Anna - Irrungen und Wirrungen... Alles aus?

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Es war Mitte Oktober und Paddy musste sich nach seinen freien Wochen, auf die anstehenden Konzerte vorbereiten. Er fuhr für ein paar Tage nach München, um mit seiner Band die neue Setlist zu proben. „Baby, wir sehen uns donnerstags wieder. Ich liebe dich!" Wir verabschiedeten uns und ich wollte mich gerade fürs Büro fertig machen, als mich plötzlich eine heftige Übelkeit überkam und ich mich übergab. Oh nein, bloß kein Magen-Darm-Virus, dachte ich. Doch ich lag drei Tage flach. Meine Eltern nahmen mir die Zwillinge ab, dass sie sich nicht ansteckten und ich mich in Ruhe auskurieren konnte. Es ging mir hundeelend. Ich lag zusammengekauert auf dem Sofa, hatte Bauchschmerzen und vermisste Paddy. Er war erst zwei Tage weg, aber er fehlte mir. Zwischendurch schrieben wir uns kurze Nachrichten und abends telefonierten wir lange. „Wie geht's dir, Baby? Fühlst du dich schon besser?", fragte mich Paddy besorgt. „Mein Magen ist immer noch etwas beleidigt, aber es wird schon. Wie läuft's bei dir? Kommt ihr gut voran?" „Ja. Die Setlist steht so weit. Ich komme übermorgen wieder nachhause." Nachhause sagte er. Das fühlte sich gut an. „Ich freu mich auf dich, Babe!" „Ich kann's auch kaum erwarten dich zu sehen! Ich liebe dich!", beendete Paddy das Telefonat. Ich trank meinen Tee und machte mich auf den Weg um Liam und Emma von meinen Eltern abzuholen. Als ich bei meiner Mama am Küchentisch saß, redeten wir über das Zusammentreffen mit Paddys Familie. „Weißt du, Schätzchen, ich sehe dich heute noch vor mir, wie du vor dem Fernseher sitzt und dir diese Konzertvideos nonstop angesehen hast und heute erzählst du mir, dass du quasi zur Familie gehörst." Meine Mutter hatte immer schon einen leichten Hang zur Übertreibung. „Mama, ich gehöre doch nicht zur Familie. Paddy und ich sind gerade einmal drei Monate zusammen. Aber ja klar, das Ganze ist auch für mich manchmal fern von jeder Realität." Mama und ich plauderten noch ein wenig, ehe ich mit den Zwillingen nachhause fuhr. Da es schon ziemlich spät war, gingen Liam und Emma gleich schlafen. „Mama, wann kommt Paddy wieder?" fragte mich mein Sohn. „Bald, mein Schatz. Am Freitag ist er wieder da." "Aber da sind wir bei Papa, wir sehen ihn ja dann erst wieder am Sonntag." Dieses Wochenende hatte Marc die Kinder. „Das stimmt, aber bei Papa ist es doch auch schön." „Ja, bei Papa passt es auch gut, aber könnt ihr uns am Sonntag nicht ein bisschen früher abholen?" Ich versprach Liam, dass ich mit Marc vereinbare, die Kinder bereits am Nachmittag anstatt abends zu holen. Damit gab er sich zufrieden und legte sich schlafen.
Nachdem ich die halbe Woche auf dem Sofa verbracht hatte, war an Müdigkeit nicht zu denken. Ich beschloss noch ein wenig zu lesen. Irgendwann musste ich doch eingeschlafen sein, denn eine sanfte Berührung auf meiner Wange weckte mich. Ich öffnete meine Augen und sah Paddy vor mir. „Hey Babe! Was machst du denn schon hier?" Ich fiel ihm um den Hals und wir küssten uns. „Ich hab den Jungs ein bisschen Feuer unterm Arsch gemacht, damit wir schneller fertig werden und ich ganz schnell zu meiner Süßen nachhause komme", gab Paddy grinsend zur Antwort. „Ich hab dich so vermisst." "Ich dich auch. Komm, Honey wir gehen ins Bett". In dieser Nacht schlief ich wie ein Baby neben ihm. Als ich am nächsten Morgen aufstand, weckte ich Liam und Emma. „Liam, sieh mal ganz leise ins Schlafzimmer. Da ist eine Überraschung für dich". Er schlich sich ins Schlafzimmer und sogleich hatte er ein Lächeln auf seinen Lippen. „Paddy!", rief er alles andere als leise und warf sich mit vollem Schwung aufs Bett. Paddy wachte natürlich auf. „Guten Morgen, Buddy." Paddy nahm Liam in den Arm. Emma schoss ebenfalls an mir vorbei und fiel Paddy in die Arme. Ich liebte es zu sehen, wie sehr Paddy meinen Kindern in so kurzer Zeit bereits ans Herz gewachsen war und wie sehr auch er sie lieb gewonnen hatte. „Guten Morgen, Schatz", sagte ich und beschloss mich ebenfalls aufs Bett zu werfen. Er lächelte mich an. Da Paddy schon wach war, brachten wir die Zwillinge gemeinsam zur Schule und gingen anschließend frühstücken. Ich hatte die letzten Tage kaum Nahrung zu mir genommen, daher freute ich mich schon auf richtiges Essen. Wir bestellten uns ein Riesenfrühstück für zwei und Paddy erzählte über München und die Wintertour. „In zwei Wochen geht's los. Ich werde versuchen, so oft es geht nachhause zu kommen." „Ich mag es, wenn du nachhause kommen sagst". Er lächelte. "Nun, bei euch fühle ich mich zuhause." Jetzt lächelte auch ich wie ein Honigkuchenpferd. "Die Kinder sind dieses Wochenende bei Marc. Was hältst du davon, wenn wir zu dir fahren?", fragte ich ihn. Paddy war seit Wochen schon nicht mehr daheim. Natürlich waren wir noch nicht offiziell zusammengezogen, aber es fühlte sich so an. Wir verbrachten die meiste Zeit bei mir, da die Zwillinge zur Schule mussten und ich meinen Job hatte. "Klar Baby. Ich müsste ohnehin einmal nach dem Rechten sehen."
Ich vereinbarte mit Marc, dass er Liam und Emma direkt von der Schule abholte, also gab ich den Beiden ihren Übernachtungsbeutel in die Schule mit. Marc hatte mich bis dato noch nicht auf meine Beziehung zu Paddy angesprochen, obwohl ich mir sicher war, dass Liam und Emma bestimmt darüber sprachen. Ich wollte auch keine schlafenden Hunde wecken, also sagte ich auch nichts. Außerdem waren wir ohnehin geschieden und es ging Marc schlichtweg nichts an.
Paddy und ich verabschiedeten die Kinder und fuhren zu ihm. „Babe, was hältst du von Steaks?" „Ich liebe ein gutes Steak, Süße". Paddy war ein Fleischtiger und stand total auf Süßes, also überlegte ich mir als Dessert Mousse au Chocolate. Ich besorgte alles und wir fuhren zu Paddy. Weil ihm bereits seit einigen Tagen neue Songtexte im Kopf herum schwirrten, schlug ich ihm vor, er solle in Ruhe in sein Musikstudio gehen und ich würde die Bude mal wieder auf Vordermann bringen. Ich glaube, seit Joelle ausgezogen ist, hatte das Haus keinen Putzlappen mehr gesehen. „Honey, du musst doch nicht putzen." „Es macht mir wirklich nichts aus, Babe", sagte ich belustigt. „Verzieh dich Kelly und beschalle uns alsbald mit neuer Musik." Wir mussten beide lachen und küssten uns, ehe jeder seiner Beschäftigung nachkam. Schnell bereitete ich das Dessert vor, ehe ich Putzfee spielte. Ich machte Musik an und tanzte durch das Haus. Als ich gerade mit der Küche fertig war, stand Paddy hinter mir. Er zeigte auf die Anrichte auf der wir das letzte Mal ein prickelndes Erlebnis hatten und keine halbe Minute später, waren wir bereits dabei, es ebenso prickelnd zu wiederholen. "An das könnte ich mich gewöhnen, Babe", entgegnete ich augenzwinkernd. Ich machte uns Kaffee und Paddy zeigte mir einen Teil seiner Arbeit. Er spielte mir ein paar Akkorde vor. Immer wenn ich Paddy mit seiner Gitarre sah oder singen hörte, verfiel ich augenblicklich in einen Anhimmel-Modus, den ich nur schwer abstellen konnte. Als es ihm auffiel, dass ich ihn offensichtlich mit Herzchen in den Augen anstarrte, setzte er wieder sein schelmisches Grinsen auf und sagte: "Einen Cent für deine Gedanken, Honey." „Ach weißt du, ich kann deine Fans schon verstehen. Du siehst echt scharf aus mit Gitarre, Kelly. Da kann man gar nicht weg sehen." Das amüsierte ihn natürlich. Paddy wusste schon immer, welche Wirkung er auf Frauen hatte. „Babe, ich fange mal mit dem Essen an." Ich zwinkerte ihm zu und ging in die Küche. Ich bereitete die Steaks zu und schob die Kartoffeln in den Ofen. Die Wartezeit nutzte ich um eine Dusche zu nehmen und mich ein wenig zu stylen. Ich zog meine schönste Unterwäsche an und ein schwarzes, enges Kleid, das meine Kurven besonders gut zum Ausdruck brachte. Meine Haare trug ich offen und verlieh meinen Locken noch extra Schwung mit meinem Lockenstab. Ich sah gut aus. Als ich wieder in die Küche zurückkam, wartete Paddy bereits auf mich. Er musterte mich von oben bis unten und brachte nur ein "Oh, Wow!" heraus. Ich setzte mein unschuldigstes Lächeln auf und richtete das Essen an. Paddy stand mit verschränkten Armen in der Tür und ich spürte seine gierigen Blicke auf mir. Ich stellte die Steaks auf den Tisch. "Weißt du, dass ich im Moment so gar keinen Appetit auf Steaks habe?" Seine Hand wanderte meinen Oberschenkel entlang. Ich nahm diese und beugte mich ganz nah zu seinem Gesicht und flüsterte: „Da wirst du dich wohl noch etwas gedulden müssen, Süßer." Er grinste und nahm schließlich Messer und Gabel in die Hand. Während des Essens, heizten wir uns gegenseitig durch kleine "zufällige" Berührungen und Blicke auf. Als wir fertig waren, räumten wir den Tisch ab und Paddy stellte sich hinter mich und küsste meinen Hals. Seine Küsse machten mich fast verrückt. Doch ich hatte etwas ganz bestimmtes mit ihm vor, also sagte ich, er solle doch schon mal hoch gehen und ich werde gleich nachkommen. Ich holte die Tücher, die ich mir von zuhause mitgebracht hatte. Als ich ins Schlafzimmer kam, war Paddy noch unter der Dusche verschwunden. Das passte mir gut. So konnte ich ein paar Vorbereitungen treffen. Ich zog mein Kleid aus, so dass ich nur mehr meine Unterwäsche und die Strapse an hatte. Noch nie hatte ich etwas für unser Sexleben geplant, denn es war nie nötig. Ich setzte mich aufs Bett, da kam Paddy aus dem Badezimmer. Mit nichts weiter als einem Handtuch um die Hüften. Ich ging auf ihn zu, nahm ihm das Handtuch ab und flüsterte ihm ins Ohr: „Lass dich gehen, Kelly." Ich nahm seine Hand und zog ihn aufs Bett. Seine Hände fesselte ich mit den Tüchern an den Bettpfosten und verband seine Augen. Ohne Fragen zu stellen, ließ er mich gewähren. Es gefiel ihm. Aus der Küche nahm ich mir einen Eiswürfel mit und gab ihn in meinen Mund. Ich begann das Eis langsam seinen Lippen entlang gleiten zu lassen. Danach wanderte ich zu seinem Hals und seinen Brustwarzen. Ich konnte seine Erregung deutlich spüren. Ich führte den Eiswürfel noch weiter nach unten zu seinem Schambereich. Dort angekommen, nahm ich den Eiswürfel aus dem Mund und begann an seinem besten Stück zu saugen und mit der Zunge langsam auf und ab zu gleiten. Paddy stöhnte laut auf. Mit meinen Zähnen fuhr ich sanft seinen Schaft entlang. „Baby, ich will dich spüren", flehte er förmlich. Ich setzte mich auf ihn und bewegte mich rhythmisch. Mit meinen Fingernägeln strich ich seiner Brust entlang. Zarte Striemen bildeten sich auf seiner Haut. Paddy wand sich vor Lust unter mir. Ich band ihn los und sofort hatte er seine Hände an meinem Po. Er genoss es sichtlich. Geschickt drehte er mich, so dass ich plötzlich unter ihm lag. Es machte mich so scharf, wenn er das Kommando übernahm. Mein ganzer Körper prickelte. Er küsste mich wild und hemmungslos, während er sich immer schneller in mir bewegte. Mir wurde ganz heiß, als ich den aufkommenden Orgasmus spürte. Ich vergrub meine Finger in den Bettlaken und schrie vor Lust. Auch Paddy stöhnte laut, als er zum Höhepunkt kam. Er küsste mich und sank auf mir nieder. Verschwitzt und schwer atmend lagen wir aufeinander. "Du machst mich wahnsinnig. Das war einfach unglaublich", sagte er nach einer Weile. „Mit dir ist einfach alles unglaublich, Paddy." Er hielt kurz inne und meinte: „Sag mal, hast du nicht auch ein richtiges Dessert erwähnt? Das gerade, war zwar die Königin der Desserts, aber ich brauche dringend Zucker." Ich musste lachen, denn genau im selben Moment fiel mir auch mein Mousse au Chocolate ein. „Also du hast Glück, mein Lieber, ein gekühltes, frisches Schokoladenmousse wartet im Kühlschrank auf uns." Wir zogen uns was über und holten die Nachspeise aus dem Kühlschrank und machten es uns auf dem Sofa bequem. Anstatt das Mousse schön auf Tellern anzurichten, löffelten wir es einfach aus der Schüssel. Es schmeckte himmlisch. „Sollen wir noch einen Film sehen, Honey?", fragte Paddy und nahm die Fernbedienung in die Hand. Anstatt eines Filmes, wurde es aber eine Doku über die Neunziger, die wir beim durchzappen der Programme fanden. Wir schwelgten in Erinnerungen. Nur nicht in denselben. Denn die Neunziger hießen für Paddy Doppeldeckerbus, Tourstress, Fanaufläufe und Interviews bei der Bravo. „Bereust du es eigentlich, nie so eine unbeschwerte Kindheit gehabt zu haben?", fragte ich interessiert. Er überlegte kurz. „Nein. Nein, das tue ich nicht. Es gab eine Zeit, da hatte ich es tatsächlich bereut. Doch meine Zeit im Kloster hat meine Sicht darauf verändert. Meine Eltern wollten nur das Beste für uns und als der Erfolg kam, hatte niemand damit gerechnet, dass wir unser Leben komplett ändern mussten. Es war eine stressige Zeit, aber ich müsste lügen wenn ich sage, ich hätte sie nicht auch genossen." Wieder bot sich mir die Möglichkeit für eine kleine Beichte, auch früher schon Fan gewesen zu sein. Doch ich dachte mir, dass es jetzt sowieso keine Rolle mehr spielen würde, also ließ ich es sein. Selbstverständlich durfte in der Doku auch die Kelly Family nicht fehlen, also zog ich ihn ein bisschen auf, als er als Teenie mit seinen schrägen Klamotten zu sehen war. „Du warst immer schon ein Fan von Haute Couture, was?" Ein bisschen verlegen, hielt er sich die Hände vors Gesicht. „Ich sag dir jetzt mal was, die Kleider waren gar nicht mal so billig. Die haben wir aus diversen Theaterfundussen gekauft. Und es war einfach unser Markenzeichen." „Sorry Babe, natürlich saht ihr alle toll aus." Wir brachen in schallendes Gelächter aus. Als es immer später wurde, konnte ich meine Müdigkeit nicht mehr verbergen und Paddy schlug vor, ins Bett zu gehen. Am nächsten Morgen, weckte mich ein wohliges Gefühl in meiner Intimgegend. Paddy war bereits vor mir wach und streichelte meine Schamlippen. „Guten Morgen", hauchte er mir entgegen. Bereitwillig spreizte ich meine Beine. Es gefiel mir, so geweckt zu werden. Paddy ließ zwei Finger in meine Vagina gleiten und fuhr bei der nächsten Bewegung über meine Klitoris. Es fühlte sich so gut an. Er warf meine Decke zur Seite und zog mein Höschen aus. Sanft küsste er meinen Hals abwärts, bis zu den Brustwarzen. Diese waren hart vor Erregung. Er umkreiste sie mit seiner Zunge während er weiter meine intimste Stelle mit seinen Fingern massierte. Seine Zunge wanderte weiter, bis er zwischen meinen Beinen war. Zärtlich leckte er an meiner Klitoris und den Schamlippen. Ich stöhnte und vergrub meine Finger in seinen Haaren. Dieser Mann, konnte seine Zunge einsetzen, dass mein ganzer Körper bebte. Als ich kurz davor war zu kommen, zog ich ihn zu mir und er wusste was ich wollte. Mit seinem harten Penis, drang er in mich ein. Meine Beine lagen auf seinen Schultern, perfekt um ihn noch intensiver zu spüren. Wir sahen einander tief in die Augen, welche ich einen Moment später schließen musste, als mein Körper am Gipfel seiner Wollust ankam. Nach unserem kleinen Schäferstündchen, standen wir auf, um zu frühstücken. Ich hatte mächtigen Hunger. Unser gut erfülltes Sexleben, ging regelrecht an meine Kalorienreserven. „Was wollen wir heute machen, Baby?" „Hmm, ich weiß auch nicht. Es ist so tolles Wetter, wir könnten auf alle Fälle eine Runde spazieren gehen?", schlug ich vor. „Das ist eine gute Idee. Spazieren und anschließend wieder ins Bett." Ich zog eine Augenbraue hoch. Paddy war unersättlich. Aber das störte mich nicht im Geringsten. Ich genoss den Sex mit ihm in vollen Zügen. „So, so, du denkst also schon wieder ans Bett", sagte ich verführerisch und setzte mich auf seinen Schoß. Wir begannen uns zu küssen, doch bevor das Ganze wieder darin endete, wie unser Morgen begann, unterbrach ich ihn und erinnerte an unseren geplanten Spaziergang. „Ok, du hast gewonnen, Honey". Er gab mir einen Klapps auf den Po. Ich mochte es bei Paddy zuhause. Der angrenzende Wald strahlte Frieden für mich aus. Der Wald, durch den ich humpelte, als ich Paddys Haus fand. Ich zeigte ihm die Stelle, wo ich mir meinen Fuß verstauchte. „Also in etwa hier, bin ich ziemlich elegant rüber gesprungen und dann hab ich mich zum erstbesten Haus geschleppt. Zu deinem." „Ich danke dem Schicksal jeden Tag dafür, dass du gerade hier, deine Ungeschicklichkeit ausgepackt hast", sagte er frech. Ich sah ihn gespielt böse an, musste aber sofort lachen. Er hatte ja Recht. Meine Ungeschicklichkeit hat mich schlussendlich doch genau zu seinem Haus geführt. „Der November wird ein anstrengender Monat", fuhr er ernster fort. "Ich werde viel unterwegs sein." "Ich weiß, Paddy. Aber es ist ja nur ein Monat, das schaffen wir schon." Er verschränkte die Finger fester um meine und lächelte mich an. Eine Zeitlang gingen wir wortlos nebeneinander her. Paddy genoss die Stille ebenso sehr wie ich. Ich dachte über die anstehenden Konzerte nach. Es gibt viele Paare, wo ein Partner öfter mal auf Geschäftsreise musste. Ich fand es also nicht so schlimm. Stattdessen freute ich mich schon auf die Vorweihnachtszeit. Ich wollte alles dekorieren, Plätzchen backen und mit den Kindern basteln. „Wollen wir wieder umdrehen? Mir ist langsam kalt und ich bekomme schon wieder Hunger", meinte Paddy. Hm, mal gespannt, dachte ich, worauf er Hunger hatte. Wir gingen wieder Richtung Haus, was mir gut passte, denn ich fror ebenfalls.
Zuhause angekommen, sprangen wir erst einmal unter die Dusche. Da wir nur schwer die Finger voneinander lassen konnten, blieb es natürlich nicht nur bei einer Dusche.
Paddy und ich hatten vor einen richtigen Faulenzer Tag einzulegen. Mit allem was dazu gehörte. Allerdings musste er noch ein paar wichtige Telefonate erledigen. Ich zog mir was an und fuhr in der Zwischenzeit in einen Supermarkt in der Nähe, um Süßigkeiten und Knabbereien in Hülle und Fülle zu kaufen. So viel, dass es unmöglich war, alles aufzuessen. Mit Chiara legte ich früher öfter mal so einen Fresstag ein. Wir lagen den ganzen Tag auf dem Sofa und schauten uns die größten Liebesschnulzen an. Paddy und ich hatten dasselbe vor, vermutlich bis auf die Liebesschnulzen. Auf dem Heimweg fuhr ich an einer Pizzeria vorbei und nahm zwei große Pizzen mit. Perfekt! Dachte ich. „Schatz, ich bin zuhause", rief ich, als ich zur Tür rein kam. Paddy hatte im Wohnzimmer alles vorbereitet. Er vergrößerte das Sofa auf das Doppelte und hatte überall Polster und Decken ausgelegt. Es sah mehr als gemütlich aus. Ich gab ihm eine kurze Einschulung, dass es wichtig war, so viele Süßigkeiten wie möglich zu essen und alles in einem bequemen Bewegungsradius deponiert zu haben, um auf keinen Fall aufstehen zu müssen. Paddy lachte herzhaft bei meiner kleinen Unterweisung, die ich vielleicht eine Spur zu ernst rüber brachte. „Hör zu, Kelly, ich bin Profi. Da kannst du mir vertrauen", sagte ich vergnügt. „Of course. I trust you."
Wir machten es uns gemütlich und aßen die Pizza, die verdammt lecker schmeckte. Auf einem Sender lief ein Herr der Ringe Marathon. Paddy hatte die Filme noch nicht gesehen, also passte das gut und wir sahen uns alle drei Teile am Stück an. Da ich die Trilogie bereits kannte, nickte ich immer mal wieder ein. Nach neun Stunden Hardcore Fernsehen, war Paddy begeistert von der Filmreihe. „Toll, dass ich es nach 15 Jahren auch einmal geschafft habe, mir das reinzuziehen", meinte Paddy mit gespieltem Stolz. Von den gekauften Süßigkeiten, war auch nicht mehr allzu viel übrig. Ich fragte mich, wo Paddy das alles hin aß. Wobei er doch in letzter Zeit, ein kleines Bäuchlein bekommen hatte. Amüsiert schaute ich ihm zu, wie er sich auch den letzten Schokoriegel schnappte. Ich legte mich auf seinen Schoß und wir sahen noch einen Teil einer TV-Show, ehe uns beiden die Augen zu fielen. Als ich wach wurde, war es bereits hell draußen. Ich lag genauso da, wie ich einschlief und Paddy schien noch tief im Land der Träume zu sein. Leise stand ich auf und machte Frühstück. Es war ein regnerischer Tag, eigentlich perfekt um den Tag so zu starten wie wir ihn gestern beendeten - auf dem Sofa. Doch ich hatte den Zwillingen versprochen, sie bereits am frühen Nachmittag abzuholen, also mussten wir in ein paar Stunden ohnehin aufbrechen. Ich bereitete Müsli zu und beschloss frische Brötchen vom Bäcker zu holen. Als ich wieder kam, schlief Paddy immer noch tief und fest. Sein ganzes Gesicht küssend, weckte ich ihn sanft. Schließlich schlug er seine Augen auf. „Good Morning, Honey", hauchte er verschlafen. „Frühstück ist fertig, Schatz." Ich drückte ihm einen dicken Kuss auf den Mund und setzte mich an den Tisch. Paddy setzte sich zu mir und trank seinen Tee, der ihm meistens lieber als Kaffee war.
Während Paddy duschte, beseitigte ich unser Chaos vom Vortag und packte meine Sachen. „Hast du alles, Babe?" „Ja, Ich nehme gleich alles mit, was ich für die Tour brauche." Es war schön, mal wieder bei Paddy gewesen zu sein. Ich liebte meine Wohnung, aber ein Haus zu haben wäre toll. Die Kinder könnten zu jeder Zeit in den Garten raus zum Spielen und man hätte definitiv mehr Platz. Ich träumte ein wenig vor mich hin, als mir plötzlich einfiel, dass Marc und Paddy noch nie aufeinander getroffen waren. Ich hoffte inständig, dass Marc sich ordentlich benahm. Ich wusste nicht genau, ob es sein Ego verkraften würde, wenn er sieht, dass Paddy, DER Paddy war, aber das würde sich gleich herausstellen. „Wir sind da, Honey. Soll ich im Auto warten?", fragte er, als könnte Paddy meine Gedanken lesen. „Marc kann ein ziemliches Arschloch sein... es ist vielleicht besser, mit dem Kennenlernen noch ein wenig zu warten." Er nickte zustimmend. Ich klingelte an Marcs Tür, als er mir bereits mit Emma und Liam entgegen kam. „Hallo meine Süßen, na war's toll bei Papa?" „Ist Paddy auch mit?" wollte Liam sofort wissen. Ich konnte es Marc ansehen, dass sich Wut in ihm zusammenbraute. „Ja, ihr könnt schon mal vorgehen zum Auto." Die Kinder verabschiedeten sich von ihrem Vater und rannten zu Paddys Auto. „Na, da hast du dir ja einen Bonzen mit fetter Karre geangelt. Klar, dass ich da nicht mehr gut genug bin." „Marc, bitte. Ich muss mich erstens nicht vor dir rechtfertigen, wir sind schließlich geschieden und er ist alles andere als ein Bonze". An seinem Gesicht erkannte ich, dass er immer wütender wurde. Er schrie mich an. „Keine sechs Monate waren wir getrennt und du lässt dich schon von einem anderen Kerl vögeln!" Ich schämte mich und bekam ein wenig Angst, doch ich musste mich meinem Ex-Mann gegenüber resoluter zeigen. Zeigen, dass er keine Macht mehr über mich hatte. „Erstens, geht es dich nichts an, von wem ich mich vögeln lasse! Und Zweitens, wenn du dein Temperament nicht sofort wieder in den Griff bekommst, schwör ich dir, dass du Liam und Emma nicht mehr sehen wirst. Dann kannst du unsere Vereinbarung als nichtig betrachten und wir lassen den Richter entscheiden." Ohne auf seine Antwort zu warten, machte ich auf den Absatz kehrt und ging zum Auto zurück. Als ich einstieg, sah ich Marcs hochrotes Gesicht und seine geballten Fäuste. Er kochte regelrecht. „Paddy, bitte fahr los." Das tat er auch. Ich zitterte ein wenig und Paddy nahm meine Hand. „Was war denn los, Honey?" „Ich erklär's dir zuhause", antwortete ich und deutete auf die Rückbank, wo Liam und Emma saßen und miteinander faxen machten. Zum Glück bekamen sie die Szene nicht mit. Paddy und ich unterhielten uns in der Küche. „Marc ist völlig ausgetickt. Ich glaube, er hat dich nicht erkannt, aber er war schon immer ein Choleriker und fühlt sich in seinem Ego gekränkt. Früher habe ich mich nie getraut, ihm Paroli zu bieten." „Wirklich? Das glaube ich gar nicht. Du bist doch sonst auch so schlagfertig." Ich lächelte. „Ja, aber erst seit kurzem. Mich von Marc zu trennen war ein schwieriger Prozess für mich. Nicht weil ich ihn so liebte, sondern weil ich eingeschüchtert war. Mit der Trennung ist auch mein Selbstvertrauen wieder zurückgekommen." Paddy nahm meine Hand und streichelte meine Wange. „Baby, du bist eine Wahnsinnsfrau und du hast nur das Beste verdient. Dein Ex wird sich schon wieder beruhigen, ansonsten werden wir das trotzdem hinbekommen. Als Team." Ich zog Paddy an mich und küsste ihn. Er gab mir einfach so viel. Abends kochte ich uns etwas und wir spielten eine Runde „Mensch ärgere dich nicht" mit den Kindern. Der Beef mit Marc war schnell wieder vergessen.
Wir genossen die letzte Woche vor Paddys Tour noch so richtig. Es war Halloween und wir zogen mit Liam und Emma um die Häuser. Die Zwillinge verkleidetem sich und für sie war es der pure Spaß, von Haus zu Haus zu gehen und Süßigkeiten abzustauben. Selbst Paddy setzte sich eine Maske auf, aber ich denke eher zu Tarnungszwecken als für seine Halloween-Leidenschaft. Wir machten kurz bei Freunden von Liam und Emma halt, als uns deren Eltern noch auf einen Umtrunk herein baten. Ich wollte sie nicht vor den Kopf stoßen, war mir aber unsicher wegen Paddy. „Klar, wir bleiben gerne noch", nahm er mir die Entscheidung ab. „No Risk, no fun", sagte Paddy und ging rein. Die Kinder gingen auf ihre Zimmer und spielten. Paddy nahm seine Maske ab. Ich sog kurz die Luft scharf ein. „Lisa, Peter, das ist mein Freund, Patrick." Es kam mir komisch vor, ihn so vorzustellen, aber es schien mir unauffälliger. Sie grüßten einander und offenbar war ihnen Paddy kein Begriff, denn als wir uns setzten, kam die Frage: „Und Patrick, was machst du so beruflich?" Lisa war nett, aber auch die Neugierde in Person. „Ich arbeite als Musiker", antwortete er wahrheitsgemäß. „Sehr interessant, wir haben noch nie einen Musiker kennen gelernt, nicht wahr, Schatz? Spielst du viel auf Hochzeiten? Oder eher im Studio?" Das Ganze schien amüsant zu werden. Ich lehnte mich zurück und wartete Paddys Antwort ab. „Wisst ihr, ich spiele nicht auf Hochzeiten. Klar bin ich auch im Studio, aber am liebsten bin ich Live unterwegs." Lisa und Peter sahen sich ungläubig an, als wollten sie sagen „Ja, schon klar." Ohne weiter auf das Thema einzugehen, fing Peter an, über die Schule zu sprechen. Man merkte gleich, dass Paddy sichtlich entspannter war. Kurz bevor wir gingen, fiel mir auf, dass Lisa Paddy immer wieder musterte, als sie plötzlich sagte: „Ich weiß nicht, aber du kommst mir irgendwie bekannt vor, Patrick", sie wusste, dass er nicht aus der Gegend kam. Seinen Dialekt aus Hochdeutsch und Englisch konnte Paddy natürlich nicht verbergen. Gerade als ich ihr antworten wollte, dass sie sich bestimmt täuscht, kamen Liam und Emma angerannt und wollten nachhause. Wir nahmen unsere Jacken und verabschiedeten uns. Die Kinder verabschiedeten sich ebenfalls und wir standen schon in der Tür als Liam plötzlich sagte: „Wir müssen jetzt los, Paddy will uns noch ein paar Griffe auf der Gitarre zeigen." „Paddy!", entkam es Lisa und ihr fiel die Kinnlade runter. Ich zwinkerte ihr kurz zu und schloss die Tür von außen. Lachend, über Lisas späte Erkenntnis, gingen wir nachhause.
„Jetzt hat es sie doch noch eiskalt erwischt", sagte ich zu Paddy als wir rein gingen. „Aber ich könnte mich wirklich mal als Hochzeitsmusiker versuchen", scherzte er. „Klar, zwischen deinen Touren. Kannst ja bei deinen Fans mal Werbung dafür machen." Ich liebte unser Geplänkel. Wir hatten einfach dieselbe Art von Humor.
In zwei Tagen hieß es für Paddy und mich schon wieder Abschied nehmen. Die Winter Hallentournee war restlos ausverkauft und es fanden jede Woche bis kurz vor Weihnachten mindestens fünf Konzerte statt. Somit war die Zeit die wir miteinander hatten, sehr eng bemessen. „Babe, brauchst du noch was für die Tour? Wir könnten morgen nochmal shoppen gehen." „Klar, das machen wir. Ein paar Kleinigkeiten brauche ich bestimmt noch." Paddy hopste in dieser Zeit von Hotel zu Hotel und lebte aus dem Koffer.
Die nächsten Tage vergingen wie im Flug. Wir haben die Zeit optimal genutzt und mit den Kindern viel gemeinsam unternommen. Es fiel Paddy sichtlich schwer zu fahren. Er verabschiedete sich von Liam und Emma. Anschließend nahm er mich ganz lange in den Arm und wir küssten uns innig. „Ich werde dich vermissen!" "Es sind ja nur fünf Tage, dann komme ich zumindest über Nacht nach Hause." „Ich finde es süß, dass du extra für eine Nacht so eine Strecke auf dich nimmst." „Honey, ist doch klar, dass ich das mache. Ich liebe dich." "Ich liebe dich auch. Und jetzt rock die Bühnen Deutschlands, Kelly." Ich warf ihm noch eine Kusshand zu, ehe er aus der Tür verschwand. Es war Freitag und eigentlich hätte Marc die Kinder. Ich war mir jedoch nicht sicher, ob ich ihm trauen konnte. Wie auf Kommando erhielt ich eine Nachricht von Marc: Sorry, wegen des letzten Mals. Ich wollte nicht so austicken. Kann ich Liam und Emma am Wochenende zu mir holen? Ich war hin und her gerissen. Ich wusste, er würde seinen Kindern nie etwas antun, doch hatte er seine Wut immer noch nicht richtig unter Kontrolle. Andererseits waren Liam und Emma gerne bei ihm. Ich schickte ihm eine Antwort: Ok, hol sie bitte wie vereinbart ab. Letzte Chance... ich hoffe, du kannst dich für deine Kinder zusammen reißen.
Liam und Emma waren traurig, dass Paddy schon wieder weg war. Sie haben sich schon richtig an ihn gewöhnt. Nicht nur das, er hatte eine wichtige Rolle in ihren Leben eingenommen. Aber sie freuten sich auf das Wochenende bei ihrem Vater.
Chiara war bereits vier Wochen in Amerika unterwegs und wollte erst in einer Woche wieder zurückkommen. Ich beschloss also, mit Flora in Kontakt zu treten. Sie wohnte nur eine knappe halbe Stunde von mir entfernt. Flora freute sich sehr über meinen Anruf und wir vereinbarten ein Treffen. Sie kam abends zu mir und ich mixte uns ein paar Cocktails. „Anna, es ist so toll, dass du dich gemeldet hast." „Ja, ich dachte es ist höchste Zeit und ich habe sturmfreie Bude. Mein Freund ist gerade viel unterwegs und meine Kinder sind dieses Wochenende bei meinem Ex-Mann." „Prost!", sagte Flora und wir stießen auf uns an. Wir fanden sofort eine freundschaftliche Basis und konnten tolle Gespräche führen. Ich erzählte ihr auch von Chiara und ihrem USA Roadtrip. „Das ist so cool, das möchte ich auch irgendwann einmal machen", kommentierte Flora. „Ja, ich finde es auch toll, aber ich habe schreckliche Flugangst. Ich weiß nicht, ob ich das durchziehen könnte." Irgendwann kamen wir auf das Thema Männer zu sprechen. Ich erzählte ihr die Geschichte mit Marc und wie schwierig die letzte Zeit mit ihm war. Flora ging es ähnlich mit ihrem Ex-Freund und sie genoss gerade ihr Singleleben in vollen Zügen. Natürlich war sie neugierig auf meinen neuen Freund. Ich wusste nicht genau was ich ihr sagen sollte. Also machte ich es wie immer und zählte die Fakten auf, ohne zu lügen. Dass wir uns durch meine Ungeschicklichkeit kennenlernten und er in der Musikbranche tätig war. Es war mittlerweile schon Mitternacht. Ich machte uns gerade ein paar Drinks als plötzlich mein Handy klingelte. Das konnte nur Paddy sein. In diesem Moment fiel mir ein, dass ein Foto von uns beiden am Display aufscheint wenn er anrief. Ein ziemlich eindeutiges Foto. Schnell schnappte ich mir mein Telefon und entschuldigte mich kurz bei Flora um ins Schlafzimmer zum Telefonieren zu gehen. Im Augenwinkel sah ich noch ihren völlig perplexen Blick. Verdammt! „Hy Babe, alles klar bei dir?", hob ich ab. „Hallo Honey, ich wollte nochmal deine Stimme hören, bevor ich ins Bett gehe. Was machst du?" „Nun, weißt du, ich habe eine Freundin hier. Flora, die ich auf einem deiner Konzerte kennen gelernt habe." „Ah, ich verstehe. Mädels Abend." Ich war etwas nervös. „Ja, genau... und als du gerade angerufen hast, hat sie glaube ich, ein gemeinsames Bild von uns auf dem Display gesehen." Kurze Stille. „Oh, ok. Naja, ist ja nicht schlimm, oder? Wenn du ihr vertraust, sag es ihr. Wenn nicht, dann ist es Photoshop." Ich musste laut auflachen. Paddy hatte Recht. Ich sollte es ihr sagen. Ich stimmte ihm zu. „Gut, Baby, dann hab noch viel Spaß, wir hören uns morgen." Wir legten auf und ich ging zu Flora ins Wohnzimmer zurück. Sie sah mich ungläubig an. „Also das war dein Freund?" „Ja. Ja, das war mein Freund." Ich grinste leicht schuldbewusst. „Ich muss das kurz einmal auf die Reihe bringen. Du bist mit Paddy Kelly zusammen? So richtig fest? Also du bist die geheimnisvolle Neue?" „Ja, du hast das Ganze gut zusammengefasst." „Wow! Das heißt, du kennst auch Ryan persönlich?" Ich schaute sie kurz verdutzt an und einen Augenblick später, brüllten wir laut los vor Lachen. Sie nahm es richtig locker. Ich erzählte ihr von unserem Zusammentreffen, als ich mit dem verstauchten Knöchel genau vor seiner Türe stand. Unserer gemeinsamen Nacht und wie ich die ganze Geschichte schon abgeschlossen hatte, noch bevor sie überhaupt begann und von dem Konzert in Dresden, bei dem er nur für mich sang. „Oh mein Gott, wie romantisch, Anna! Da hast du ja den Jackpot geknackt." Sie fragte mich, wie ich es finden würde, dass er so viel unterwegs war. „Weißt du, klar vermisse ich ihn. Aber es ist völlig in Ordnung für mich. Ich habe ja hier auch mein Leben und meinen Alltag. Wir haben das bis jetzt ziemlich gut vereint." „Schön, dass es so gut passt für euch! Ich behalte euer süßes Geheimnis natürlich für mich. Ehrenwort!" „Danke, Flora. Es tut gut, es mal jemand außen stehenden zu sagen. Eventuell könnte ich ja mal etwas mit Paddy und Ryan ausmachen", sagte ich augenzwinkernd. Floras Gesicht wurde rot und sie war sichtlich aufgeregt. Natürlich würde ihr das gefallen. Wenn die Tour vorbei ist, werde ich mal mit Paddy sprechen. Er würde bestimmt etwas einfädeln.
Da Flora etwas getrunken hatte, bot ich ihr mein Sofa an, was sie dankend annahm. Ich genoss den Abend richtig. Schon lange hatte ich keinen richtigen Mädels Abend mehr. Das wollte ich unbedingt wiederholen, wenn Chiara wieder zuhause war. Ich war davon überzeugt, dass Flora und sie sich bestens verstehen würden. Den nächsten Tag nutzten Flora und ich für eine ausgiebige Shoppingtour. Als sie nachhause fuhr, beschloss ich einen Beauty Day einzulegen. Ich legte mir eine Gesichtsmaske auf und nahm ein langes Entspannungsbad. Ich ließ die letzten Monate Revue passieren und konnte wieder einmal mein Glück kaum fassen. Was Paddy und ich hatten war einfach magisch. Ich holte Liam und Emma Sonntagabend von ihrem Vater ab. Marc bat mich kurz in unsere alte Wohnung. Dort hatte sich nichts verändert. Er war zum Glück wieder entspannter und verlor kein Wort über meine Beziehung zu Paddy. Ich wartete ein paar Minuten, bis die Kinder fertig waren. Als wir gingen, liefen die Kinder vor zum Auto. „Anna, ich möchte mich nochmals für mein Verhalten vor kurzem entschuldigen", sagte Marc plötzlich und streckte mir die Hand entgegen. Skeptisch reichte ich ihm auch die Meine. Auf einmal zog er mich an sich und versuchte mich zu küssen. „Marc! Was soll das? Bist du irre?", donnerte ich ihm wutentbrannt entgegen. „Komm schon, du spürst doch auch, dass da noch etwas zwischen uns ist." Ich konnte es kaum fassen. „Jetzt pass mal auf, ich sage dir das nur ein einziges Mal: wir sind geschieden, weil du ein cholerisches, absolut beziehungsunfähiges Arschloch bist! Da ist definitiv absolut nichts mehr zwischen uns! Das einzige was uns beide noch verbindet, sind die Kinder und das wars!" Für den Bruchteil einer Sekunde sah Marc mich völlig entgeistert an. Noch nie hatte ich mich getraut ihm so direkt meine Meinung zu sagen. Schnell drehte ich mich um und rannte die Treppen hinunter Richtung Tür. „Dann geh doch und lass dich von deinem Möchtegern Promi vögeln! Du wirst schon sehen, was du davon hast!", rief er mir noch voller Inbrunst nach. Er weiß es also, dachte ich. Schnell sammelte ich die Kinder vor dem Haus ein und wir fuhren. Marc war wirklich unberechenbar. So konnte das nicht weiter gehen. Ich wollte unter keinen Umständen, dass Liam und Emma ihn einmal auf dem falschen Bein erwischten und dann seinen unkontrollierten Zorn spürten. Ich beschloss, am nächsten Tag, das alleinige Sorgerecht zu beantragen. Zumindest solange, bis Marc eine Therapie gegen seinen Jähzorn machte und ich mir wieder sicher sein konnte, dass die Zwillinge gut bei ihm aufgehoben waren. Ich musste mir nur noch überlegen, wie ich es Liam und Emma beibringen sollte. Nachdem wir einen Zwischenstopp bei meinen Eltern einlegten, brachte ich die Beiden ins Bett und überlegte noch lange, wie ich die Sache mit dem Sorgerecht am besten angehen würde. Sehnsüchtig wartete ich auf Paddys Anruf. Ich wollte unbedingt seine Stimme hören und ihm von meinen Sorgen erzählen. Endlich erlöste mich das vibrieren meines Handys, von der Warterei. „Hey Schatz. Schön deine Stimme zu hören", begrüßte ich ihn. „Hallo Süße. Ist alles ok? Du klingst ein wenig bedrückt." Es haute mich jedes Mal um, wie gut er mich nach der kurzen Zeit schon kannte. Ich erzählte ihm von dem Vorfall mit Marc und dass ich das alleinige Sorgerecht beantragen wollte. „Baby, das tut mir so leid. Sag mir, wie ich dir helfen kann." „Es tut gut, deine Stimme zu hören. Ich zähle schon die Stunden, bis wir uns wieder sehen, wenn auch nur kurz." „Noch zwei Tage, Baby. Ich liebe dich." „Ich liebe dich auch, schlaf gut." Das Gespräch mit Paddy gab mir so unendlich viel. Am nächsten Morgen telefonierte ich mit meiner Anwältin und erklärte ihr alles. Sie versprach mir, meinen Fall gleich dem Gericht zu übergeben und ich gute Chancen hätte. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich das hörte. Jedoch machte mir Marcs Reaktion große Sorgen.
Die Arbeit lenkte mich die nächsten Tage ein wenig davon ab.
Meine Laune war am Tiefpunkt angekommen. Meine Eltern holten die Kinder von der Schule und gingen mit ihnen Schlittschuhlaufen. Zu Mittag fuhr ich nachhause. Ich war froh, noch etwas Zeit für mich zu haben, andererseits konnte ich es kaum erwarten, Paddy heute Abend wieder zu sehen. Ich schloss die Wohnung auf und da saß er am Frühstückstresen. „Paddy, da bist du ja schon!" Ich fiel ihm sofort um den Hals und küsste ihn. Ich schob ihn langsam in Richtung Schlafzimmer und zog dabei meine Jacke und meine Schuhe aus. Wir ließen uns auf das Bett fallen und Paddy begann meine Bluse zu öffnen. Er hauchte sanfte Küsse auf meinen Hals. Dann zog er mein Höschen aus und schob meinen Rock hoch. Ich öffnete seine Hose und nur Augenblicke später, spürte ich ihn in mir. Meine schlechte Laune und all meine Sorgen waren in diesem Moment vergessen. Wir sahen uns tief in die Augen. Das hatte mir so gefehlt. Paddy bewegte sich immer schneller und ich fühlte wie sich ein Orgasmus in mir aufbäumte. Ich schloss meine Augen und griff mit beiden Händen nach seinen Schultern. Leise keuchend kam auch Paddy zum Höhepunkt. „Überraschung", sagte er, als wir uns wieder gefangen hatten. Ich lächelte ihn an. „Die ist dir gelungen, Kelly." „Ich bin so froh, dass du da bist. Die letzten Tage waren furchtbar." Wir unterhielten uns über die vergangene Woche. Ich genoss die Zeit so sehr. Vor allem, weil ich wusste, dass er morgen Mittag schon wieder los musste. Ich bereitete für den Besuch meiner Eltern, kleine Häppchen vor. In der Zwischenzeit berichtete mir Paddy ausführlich über die letzten fünf Konzerte. Er liebte es einfach, live vor Publikum zu spielen.
Als meine Eltern mit den Kindern zur Tür herein kamen, fielen Liam und Emma Paddy um den Hals.
Meine Mutter und mein Vater freuten sich ebenfalls sehr, Paddy zu sehen. Sie schlossen ihn sofort in ihr Herz. Ich fand es so schön, alle meine Lieben an einem Tisch versammelt zu haben.
Wir verabschiedeten meine Eltern und schickten die Kinder ins Bett. Paddys Handy klingelte schon das dritte Mal, doch er ging nicht ran. „Ist nicht so wichtig", sagte er als ich ihn fragend ansah. Wir legten uns ebenfalls schlafen. Mein Kopf ruhte auf seiner Brust, während er über mein Haar streichelte. Ich war einfach nur froh, Paddy an meiner Seite zu haben und wollte in diesem Moment nicht an meine Sorgen denken, doch er wirkte etwas abgelenkt. Als ich ihn fragte ob alles in Ordnung sei, bekam ich erst keine Antwort, da er offensichtlich zu sehr im Gedanken war. Also fragte ich erneut: „Babe, alles ok?" „Was? Ja, ja. Ich bin nur müde." So nachdenklich kannte ich ihn gar nicht. Doch die Tatsache, dass er einfach müde war, schien mir plausibel. Er gab mir einen Kuss auf die Stirn und drehte sich auf die andere Seite um zu schlafen. Ich konnte lange nicht einschlafen und versuchte sein Verhalten zu analysieren. Vielleicht war es ja wirklich die Müdigkeit, doch ich spürte wie Unsicherheit in mir hoch kroch. Oder es ist ihm klar geworden, dass er mich doch nicht wollte? Ist er deshalb früher gekommen und ich hatte ihn überrumpelt? Zwischendurch versuchte ich mich zu beruhigen, aber meine Gedanken kreisten unaufhörlich bis ich endlich einschlief.
Am nächsten Morgen brachte ich Liam und Emma zur Schule. Als ich wieder nachhause kam, hatte Paddy fertig gepackt und war abfahrbereit. „Du musst jetzt schon los?" „Ja, sorry, mir ist etwas dazwischen gekommen." „Oh, ich verstehe", sagte ich enttäuscht. Ich dachte, wir hätten zumindest noch ein paar Stunden. Er gab mir einen flüchtigen Kuss und verabschiedete sich. Irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl, aber vielleicht brauchte er gerade jetzt seinen Freiraum und das musste ich akzeptieren. Wieder versuchte ich mich die nächsten Tage abzulenken. Ich machte viele Unternehmungen mit den Zwillingen und arbeitete mehr als sonst. Immer wieder starrte ich auf mein Handy. Doch es kam keine Nachricht von Paddy. Wir hatten seit vier Tagen nichts mehr voneinander gehört. Weil ich ihn nicht einengen wollte, meldete ich mich auch nicht. Doch an Tag fünf hielt ich es nicht mehr aus und rief ihn an. „Hey, tut mir leid, dass ich mich nicht gemeldet habe. Ich hatte so viel um die Ohren." „Schon in Ordnung, Paddy. Ich hab mir nur Sorgen gemacht." Mein ungutes Gefühl änderte sich auch nach unserem Telefonat nicht. Er war kurz angebunden und zu allem Überfluss, sagte er mir, dass er es nicht schaffen würde, während der kurzen Konzertpause nachhause zu kommen. Ich log, als ich sagte, dass es kein Problem für mich wäre. Denn das war es. Nicht das er nicht kam, sondern dass er sich so komisch verhielt. Immer noch redete ich mir ein, dass es am Stress liegen musste. Ein Lichtblick am Himmel war Chiaras Rückkehr aus den USA. Sie besuchte uns gleich nach ihrer Ankunft. Ich wollte einfach alles wissen. Sie erzählte von ihrem Roadtrip durch Kalifornien und Nevada. Der Schönheit von San Francisco. Den aufregenden Stränden in Orange County und dem glamourösen Beverly Hills. Chiara war meine älteste Freundin, deshalb merkte sie auch sofort, dass mich etwas beschäftigte. „Annalein, was ist mit dir? Stimmt irgendetwas nicht?" „Weißt du Chiara, im Moment läuft es nicht so rund." Ich erzählte ihr von Marc und dem Sorgerecht und dass Paddy im Moment distanziert war, ohne ersichtlichen Grund. Sie hörte sich meine Probleme geduldig an und schaffte es tatsächlich, dass ich mich wieder etwas besser fühlte. „Manchmal braucht man eben Zeit für sich. Das kennst du doch auch, Anna. Vielleicht musst du ihn ja ein bisschen zu seinem Glück zwingen." Ich sah sie etwas verwirrt an. „Na, wenn er keine Zeit zwischen den Konzerten hat, dann besuch du ihn doch einfach. Schließlich hast du einen "Acces All Areas" Pass von ihm erhalten." „Weißt du was, du hast Recht! In ein paar Tagen spielt er in München, da werde ich ihn überraschen."
Gesagt getan, machte ich mich auf nach München. Ich dachte, er würde sich bestimmt freuen mich zu sehen. Zwei Stunden vor Konzertbeginn kam ich an. Ich steuerte also Richtung Backstage Eingang und zeigte meinen Pass vor. Sofort wurde ich durchgelassen. Auf dem Weg in Paddys Garderobe, sah ich ein paar bekannte Gesichter und grüßte sie freundlich. Die Tür stand einen Spalt offen und als ich gerade anklopfen wollte, schrak ich kurz zurück. Eine mir nicht unbekannte Frauenstimme drang aus dem Zimmer. Es war Joelle. Mir wurde plötzlich ganz heiß. Als ich durch den Spalt blickte, stockte mir der Atem. Ich sah, dass Joelle und Paddy sich umarmten und sie ihm anschließend zärtlich über seine Wange strich. Er lächelte sie an. In diesem Moment fühlte sich mein Herz an, als würde es in 1000 Teile zerspringen. Das war zu viel für mich. Schnell machte ich auf dem Absatz kehrt und rannte zurück zum Ausgang. In mir kam eine Übelkeit hoch, wie ich sie noch selten spürte. Ich schaffte es gerade noch vor die Tür, als ich mich übergeben musste. Völlig fassungslos ging ich zu meinem Auto zurück. Ich startete den Motor und fuhr los. Was war da gerade passiert? Ich konnte es nicht glauben. Hatte er tatsächlich eine Affäre mit seiner Ex? Belog er mich die ganze Zeit? Die Bilder erschienen immer wieder in meinem Kopf. In meinen Augen sammelten sich heiße Tränen, die schließlich hemmungslos meine Wangen hinab liefen. Ich musste rechts ran fahren, da ich nichts mehr sah. Es dauerte eine gute halbe Stunde, bis ich mich wieder gefangen hatte, um die Heimreise antreten zu können. Wie ferngesteuert fuhr ich fast zwei Stunden nachhause. Automatisch hielt ich vor Chiaras Wohnung. Ich brauchte meine Freundin, jetzt. Ich klingelte an der Tür und als Chiara öffnete und meine verheulten Augen sah, nahm sie mich kommentarlos in den Arm und zog mich in die Wohnung. Sofort begann ich wieder zu weinen. Ich konnte gar nichts dagegen tun. Wir setzten uns aufs Sofa und ich konnte Chiara nicht einmal erzählen was passiert war, weil ich so schluchzte. Nach einer Weile fing ich mich wieder etwas. „Ich hab sie gesehen", presste ich hervor. „Wen hast du gesehen Anna?" „Paddy und Joelle." Sie bekam große Augen. „Bei was gesehen? Hatten sie Sex?!", sagte sie schockiert. Ich schüttelte den Kopf. „Haben sie sich geküsst?" Wieder verneinte ich und erzählte ihr von meinem schockierenden Erlebnis. „Es war eindeutig, Chiara. Er ist wieder bei ihr." Als ich meine Gedanken laut aussprach, brach ich wieder in Tränen aus. „Hey Mäuschen, das weißt du doch gar nicht. Klar, der Moment in dem du die Beiden ertappt hast, war nicht gerade optimal, aber vielleicht hatte es ja auch ganz andere Gründe." Chiara konnte immer positiv denken, das mochte ich sehr an ihr, aber im Augenblick, konnte ich ihre Meinung einfach nicht teilen. Ich war so unglaublich verletzt. Er hätte es mir doch sagen können, wenn er und Joelle regelmäßig Kontakt hatten. Aber das hatte er nicht. Chiara stellte uns zwei Kurze hin, die wir beide exten. Es dauerte nicht lange und die Flasche stand auf dem Tisch. Auch wenn Alkohol keine Lösung war, so nahm er mir zumindest für kurze Zeit den größten Schmerz. Nachdem wir fast die ganze Flasche geleert hatten, klingelte mein Telefon. Es war Paddy. Ich wollte ran gehen und ihm so richtig meine Meinung geigen, aber Chiara nahm mir mein Handy weg. „Nein, Anna du redest nicht betrunken mit ihm! Das ist noch nie gut ausgegangen. Komm, wir schlafen erst mal drüber." Natürlich war es die bessere Idee, einfach schlafen zu gehen. Ich war tatsächlich gut bedient und so stimmte ich Chiara zu. Ich legte mich zu ihr ins Bett und schlief sofort ein. Als ich am nächsten Morgen wach wurde, fühlte ich mich wie vom Bus überrollt. Ich setzte mich auf und sofort überkam mich eine Übelkeit und ich rannte ins Bad. Als ich wieder raus kam, stand Chiara vor mir. „Na, verträgst du nichts mehr?", scherzte sie. „Ich habe gestern schon gekotzt, noch bevor ich zu dir kam." „Bist du schwanger?", fragte mich meine Freundin eher im Spaß. „Nein! Ich..." Oh, Gott... wann hatte ich das letzte Mal meine Tage? Ich rechnete nach und stellte schnell fest, dass ich über zwei Wochen überfällig war. Ich musste mich setzen. „Anna? Bist du etwa schwanger?" „Ich bin drüber." „Wie lange schon?" „Fast drei Wochen. Wie konnte mir das nur entgehen?" Ich nahm doch die Pille. Wie konnte das passieren. „Ihr habt doch verhütet, oder?" Da fiel mir meine Magen-Darm-Grippe vor einigen Wochen wieder ein. Ich erzählte Chiara davon. „Oh Shit, vermutlich hat die Pille bei dir, nach deiner Kotz-Arie nicht mehr gewirkt." „Ich muss sofort einen Test machen." Wir zogen uns an und fuhren in die nächste Drogerie. Zur Sicherheit kaufte ich gleich mehrere. Ich machte alle Tests und 15 Minuten später, gratulierte mir Chiara zu acht positiven Schwangerschaftstests. Ich sank auf den Boden und konnte das alles nicht fassen. „Ich bin eine schwangere, alleinerziehende Mutter, die gerade einen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann angezettelt hat und deren Freund und Vater des Babys, sie mit seiner Ex Frau betrügt. Gratuliere, Anna. Läuft bei dir." „Anna, vielleicht ist die Situation gar nicht so verfahren wie du denkst. Ich finde du solltest das mit Paddy klären. Ich meine, du musst ihm doch sagen, dass er Vater wird." Chiara hatte wie immer Recht. So konnte das doch nicht enden. Oh Gott, vielleicht bin ich zum Schluss auch noch die Schlampe, die sich von Michael Patrick Kelly schwängern ließ. Meine Gedanken spielten verrückt. In diesem Moment meldete sich auch meine Übelkeit wieder. Als ich zum ersten Mal an diesem Tag mein Handy checkte, befand sich eine Nachricht von Paddy darauf: Hey Süße, vermutlich hast du schon geschlafen als ich dich gestern anrief. Ich hoffe, es ist alles in Ordnung bei dir. Liebe dich. Ich wusste nicht was ich tun sollte. Ihn direkt konfrontieren? So tun, als ob alles in Ordnung wäre? Ich musste mich erst einmal sammeln. Das waren eindeutig zu viele Hiobsbotschaften in den letzten 24 Stunden. Als mein Telefon klingelte, schien eine Deutsche Nummer am Display auf. Ich überlegte ob ich ran gehen sollte und entschied mich dafür. „Anna?" ""a, Hallo wer ist denn da?" „Ich bin's Maite." Oh Mann, das auch noch. Rief sie etwa an um mir zu sagen, was ich ohnehin schon wusste? „Wie geht's dir, meine Liebe?" „Danke. Es geht mir gut", log ich. „Was kann ich für dich tun, Maite?" „Du weißt ja, Paddy hat in fünf Tagen Geburtstag und ich würde gerne eine Überraschungsparty vorbereiten. Hilfst du mir?" Auch das noch, das hatte ich völlig vergessen. Paddy feierte in ein paar Tagen seinen vierzigsten Geburtstag. Gerade war ich nicht in der Stimmung um zu Feiern. Aber ich wollte Maite nicht vor den Kopf stoßen, schon gar nicht, da ich nicht einmal wusste was Sache war. „Klar, was hast du geplant?" Maite wollte eine Überraschungsparty für ihn in seinem Haus schmeißen. Mit allen Geschwistern. Es war eine sehr liebe Idee. Ich versprach ihr zu helfen. Ich wusste zwar noch nicht genau wie und ob es auch in Paddys Sinn war. Oder ob er bis dahin nicht doch noch mit mir Schluss machte. Es war eine total verfahrene Situation. Als ersten Schritt, wollte ich mir einen Termin bei meinem Frauenarzt vereinbaren. Gleich morgen. Ich entschied mich Paddy doch zu antworten: Hey, alles ok, nur viel zu tun. Mehr war ich zurzeit nicht im Stande zu schreiben.
Chiara begleitete mich zu meinem Arzttermin. Ich war ziemlich nervös. Er führte den Ultraschall durch und keine halbe Minute später, gratulierte er mir. Das kleine Bläschen hatte bereits einen Herzschlag. „5.-6. Woche, Frau Rose." Ich dachte an unser Wochenende in Paddys Haus.
Im ersten Moment wusste ich nicht, ob ich mich freuen sollte oder nicht. Aber ganz tief in mir, freute ich mich natürlich auf dieses Baby. Was würde Paddy sagen? Wir sind erst so kurz ein Paar und im Moment weiß ich nicht einmal, ob er das überhaupt noch will.
Chiara brachte mich nachhause. „Wann wirst du es ihm sagen?" „Ich weiß noch nicht. Aber ganz bestimmt nicht am Telefon. Ich sehe ihn erst in ein paar Tagen, zu seinem Geburtstag wieder." Paddy und ich schickten uns zwischendurch nur ein paar kurze Nachrichten. Er war immer noch genau so kurz angebunden und meine Hoffnung, dass alles nur ein Missverständnis war, schwand dahin. Irgendetwas hatte sich verändert. 

Butterflies in my BellyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt