden Beiden zu spüren, dass Harry sich kaum zu atmen traute. Wie er Dracos Finger auf seinen spürte, die mit minimalstem Druck seinen den Weg wiesen, vergaß er alle Problem und fühlte sich endlich angekommen. Auch Draco ging es so. Das erste Mal seit langem fühlte er sich leicht. All der Balast schien für einen kurzen Moment von seinem Herzen gefallen zu sein. Die Beiden Jungen waren so innig miteinander verbunden. Draußen schneite es immer heftiger. Ein Schneesturm schien sich anzukündigen, doch das störte die beiden nicht. Sie waren hier vereint, saßen still in den Klängen der Musik.

Das Spiel neigte sich dem Ende. Als Draco seine Finger elegant von Harrys nahm und der Raum wieder in Stille versank, schauten sie sich innig in die Augen. „Mit ein bisschen Übung schaffst du das bald allein. Du hast Talent." Doch anstelle zu antworten, küsste Harry ihn. Es war ein leidenschaftlicher Kuss. „Ich liebe dich, Draco Malfoy." Unweigerlich musste der Blonde lächeln, „Ich dich auch, schon ziemlich lange sogar." Beim Aufstehen küsste Draco seinem Freund sanft auf die Stirn und ging Richtung Küche. Harry folgte ihm, „Sag mal, was war das für ein Lied?"

„Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2 von Ludwig van Beethoven oder auch Mondscheinsonate genannt. Er war ein Muggel, aber meine Mutter gefiel seine Musik so gut, dass ich sie lernen sollte. Das war ihr Lieblingsstück. Ich habe es immer gespielt, wenn wir allein waren. Mein Vater möchte es nicht, weil es von einem Muggel stammt. Es ist das einzige, dass ich komplett auswendig kenne." „Es ist wunderschön." Schweigend aßen sie weiter. Nach einer Weile brach der Gryffindor die Stille, „Wie ist der Plan für heute?" Draco überlegte kurz, „Ich habe jetzt noch einen Termin beim Ministerium, wegen des Erbes und alles. Ich glaube ich werde zum Tee wieder hier sein." ein wenig enttäuscht biss sich Harry auf die Lippe, „Und ich dachte, dass du dich für mich so hübsch angezogen hast?" Beide lachten und Draco schüttelte den Kopf. Er stand auf und suchte seine Unterlagen zusammen. Kurz bevor er ging, hielt Harry ihn zurück, „Hast du gesehen, wie klat es draußen ist? Hier bitte." Er legte ihm einen Schal um den Hals und küsste ihn zum Abschied. Draco lächelte und verbeugte sich zum Dank. Harry blieb allein zurück. Weil er nichts anderes zu tun hatte, räumte er den Tisch ab. Nachdem alles fertig war, holte er die Dekoration heraus, die sie am gestrigen Tag gekauft hatten. Er schmückte das Wohnzimmer mit Lichterketten und Kerzen. Doch da fehlte noch etwas. Also ging Harry auf das Grundstück raus und lief hinter das Haus. Nach einigem Suchen, entdeckte er, was er wollte. Er sprach einen Zauber und ging wieder ins Haus.

Es wurde langsam dunkler, es dämmerte als Draco durch die Türgestapft kam. Er war völlig durchnässt. „Harry, Schatz, warum durfte ich nicht mit dem Flohnetz reisen und müsste in den Garten apperieren?" Er zog Mantel und Schal aus und setzte sich an den Küchentisch. Harry stellte ihm ein heißen Tee vor, um ihn aufzuwärmen. „Weil wir erst heute Abend dort hinein gehen. Ich hab das Wohnzimmer ein wenig geschmückt." Er lächelte. „Das ist mein Haus, ganz offiziell und trotzdem muss ich draußen bleiben." scherzte Draco. „Hat denn alles geklappt?" fragte Harry. Draco nickte, „Es war tatsächlich mehr, das ich erbte, als gedacht. Allerdings ist ein Teil davon höchst schwarzer Magie entsprungen. Das Zeug stand noch im Landhaus. Die Nachbarin hatte sich sorgen gemacht und hat nachgesehen, doch weil meine Mutter nicht da war, hat sie das Ministerium verständigt, die haben das Haus auf Hinweiseuntersucht und dann die Artefakte gefunden. Kurze Zeit später, dann die Nachricht ihres Todes. Ich hab die Sachen dem Ministeriumfreiwillig überlassen, sonst hätte ich eine Strafe zahlen müssen. Dank dir Harry sind alle super lieb zu mir. Ich meine niemand hätte mir diesen Deal angeboten, wenn du nicht wärst. Es sind wohl noch so einige Dinge bei meiner Mutter. Hilfst du mir bald die Dinge abzuholen? Ich schaffe das emotional nicht alleine." „Natürlich."Harrys Stimme war sanft und voller Liebe. „Aber jetzt koche ich erstmal." „Du meinst WIR." widersprach Harry gespielt empört. Also kochten sie.

 Der vegetarische Braten schmorte im Ofen, als sie nach oben gingen und sich fertig machten. Draco ging ins Bad und wollte gerade die Türschließen, als Harry zu ihm kam, „Weißt du, dass es viel effizienter wäre, wenn wir zusammen duschen würden." Draco musste lächeln, „Meinst du?" Harry zwinkerte, „Ich meine nicht nur, ich weiß es." Draco hob die Augenbraue hoch und kam einen Schritt auf ihn zu. Harry lächelte und biss sich langsam auf die Lippe. Draco beugte sich leicht nach unten und küsste ihn den Hals hinunter zur Schulter. Er stoppte, „Na wenn du dir da so sicher bist, wird es wohl stimmen." „Hast du je an mir gezweifelt? Und bevor du etwas falsches sagst, solltest du mich lieber weiter küssen."Draco lächelte, doch gehorchte. Er fasst seinen Freund an seinem Becken und drehte ihn von der Tür in das Bad hinein. Dabei machte er die Tür mit seinem Fuß zu. Mit sanftem Druck zog er den Schwarzhaarigen näher an sich heran. Sie waren in einen leidenschaftlichen Kuss verfallen. Harry biss leicht in Dracos Lippe, ehe dieser ihm sein Shirt ausziehen konnte. Harry knöpfte Dracos Hemd auf und küsste jedes Stück freigewordener Haut. Draco atmete laut aus, als Harry seinen Gürtel öffnete und seine Hand in seine Hose gleiten ließ. Nach und nach landeten die Klamotten auf dem Boden und in einer wilden Knutschrei finden sie schließlich ihren Weg unter das heiße Wasser. Die Wassertropfen rollen auf derer hitzten Haut hinab. Harry stöhnte laut auf. Auch Draco ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Die beiden waren vereint. Hier und Jetzt gab es nur sie. Das Bad war schon ganz benebelt. Als sie sich mit zarten küssen von einander trennte. Draco legte seinen Kopf in Harrys Halsbeuge. Das Wasser prasselte auf sie nieder. Nach einigenMinuten trockneten sie sich ab und zogen sich ihre Boxershorts an.„Wollen wir uns jetzt wirklich schön anziehen? Ich würde Jogginghose oder Pyjama bevorzugen." Doch Draco schüttelte den Kopf, „Du sollst doch keinen Anzug anziehen. Nur eben hübsch. Jetzt raus. Ich gebe dir 20 min,dann bist du unten und bringst das Essen ins Wohnzimmer. Dann rufst du mich, wenn ich kommen darf." Harry nickte. Er kämmte sich sein Haar, was nichts nützte, und zog sich an. Er nahm sich einen von Dracos schwarzen Rollkragen Pullover. Als er ihn überzog, roch ernach Dracos Shampoo. Er liebte diesen Geruch. Dazu zog er sich eine graue Stoffhose an und rote Wollsocken. Die hatte Dobby ihm vor zwei Jahren geschenkt. Also ging er hinunter und tat wie ihm geheißen. Nach 30 min ungefähr rief er Draco. Er stellte sich vor die geschlossene Tür und blickte die Treppe hinauf, „DRACOOO?! Wo bleibst du?"

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