Jimmy - Aus dem Konzept

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Es war einfach zu lange her. Wie fast jedes Konzert, war auch dieses ausverkauft. Unsere Fans sind verrückt, das sagte ich ihnen auch immer wieder. Erneut war ich mit dem Opener betraut. Es sollte Thunder sein. Ich freute mich immer dieses Lied zu singen und die Menge zu pushen. Von Beginn an war gute Stimmung garantiert. Wir hatten einen Gast bei diesem Konzert. Unglaublich, dass es niemand mitbekam, aber alle hielten dicht. Paddy würde mit uns gemeinsam auftreten. Paul und ich waren als einzige Familienmitglieder alleine unterwegs. Alle anderen hatten ihre Familien dabei. Doch meine Kinder hatten Termine – Geburtstagsfeiern von Freunden, Sportveranstaltungen... wo sie unbedingt dabei sein wollten und Meikes Eltern waren auf Urlaub. Ein freies Wochenende würde mir guttun.
Mit Paddy zu spielen war wie ein Flashback in alte Zeiten. Es fühlte sich so gut an mit allen zusammen auf der Bühne zu stehen und für kurze Zeit konnte ich meine Sorgen vergessen.
Ich sprach mit niemanden über meine Situation. Bei Paddy damals, deutete ich nur an, dass Meike und ich Probleme hatten und dass ich Chiara mehr als nur nett fand. Er ermutigte mich auf mein Herz zu hören und gegebenenfalls Einkehrtage zu nehmen um die Gedanken zu ordnen. Vielleicht wäre das gar keine so schlechte Idee. Ich vermisste Chiara so sehr. Mittlerweile hatten wir uns seit Wochen weder gehört noch gesehen. Natürlich wusste ich, dass wir vor der Hochzeit noch ein klärendes Gespräch führen mussten. Das waren wir Anna und Paddy schuldig. Doch ich hatte Angst vor ihrer Reaktion. Was wenn sie wirklich nur ihren Spaß mit Jimmy Kelly wollte? Noch schlimmer, was sollte ich tun, wenn sie mich zurück wies? Ich war leicht nervös vor dem Auftritt und verzog mich die ganze Zeit über in meine Garderobe. Auf der Loreley zu spielen, war immer schon etwas Besonderes. Wie üblich, ging ich als letzter auf die Bühne. Ich riss mich zusammen. Denn alle hier hatten viel Geld für eine gute Show bezahlt und es war verdammt noch mal mein Job, ihnen diese zu bieten. Singend bewegte ich mich auf der Bühne und ließ meinen Blick durch das Publikum schweifen. Ich schaute durch die erste Reihe, um Anna zu begrüßen. Doch sie war nicht alleine – Chiara war bei ihr. Das brachte mich völlig aus dem Konzept. Ich spürte die Blicke meiner Geschwister auf meinem Rücken. Angelo ermahnte mich durch mein In Ear: „Jimmy, was soll das? Reiß dich zusammen..."
Ich hatte große Mühe, die Kontenance wieder zu finden. Die Menge tobte wegen eines Texthängers und sang für mich weiter. Meine Geschwister merkten das. Angelo war Perfektionist und ich machte ihn heute richtig nervös. Ich zwang mich nicht zu Chiara zu sehen, aber das war fast unmöglich. Immer wieder, wenn ich gerade nicht mit sang, riskierte ich einen Blick. Patricia beobachtete mich mit Argusaugen und verstand gar nichts. Wie auch. Sie wusste nicht Bescheid. Deshalb suchte sie das Publikum ab um herauszufinden was mich so aus der Fassung brachte.
Als das Konzert zu Ende war verließ ich sofort die Bühne und ging in meine Garderobe. Patricia kam nach und wollte mich zur Rede stellen. Aber ich sagte ihr, mir gehe es nicht so gut und ich brauchte meine Ruhe. Obwohl ich wusste, dass ich nicht überzeugend war, ließ sie mich allein.

Nach dem Konzert, konnte ich es kaum erwarten einzuchecken und mich in meinem Zimmer zu verkriechen. Doch da alle beschlossen hatten, noch einen kurzen Absacker zu trinken, wollte ich kein Spielverderber sein. Nach den Konzerten konnte man meist ohnehin nicht gleich schlafen. Man ist immer noch gepusht von den Fans. Meist saßen wir mit unseren Musikern noch auf ein paar Drinks zusammen.
Es wurde zunehmend schwerer für mich, mit Chiara im selben Raum aufzuhalten, also verabschiedete ich mich nach kurzer Zeit. Endlich Ruhe dachte ich. Aber eigentlich belog ich mich selbst. Seit ich Chiara in der ersten Reihe entdeckt hatte, kreisten meine Gedanken nur noch um sie. Ich würde sie so gerne in den Arm nehmen und küssen. Ich vermisste sie so sehr. Obwohl ich komplett fertig war, wusste ich, dass ich heute Nacht kein Auge zu machen würde. Noch dazu wo ich wusste, dass Chiara im selben Hotel wohnte. Ich wollte endlich unter die Dusche. Also zog ich mich aus und ging ins Bad. Meine Kleidung warf ich achtlos neben das Bett. Kaum stand ich unter den heißen Wasserstrahlen klopfte es an der Tür.
Ich schlang mir ein Handtuch um die Hüften und öffnete. Vor mir stand Patricia. Bitte, das durfte nicht wahr sein. Was wollte sie hier? Doch nicht etwa eine Szene machen? Meine Gedanken überschlugen sich. „Ich bin eigentlich gerade duschen. Was gibt's", fragte ich betont locker. „Jimmy, what's going on here?" Ich ließ sie eintreten. Jedoch nur in den Vorraum und schloss die Tür hinter ihr. Sie wollte weiter ins Zimmer, doch ich stellte mich ihr den Weg. Ich sah die Wut in ihren Augen. „Hier ist gar nichts los. Keine Ahnung wovon du sprichst. Mir geht es heute einfach nicht so gut. Deshalb bin ich gleich nach dem Konzert von der Bühne und nach einem Drink in mein Zimmer." „Don't lie to me, Jimmy. Du bist fast von der Bühne gekippt, als du Anna's Freundin erblickt hast. Habe ich Recht? Angelo musste drei Mal deinen Namen rufen um dich in die Realität zurückzuholen. Sag mir also nicht, es wäre nichts!" Ich fühlte mich ertappt und wusste, dass leugnen keine Option war. „Ok, ich mag sie. Sehr sogar. Zufrieden? Und nein ich will nicht darüber sprechen." „Du magst sie sehr? Was soll das heißen?", schrie sie mir fast entgegen. „Patricia, ich will jetzt duschen und mich danach hinlegen." Doch sie ignorierte meine Worte und fragte mich: „Weiß Meike davon?" „Nein, denn es gibt nichts, was sie wissen muss." Ich betete, dass sie meine Lüge nicht durchschaute. „Du weißt wie schlecht es Meike geht. Aber ich liebe sie und ich werde immer für sie da sein. Und jetzt Patricia, lass mich bitte alleine. Keine Sorge, ich werde meine Frau nicht verlassen, falls es das ist, worauf du hinauswolltest." Ich öffnete die Tür um ihr klar zu machen, dass das Gespräch für mich beendet war. Meine große Schwester ging grußlos. Ich wartete kurz an der Tür um zu sehen, ob sie auch wirklich in ihr Zimmer ging. Schnell ging ich wieder unter die Dusche.
Mit einem Handtuch um die Hüften verließ ich das Bad und hatte gleich den nächsten Schock. Am Türrahmen der Verbindungstür lehnte Chiara. Als sie mich sah veränderte sich ihr Blick. Ganz kurz sah ich die Verzweiflung in ihren Augen. Doch diese wurde durch unbändige Lust verdrängt. Kaum zu glauben wie sie auf mich reagierte. Das war Balsam für meine verwundete Seele. Sie kam um zu reden und unsere Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. Da ich das kaum nackt machen konnte, ging ich zurück ins Bad und zog mir etwas an. Ich wusste bereits in diesem Moment, dass meine Selbstbeherrschung nicht ausreichen würde.
Als wir unser Gespräch begannen, gingen wir auf Abstand. Es dauerte nicht lange und Chiara verließ mein Zimmer. Offenbar war ihr die Situation doch zu viel. Fassungslos starrte ich auf die geschlossene Tür. Mein kleiner Freund war ebenfalls nicht begeistert.
Ich legte mich aufs Bett und schnappte mir meine Gitarre. An Schlaf war ohnehin nicht zu denken und im Fernsehen lief nur Müll. Eine halbe Stunde später hörte ich, wie sich die Tür öffnete. Sie war wieder gekommen. Wie ich vorhin, nur in ein Handtuch gewickelt und darunter nackt wie Gott sie schuf. Sie war so wunderschön und ihre heißen Kurven kamen durch das eng anliegende Handtuch zum Vorschein. Sofort wurde es erneut eng in meinen Shorts. Ich schluckte schwer, denn sie machte mich scharf. Es kam, wie es kommen musste. Endlich küssten wir uns. Ich zog sie zu mir aufs Bett. Alles was ich wollte war ihr nah zu sein. Ich küsste sie wild und fordernd. Sie bäumte sich mir entgegen. , flüsterte ich während eines langen Kusses. Sie stöhnte meinen Namen in meinen Mund. Als sie in meine Shorts fasste, konnte auch ich ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Sie massierte meinen harten Penis. Diese Reaktion deutete ich als ja. Die Leidenschaft erfasste uns und wir konnten beide nicht mehr warten. Ich spreizte ihre Beine und drang tief in sie ein. Mit schnellen Stößen trieb ich uns voran. Ich küsste sie, knabberte an ihrer Lippe und saugte an ihren steifen Brustwarzen. Es dauerte nicht lange und sie kam nur für mich. Ich folgte ihr gleich darauf und sank anschließend in ihre Arme.
Wir liebten uns die ganze Nacht. Ich liebte es wie sie meinen Namen stöhnte, wenn sie kam. Als sie es mir mit ihrem Mund besorgte, dachte ich mein Kopf würde explodieren. Als es schon fast hell wurde, schliefen wir befriedigt ein. Ich war überglücklich, doch wusste auch, dass unsere Zeit begrenzt sein würde. Denn nach der Hochzeit würde ich sie nie wieder sehen. Aber bis dahin, wollte ich nehmen, was ich kriegen konnte. Am nächsten Morgen wartete bereits ein Flieger, der mich zurück in die Realität bringen würde. Als ich aber vor meiner Familie stand, wusste ich genau was ich zu tun hatte. Alle Augen waren plötzlich auf mich gerichtet und es war totenstill. Patricia war bestimmt am Wütendsten von allen und verlangte eine Antwort, für meine Entscheidung. Das hätte ich mir vielleicht auch besser vorher überlegen sollen, denn zu allem Überfluss log ich meine Familie an und zog Paddy mit hinein. Es wäre sein gutes Recht gewesen, mich auffliegen zu lassen, doch er deckte mich: „Ähm ja, das ist richtig. Wir haben das gestern kurzfristig vereinbart. Die Hochzeit ist ja schon in zwei Wochen." Er hob beschwichtigend die Schultern.
„Gut. Ich werde Meike anschließend noch Bescheid sagen. Wir haben uns gestern nicht gesprochen." Ich konnte sehen wie Patricia um Fassung bemüht war. Sie glaubte mir kein Wort. Aber es verunsicherte sie etwas, dass Paddy für mich sprach.

Sobald wir alleine waren, hörte ich meinen kleinen Bruder schon meinen Namen sagen und er deutete mir mit einem Kopfnicken an, ihm zu folgen. Wir gingen zum anderen Ende des Raumes, damit die beiden Frauen uns nicht hören konnten. „Was sollte das eben Jimmy?", presste Paddy zwischen den Lippen hervor. Er war wütend und das verstand ich. „Es tut mir leid Paddy, ehrlich. Aber ich kann nicht einfach nach Hause fahren und sie zurücklassen. Sie bedeutet mir wirklich sehr viel. Danke, dass du mich nicht hast auffliegen lassen." „Wann seid ihr denn auf diese glorreiche Idee gekommen?" Ich sah betreten zu Boden. Sofort hatte er die Situation erfasst. „Sie wusste nichts von deinem tollen Plan? Spinnst du? Du hast sie soeben zum Feindbild Nummer eins unserer Geschwister gemacht! Ist dir das klar? Sie ist Annas beste Freundin und du lässt sie hier ins offene Messer laufen. Weil du sie nicht zurücklassen möchtest? Du bist ein egoistischer Hund, das weißt du hoffentlich?" Auch meine Stimme veränderte sich. Leise, aber wütend konterte ich: „Du hast mir geraten auf mein Herz zu hören und das habe ich soeben getan." „Ich habe aber etwas ganz anderes gemeint. Du solltest auf dein Herz hören, ja und auf deinen Bauch! Eine Entscheidung treffen. Ich sagte du solltest Einkehrtage in Erwägung ziehen um einen klaren Kopf zu bekommen. Sorry Brother – aber du hast hier heute nicht auf dein Herz gehört, sondern auf deinen Schwanz." Ich wollte mich gerade zum Gehen wenden, da zog er mich am Arm. „Noch was – ich habe dir heute den Arsch gerettet. Aber tu so etwas nie wieder. Die Beziehung zwischen uns Geschwistern verbessert sich gerade. Ich lasse mir das nicht kaputt machen. Bitte Jimmy, zerstöre das nicht." Ich wusste, dass er Recht hatte und schwor ihm das nicht zu tun.
Wir drehten uns zu den Frauen um. Chiara nagelte mich mit ihren Augen fest. „Na los, geh schon zu ihr. Sogar ich sehe, dass sie auf dich wartet und den Blick nicht von dir abwenden kann. Ich werde mich für dich bei Anna entschuldigen und ihr alles erklären. Du kannst froh sein, wenn sie dich nicht durch den Fleischwolf dreht." Er machte eine kurze Pause und fuhr dann fort: „Jimmy, ich weiß nicht, was ihr da am Laufen habt, aber ich weiß, dass das nicht gut für euch ist. Am Ende wird es nur Verlierer geben. Ich kann es fühlen und du weißt es auch, nicht wahr?" Ich konnte nur bedrückt nicken. Wir gingen zu den Frauen zurück. Paddy legte seinen Arm um Anna und zog sie mit nach draußen. Ich entschuldigte mich bei Chiara, dass ich sie so überfahren hatte und war gleichzeitig froh, dass auch sie Zeit mit mir verbringen wollte. Zeit war genau das, was wir beide nicht hatten. Diese Affäre hatte ein Ablaufdatum und dieses Wissen machte mich verrückt. Draußen warteten Paddy und Anna auf uns. Anna zog eine Augenbraue hoch und sah mich fragend an. Ich hob entschuldigend die Arme. „Es tut mir leid, aber ich konnte nicht anders" „Ach komm her du Idiot", sagte sie. Wir umarmten uns zum Abschied und machten uns auf den Weg

Butterflies in my BellyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt